Keine Rentenpflicht für Selbständige

RENTENPFLICHT FÜR SELBSTÄNDIGE? ICH BIN DAGEGEN!

Um “Altersarmut” zu verhindern, will Ursula von der Leyen auch Selbständige dazu verpflichten, fürs Alter vorzusorgen. Ab 2013 soll deshalb, neben der Krankenkasse, Pflegeversicherung usw. auch die Rente für uns Freie Pflicht werden… Vielleicht sollte sich der Staat mal um die Armut vorm Altersheim kümmern, denn meistens ist es gegenwärtiger Geldmangel, der die Freien davon abhält, ans Alter zu denken. Und ein gewisser Zwang, eine Würde oder wie man es nennen will…, etwas, das sie anders ticken lässt, das sie für ihre Freiheit und für ihre Selbständigkeit sehr viel ertragen lässt.

Die Verantwortlichen haben keine Ahnung, was sie den meisten der Betroffenen da zumuten wollen. Wehrt euch, weigert euch. Solidarisiert euch. Unterschreibt diese Petition!

Viele Menschen, die Arbeit schaffen und Dinge bewegen, leben bereits unter der Zumutbarkeitsgrenze. Und sind damit absolut in ihrer Existenz bedroht. Da hilft es auch nichts, eine Untergrenze für Beitragspflicht einzuräumen… denn die meisten Menschen, die frei sind, haben jetzt schon für diese Freiheit einen Papierkram zu erledigen, der schlichtweg unmenschlich ist. Doch der gemeine Deutsche lässt sich ziemlich einfach schröpfen. Schließlich gibt es ja schon Rentenversicherungspflicht für die Arbeitnehmer. Und wenn man selbst… dann auch die anderen. Schon die GEZ “Reform” baute auf das Denunziantentum und den Hang zur Uniform und Gleichmacherei der Deutschen. (Wenn ALLE den Höchssatz bezahlen, ist es OK, denkt sich der gemeine Deutsche…) Dass Freiberufler noch mehr Pauschalen zahlen sollen, ist nicht hinnehmbar. Ich denke, dass viele Menschen, die bereits weit unter der sogenannten Armutsgrenze leben, so im großen Stil in die Arme der Zwangsalmosen ala Hartz 4 getrieben werden.

Wie war das nochmal? Die Würde des Menschen… ? Die ist als Existenzminimum mit ca. 1000 EUR  beziffert. Ich kenne kaum einen freien Menschen, der das am Monatsende wirklich übrig hat. Meine Freiheit ist mir lieb und teuer. Meine Freiheit ist alles, was ich habe. Und nur, weil wir Freien nicht jammern und keine Lobby haben, heißt das noch lange nicht, dass da was zu holen ist… Doch mein Staat presst mich immer mehr aus, wie eine Zitrone, er verlangt Steuern, Zwangsabgaben und zwängt mich in eine Bürokratie, die Zeit, Geld und Energie auffrisst. Er verzerrt den Wettbewerb durch hirnrissige Fördermittelverteilung und er hört nicht auf, das bisschen Freiheit, was wir noch haben, immer mehr in Vorschriften, Abgaben und in Überwachung aufzulösen.

Ich will in meinem Leben noch ein paar Dinge selbst entscheiden. Und die anerzogene Angst vor der Zukunft reicht auch bei mir vollkommen aus, dass ich alle Überschüsse, die ich erwirtschaften würde, fürs Altersheim zurücklegen würde. Auch wenn ich weiß, dass die Rente meinen Lebensstandard nach dem Schlaganfall sicherlich nicht relevant verbessern wird, denn das Geld, was wir einzahlen sollen und nicht haben, ist ja bereits ausgegeben.

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Magersucht ist kein Zuckerschlecken

Magersucht ist kein ZuckerschleckenBücher machen ist mitunter lehrreicher und erfahrungsstiftender als das bloße Lesen. Schon deshalb habe ich  den besten “Job” der Welt…

In den letzten Monaten durfte ich in eine bizarre Welt eintauchen. In eine Welt, die so gar nicht in unsere Überflussgesellschaft passen will, in der einerseits über 20% krankhaft übergewichtig, jedoch auch fast genau so viele von Bulimie und Anorexie betroffen sind. Bizarr deshalb, weil  Essstörungen irgendwie unter eine kollektive Schweigepflicht fallen, in etwa so wie AIDS (damals, als es noch Schwulenkrebs genannt wurde…).

Anorexia nervosa, also die psychisch bedingte Magersucht, die in soeben fertiggesetzter Autobiografie Thema ist, wird häufig als Modekrankheit dargestellt, die sich vom diktierten Schönheitsideal ableitet und die es zu bekämpfen gilt, in dem man am besten immer dickere Frauen ins Fernsehen stellt. Denn es sind angeblich in erster Linie ja dumme, eitle, sich langweilende Teenager und junge Frauen, die magersüchtig werden. Und diese gucken halt viel Fern. Doch unsere Heidi und ihre Hungerhaken sind vielleicht, wenn überhaupt, ein Auswuchs von Schlankheitswahn und zweifelhaften Lebenszielen. Und es stellt sich hier immer die Frage, wie leer und kaputterzogen ein Mensch und sein muss, damit sich das Hin- und Herlaufen auf einem Laufsteg, mit Tampons im Magen, als Lebensziel einnisten kann, damit BMI und Körpergewicht zum alleinigen Lebensinhalt avancieren können… Im Endeffekt haben aber die Kleiderständer auf Bein(ch)en nichts oder nur sehr wenig mit  Magersucht zu tun, auch wenn sie vielleicht kollektiv davon betroffen sind… Sie sind nur eine von vielen Auswüchsen einer Selbstwahrnehmungsstörung, die durch Mode und Medien vielleicht gefüttert, aber nicht verursacht wird.

Selbstwahrnehmungsstörungen entstehen meistens in Lebensphasen, in denen man sich noch nicht so für Mode interessiert.  Anorexia nervosa ist zudem besonders heimtückisch. Die Statistik sagt, dass 20% der Betroffenen nicht davon geheilt werden und dass 15% daran sterben. Damit ist anorexia nervosa die psychische Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate in Deutschland, was unter anderem daran liegt, dass die Betroffenen selbst nur sehr schwer einsehen, dass sie betroffen sind.

Das Buchprojekt “Magersucht ist kein Zuckerschlecken” ist eine unter Pseudonym erscheinende Autobiografie einer sehr liebenswerten und netten Frau, die bei aller “Krankheit” ein ausgeprägtes kreatives Potential mit sich herumträgt. So hoffe ich, dass dieses Debüt nicht ihr einziges künstlerisches Werk bleiben wird.

Betroffene, Verursacher und Ärzte gleichermaßen können aus dieser Autobiografie viel lernen, denke ich. Und auch das abschätzige Kopfschütteln der Unbeteiligten könnte damit eingedämmt werden, denn es gibt sehr viele Menschen, die gar nicht bemerkt haben, dass sie Verursacher sind.

Anorexia nervosa ist nämlich, auch wenn genetische Veranlagungen eine gewisse Rolle spielen sollen, in erster Linie ein erworbener, psychischer Defekt, ausgelöst durch traumatisierende Erfahrungen, gleich welcher Art. Möge das Buch ein paar Menschen von ihrer Unwissenheit, die sehr oft bis hin zur Verklemmtheit gereicht, befreien, möge es Aufklären und den Umgang mit  den Betroffenen positiv beeinflussen. Und vielleicht kann es ja auch ein paar Menschen, egal wieviel sie wiegen, aus ihrer notorischen Opferrolle befreien, in die sie einst hineingeprügelt wurden.

Weitere Infos über Magersucht

Das Buch bei Periplaneta

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Being Gutmensch (Youtube)

“Being Gutmensch” (2012)

Ich hab jetzt Ökostrom… Kamera und Schnitt: Marion Alexa Müller, Vivian Heidemann.

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Was gesagt werden muss

Grass für einen Tag

Ich hab auch ein Gedicht geschrieben, schon vor Jahren, fast zum selben Thema. Und kein Arsch hat sich dafür interessiert. Niemand fand es so Scheiße, dass ich damit auf den Titelseiten der Nachrichtenmagazine landen konnte. Wer ist eigentlich dieser Günter?

Noch nie gab es so viel Wirbel um ein Gedicht. Das Problem dabei ist, dass es keins ist. Die Rede ist von Günters angeblich krassen Verlautbarungen über Israel, die gerade inflationär durch die Medienmaschine getrieben werden. Es ist geradezu lächerlich, wer da was und wieviel darüber zu sagen hat.  Inhaltlich hat Günter ungefähr so viel neues, brisantes und unkorrektes wiedergegeben, als hätte er anno 2012 im Bundestag vor laufender Kamera behauptet, die Erde sei eine Kugel und sie würde sich drehen… Und jetzt sind alle empört. Die einen, weil sie wissen, dass die Erde eine lehmhaltige Substanz ist, aus der die Pflanzen sprießen und die anderen, weil sie wissen, dass die Erde ein Elypsoid ist, das rotiert.

Dass Israel ein Atomwaffenprogramm hat, wissen alle. Und 2006, als MEIN GEDICHT entstand, hat Olmert  es in Berlin auch der Welt mitgeteilt. Dass Israel den Iran nicht leiden kann, wissen wir auch, und wir wissen auch, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht. Was die Menschen denken, die dort wohnen, wissen wir allerdings nicht. Warum regen sich alle über die Meinung eines Mannes auf?

Und Günter? Der hat so nebenbei die Lyrik endgültig zu Grabe getragen und sich mit weitaus weniger Aufwand, als noch vor einem Jahr ein gewisser Thilo Sarrazin, das Maximum an Aufmerksamkeit eingeheimst. Die Rentner dieses Landes werden immer gewiefter. Und die Konsumenten immer anspruchsloser. Es würde mich nicht wundern, wenn Günter jetzt gleich noch ein Buch hinterherschiebt.

So, hier kommt jetzt MEIN Gedicht. Das reimt sich sogar ein bisschen. Und das Buch dazu gibt es auch schon. Vielleicht klappt es ja. Und berücksichtigen Sie bitte, ich war jung … und ich könnte das Geld wirklich gut gebrauchen.

Laudatio

Kann man sagen, dies ist das gleiche Niveau, wenn die Iraner nach Atomwaffen streben, wie Amerika, Frankreich, Israel, Russland? Ehud Olmert 2006

In Palästina sterben Kinder
wie bei uns Fliegen an den Scheiben,
wissend, fliehen ist gesünder;
müssen aber liegen bleiben.

In Israel wird auch gestorben,
lauter zwar, doch auch nicht besser,
wird mit reinem Blut geworben,
das man mit importierten Messern
aufs Butterbrot uns schmieren mag!

Schon redet man vom jüngsten Tag,
enthüllt ein Denkmal, küßt die Wangen,
anstatt das Denken anzufangen
über ein Ende dieser Qual.

Ein Raunen geht ganz unbefangen
hinter der Wahrheit durch den Saal:

In Palästina sterben Kinder.
Bei uns müssen die Flieger bleiben,
wissend, es ist viel gesünder,
als vom Himmel dann, in Scheiben…

Ja, dann wär es auch egal,
wer mit welchem Messer
die Leichen schält und Brote schmiert,
wer wegen wem die Kinder quält
und wer für fremden Wohlstand friert.

Schon redet man vom jüngsten Tag,
enthüllt ein Denkmal, küßt die Wangen,
anstatt das Denken anzufangen,
wie wohl der Wahnsinn enden mag.

In Palästina sterben Kinder,
doch wir lassen uns nicht stören,
lassen unsere fetten Schinder
Eide auf die Bibel schwören,
geben Massenmördern Mächte,
lassen Blut für Öl vergießen,
um dann in der Nacht der Nächte
Diktatoren zu erschießen.

In seiner Herrenmenschenrolle
wächst der Überwachungsstaat
als freiwillige Selbstkontrolle.
Schon redet man vom heißen Draht,
enthüllt ein Denkmal, küßt die Wangen,
anstatt das Denken anzufangen.

Thomas Manegold 2006

Aus Himmelsthor -

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ToM Solo?

Pressefoto zu "Morbus Animus"

Thomas Manegold (rechts)

Auftritte, bei denen ich mehr als zwei eigene Texte vorlese, sind selten geworden. Das hängt natürlich mit Periplaneta zusammen und wirft einige Fragen bezüglich meiner Pfingsten-Planung auf.  Nein, ich bin definitiv nicht auf dem Wave Gotik Treffen 2012. Ich werde nicht auflegen und auch keine Lesung machen. Am Pfingstsamstag feiere ich im Rahmen einer sogenannten Kleinkunstveranstaltung drei Jahre Periplaneta Literaturcafé.

Mit Christian von Aster und Thomas Sabottka sind zwei Periplanetaner für das Wave Gotik Treffen 2012 bereits bestätigt. Diese Veranstaltungen kann ich wirklich jedem ans Herz legen, zumal Herr Sabottka sogar einen Auftritt mit den Meysteringern absolvieren wird.

Am 29.05.2012 bin ich zu Gast bei der Lesebühne Dichtungsring in Berlin und ich werde, neben den monatlichen Veranstaltungen bei Periplaneta, im Frühsommer noch eine Sololesung in den Verlagsräumen absolvieren.

Als DJ stehen die Termine des Göttertanzes im Top Act Zapfendorf bis Ende 2012 bereits fest und ich denke, dass ich in diesem Jahr noch einmal die Kreuzmühle im Harz beschallen werde….

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Die Wüsten Geschichten

Die Wüsten Geschichten

Die Wüsten Geschichten

Der Lesebarde, Autor und Regisseur Christian von Aster macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe für seine kompromisslos “schrägen” Sachen, die sich keiner Erwartung beugen, keinem Genre unterwerfen – und die nicht in das Klischee passen wollen, in welches mancher das Gesamtkunstwerk (des) Christian von Aster einsortieren möchte. Ihn als  Camälion zu bezeichnen, wäre untertrieben, denn Herr von Aster wechselt, natürlich nur im übertragenen Sinne, die Farbe nach Lust und Laune und nie nach äußeren Gegebenheiten. Fantasy, Satire, Balladen, Schabernack, Dokumentation – all das sprudelt aus ihm heraus. In beneidenswerter Stetigkeit und Qualität…

Somit ist auch sein neuestes Werk “Die Wüsten Geschichten”, an dessen Realisierung ich teilhaben durfte, ein Original. Diesmal fröhnt Herr von Aster in Reimen und Kurzmärchen der Geschichten aus dem Orient. Und natürlich bekommt auch so mancher bekannter Protagonist aus dieser Märchen- und Sagenwelt wieder ein unnachahmliches Update spendiert. Sei es der Flaschengeist, der bei Herrn von Aster natürlich Gin heißen muss, oder Antoine Gallands berühmter Räuber  Ali Baba, über den wir von einem seiner ehemaligen Angestellten die ganze Wahrheit erfahren…

Wieder im quadratischen Format ist uns mit den “Wüsten Geschichten” einmal mehr ein Schmuckstück gelungen. Ja, es erhebt das “Kleinod” zur literarischen Kunstform. Solche Lobhudelei darf ich mir leisten, denn eigentlich habe ich diesmal nicht viel gemacht… Als Musikant konnte der unvergleichliche David C. Kery  gewonnen werden, der einige der Texte, die natürlich wieder von Christian von Aster selbst eingesprochen worden, phänomenal vertont hat.

CHRISTIAN VON ASTER: „Die Wüsten Geschichten – Die Wahrheit über Sindbad, Aladin und Co“
Geschichten, die vergessen wurden zu erzählen, vertont von David C. Kery, Buch & CD, Klappenbroschur 70 S./51 min., 13,5×13,5 cm
ISBN: 978-3-940767-89-9, Edition Drachenfliege, GLP: 13,50 € (D)

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Being Gutmensch

“Sie haben durch den Bezug von Ökostrom bereits 3400 Kilogramm CO2 gespart und so 109,25 Bäumen das Leben gerettet”, stand auf der Urkunde, die ich gerade aus dem Briefkasten gefischt hatte. Für einen Moment fühlte ich mich richtig gut. Dann dachte ich an die Dreiviertel des 110. Baumes, die ich nicht geschafft hatte. Hätte ich letztes Wochenende das Licht in der Küche brennen lassen, dann könnte dieser Baum noch leben. Ich fühlte mich schuldig.

Dabei hatte ich wegen Fukushima den Anbieter gewechselt, hab immer gedacht, das YelloStrom Atomkraftwerke betreibt. Jetzt hab ichs schwarz auf gelb, dass die Bäume verfeuern… die Schweine.

Ich frag mich, wieso wir überhaupt noch so scharf auf Libyen sind. Da gibt’s keine Bäume. Nur Erdöl. Naja, OK, unsere Autos fahren damit rum, aber auch nicht mehr lange. Bald fahren die mit Batterien aus China, die wir immer mit Strom aus Windrädern aufladen werden, die auch in China hergestellt wurden. Und wenn wir unsere Autos in Indien zusammenschrauben und von rumänischen Fernfahrern mit libyschem Diesel anliefern lassen, ergibt das eine prima CO2 Bilanz.

2010 haben wir noch Dreiviertel unseres Energiebedarfs mit fossilen Brennstoffen gedeckt und nur 10% mit erneuerbaren Energien. Jetzt sind wir schon bei über 20%. Aber komischerweise verfeuern wir mehr Erdöl und Kohle, als noch 2010. Tortendiagramme lügen, denn wir verbrauchen jedes Jahr immer mehr Strom. Auch die Energiebranche muss wachsen. Und das könnte sie nicht, wenn wir plötzlich weniger verbrauchten.

Seit dem Erdbeben in Japan haben wir nun die sichersten Kernkraftwerke der Welt. Davor waren es nur die Zweitsichersten. Wieso wir gerade jetzt aussteigen müssen, ist logisch nicht zu erklären. Die Polkappen schmelzen. Es wird überall wärmer. Und uns geht der Arsch auf Grundeis. Dabei gibt’s in Gorleben günstigere Grundstückspreise, als in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Aber wir haben plötzlich mehr Angst vor Flugzeugen, die auf strahlende Eierbecher krachen, wenn ihnen das Kerosin ausgeht, als vor Kühen, die uns zurück in die Steinzeit furzen, bevor Sie zerhechselt auf amerikanischen Weichbrötchen an uns verfüttert werden. Mehr Angst vor Krebs als vorm Untergang der Kohleabbaugebiete, die löchriger sind, als ein Schweizer Käse. Mehr Angst vor Plutonium, als vor russischen Zaren, die uns die von Gerhard Schröder verlegten Pipelines zudrehen könnten, weil ihnen gerade langweilig ist. Mehr Angst vor Cäsium als davor, dass uns die Diktatoren ausgehen, denen wir Demokratie verordnen, wenn sie ihre Diktatur nicht mehr mit Barrel bezahlen.

Seit Fukushima müssen wir deshalb erstmal die 10% Kernenergie ersetzen. Mit Wind, Wasser, Sonne – und mit erneuerbaren Energien. Also auf Deutsch: mit dem Verfeuern nachwachsender Rohstoffe. Und wenn das keine Bäume sein sollen, dann muss es Hausmüll sein oder eben Palmöl oder Mais.
Aus Blut für Öl wird Blut für Speiseöl.
Denn während ich versuche, meinen 110. Baum das Leben zu retten, indem ich alle mir verbleibenden Glühbirnen ganztags brennen lasse, verhungern in Indonesien die Bauern, die auf ihren Feldern mein Palmöl herstellen, damit die Lampen brennen können. Denn ja, es sind noch immer Öllampen, die in unseren Häusern brennen, wie vor 1000 Jahren, egal, ob wir Heatballs oder Quecksilberröhren in sie hineinschrauben.*
Ich bekomme ein schlechtes Gewissen.

Morgen gehe ich zu „Brot für die Welt“ und lasse mir ausrechnen, wieviel Geld ich spenden muss, bis in China ein Sack Reis vom Laster fällt, der dann mit subventioniertem Kerosin in die Krisengebiete eingeflogen werden kann. Aber jede Spende verkleinert wiederum meine Möglichkeit, Dinge einzukaufen, was wiederum meine Müllproduktion verkleinert, weshalb noch mehr Speiseöl eingeschifft werden muss, dass die erneuerbaren Energien ihre Prozente halten.

Vielleicht wechsle ich ja doch wieder zu diesem französischen Anbieter. Dann bekomme ich in einem Jahr eine Urkunde, auf der steht: “Sie haben im Endlagerdorf Villar de Cañas bereits 109,25 Bauern eine strahlende Zukunft ermöglicht.“ Wobei die 0,25 eben kein Viertelbauer ist, sondern die Summe aller Tumore. Da investiert man wenigstens in Europäisches Wachstum. Dank Erbschäden nachhaltig. Und wenn dann nach 10 Jahren das schlechte Gewissen wieder anklopft, kann man den Spaniern immer noch Jodtabletten spenden oder beim Bau einer Brustkrebsklinik helfen.

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Jana Volkmann “Schwimmhäute”

Jana Volkmann

Jana Volkmann

Herausragend. Einzigartig. Ja, man ist mitunter verliebt in das, was man mitgeschaffen hat. Im Falle von “Schwimmhäute” liegt das auch an der großartigen zusammenarbeit zwischen Autorin, Projektleiterin und mir. Der Kurzgeschichtenband mit CD ist nicht nur das Debüt der Berliner Autorin, sondern quasi auch das Einstandsprojekt für Nadine Heßdörfer als Projektmanagerin, und ich muss sagen, dass beide Frauen hier eine hervorragnde Arbeit abgeliefert haben. Zu allem Überfluss durften wir mit einem exzellenten Coverbild von Steve Zeidler arbeiten, das “Schwimmhäute” definitiv adelt. Inhaltlich wird der Lesende/ Hörende mit einem neuen Format konfrontiert, denn eigentlich sind die Geschichten Jana Volkmanns, wegen ihrer intensiven, mitunter düsteren Stimmung, keine typischen Lesebühnentexte, was unseren Neuzugang aber nicht davon abhält, sie in solchen Rahmen immer wieder vorzutragen. Im Interview auf Periplaneta zeigt sich, dass es sie doch noch gibt, die Menschen, die den Platz zwischen den Zeilen ausschöpfen und Kreativität als Passion verstehen. Im Falle Jana Volkmanns entsteht dabei ein Weltbild, dass einerseits gnadenlos ist, andererseits eine Bereicherung für jeden Leser darstellt. Ich oute mich als Fan!

Jana Volkmann Webseite

Jana Volkmann bei Periplaneta

Interview

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