Max OS X Lion

ToM und der Löwe

Ich hab’s getan.

Ich habe das neue Mac OS X installiert. Für mich hat die Diskussion um  Mac OS Lion damit ein Ende. Nach einer Nacht mit dem Löwen kann ich sagen: Alles Quatsch. Kein Mac OS Vista, keine schlechteren Akkulaufzeiten, keine Abstürze. Einfach nur geil.

Es dauerte keine Stunde und nach einigen Änderungen der Systemeinstellungen arbeitete das neue System genau so wie 10.6.

Wer Vollbildanwendungen und verändertes Scrolling scheiße findet, kann es einfach abstellen. Ebenso kann man Trackpad und Maus immer noch individuell einstellen, was besonders für Leute wichtig ist, die öfter noch mit anderen Rechnern arbeiten, die keine mitdenkenden Eingabegeräte haben. An das Multisuperduper Trackpad gewöhnte man sich schon bei 10.6 unglaublich schnell und kommt sich dann bei alten Trackpads immer leicht behindert vor.

Und: Endlich geht Office 2004 nicht mehr. Wunderbar. Ich hätte es nie freiwillig runtergeschmissen. Ich arbeite jetzt mit Open Office und mit Mail, Kalender und Adressbuch von Apple, statt mit meinem heißgeliebten Entourage. Und schon am zweiten Tag vermisse ich es nicht mehr… Und dass, obwohl das World Wide Web für Entourage (oder Outlook), das MS-Projektmanagement mit Mail, Kalender, Adressbuch in nur einer Anwendung, keine Alternative kennt. In vielen Foren begegnete mir das ganze Ausmaß an Overdressing und Overexposing… 🙂 Viele User haben sich wohl irgendwann einmal Office gekauft und verwendeten Entourage, weils halt dabei war, dann als simples Mailprogramm. Das ist wie Kanonen auf Spatzen(küken)… und natürlich träge… Für mich ist das Fehlen dieser Software aber eine Riesenumstellung, da ich das Projektmanagement brauche… (einfach beschrieben: Zu Projekten zusammengefasste Aufgaben und zentrale Dateiverwaltungen für solche komplexen Sachen wie Buchproduktionen…). Mozilla Thunderbird bietet ein Add On namens Lightning an, welches Kalender und Mail zwar zu einer Anwendnung zusammenfasst, aber auch nicht in der Lage ist, Projekte zu managen. Diese Alternative von Mozilla arbeitet ebenso zuverlässig, wie das im Mac OS enthaltene Dreiergespann iCal, Adressbuch und Mail. Entourage 2008 und Outlook 2011 sind keine Alternativen, zumal letzteres nur im kompletten Office-Paket enthalten ist, das ich nicht brauche. Ich brauche also noch eine Alternative zu Entourage 2004 und wäre für einen guten Rat sehr dankbar.

Die Monsteranwendungen: Die Adobe CS Suite  läuft unter Lion irgendwie schneller und auch Logic läuft rund wie ein Buslenker. Ebenso verhält es sich mit Final Cut. Die Apple Anwendungen wie iTunes, iPhoto usw. tun ihren Dienst unverändert zuverlässig. Und auch Toast Titanium 10 verkraftet Lion ohne spürbare Veränderungen. Lion versagt, wie angekündigt, die Unterstützung älterer Programme, was sich auf Anwendungen bezieht, die in der Regel mindestens 8 Jahre alt sind: MS Office-2004-Software, alte Macromedia Suiten von 2003 usw. Das System befreit sich so von Altlasten und das bekommen die neueren Anwendungen zu spüren. Schön, aber auch ein allgegenwärtiges Indiz der digitalen Schnelllebigkeit. Längst ist unser digitale Welt insgesamt unglaublich teuer geworden. Und das ist besimmt kein Apple-Phänomen.

Meine Euphorie für den Löwen werden wahrscheinlich auch nur Menschen teilen, die eine ähnlich aktuelle Hardware haben. Ich beschäftige i7 Prozessoren und 4 GB DDR3 RAM und kann also nicht für ältere Semester sprechen. Bei MacBooks mit Intel Core 2 Duo oder bei weniger RAM (bei Geräten, die noch mit 10.5 ausgeliefert wurden), wäre ich vorsichtig. Ebenso sollten User, die mit Prallels zwei oder drei Betriebssysteme beackern, mit dem Upgrade vielleicht noch etwas warten, da ich deren negative Wortmeldungen mangels Erfahrung nicht entkräften kann.

Für alle anderen kann ich folgenden Workflow empfehlen:

  • Rechner an die Steckdose, via Ethernet ans DSL anschließen oder für guten W-Lan Empfang sorgen.
  • Neustart mit Parameter-RAM Löschen, (alt-Apfel-P-R gedrückt halten bis der Rechner zum 2. Mal den Startton von sich gibt)
  • Time Machine Backup machen, Office 2004 Daten in alternative Programme importieren.
  • Noch ein Timemachine Backup machen. Paranoia schadet in dem Fall nichts.
  • Lion im AppStore kaufen und installieren.
  • Alle alten Programme, die das System nun kennzeichnet, löschen.
  • Systemeinstellungen anpassen. Rumspielen.
  • Festplatten-Dienstprogramm aufrufen, Zugriffsrechte reparieren, Softwareaktualisierung im Applemenü manuell starten.
  • Rechner so lange am Ladegerät lassen, bis sich das Spotlight wieder beruhigt. (Der kleine Punkt in der Lupe rechts oben muss verschwunden sein)
  • MacBook (Pro) User: Das Gerät einmal bis zum Ende der Akkulaufzeit ohne Netzteil benutzen und dann Akku neu laden. Seitdem zeigt meine Batterieanzeige auch wieder 100% an.

Ich bin mit Lion sehr glücklich. Alles in Allem wird es meine Arbeit positiv verändern. Ein solcher Systemwechsel bietet nämlich  immer auch einen Grund zum Neusortieren und Aufräumen. Die Zukunft hat begonnen. Bis zum nächsten Upgrade…

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Autor: Thomas Manegold

Autor, Künstler, Mediengestalter, Periplanetaner

3 Kommentare zu „Max OS X Lion“

  1. Hallo Thomas, ich bin auf diesen Beitrag gestoßen (nach einer halbwegs entnervten Googelei) und sehe, dass du in einem Punkt vor dem identischen Problem wie ich warst: „the Umstieg“. Bei mir ist er noch vieeeeeel größer, da ich noch Tiger nutze und einen IntelMac der ersten Stunde. Geschenkt, mein eigentlicher Punkt ist – wie bei dir – Entourage. Ich möchte mir ein Arbeiten ohne dieses Programm gar nicht mehr vorstellen. Jetzt habe ich erfahren, dass Outlook für Mac vieler der Features von Entourage geknickt hat, vor allem mein heißgeliebtes Projektcenter. Außerdem ist Outlook ab Mountain Lion wohl nicht mehr syncfähig.
    Ich habe wirklich keine Lust, meinen technischen Upgrade mit einem Downgrade in Produktivität zu bezahlen.
    Du hast oben geschrieben, dass du noch nach einer Alternative für Entourage suchst … ich bin wirklich neugierig: Hast du sie gefunden? Wie organisierst du deine Projekte? Auch ich bin dankbar für jeden Tipp.

    1. Sorry, ich habe diese Anfrage erst jetzt gesehen.

      Naja, die Macs sind inzwischen komplett microsoftfrei. Wir haben uns von Word ebenfalls verabschiedet und arbeiten anstatt mit Office nun mit der Software Papyrus Autor. Ersetzte aber leider kein Projektcenter 🙂 Ich arbeite unter Lion inzwischen ausschließlich mit der Mac Trinität 🙂 Adressbuch/ dem (neuen) Kalender und Mail – und ich lege für jedes Projekt einen neuen Kalender bzw. eine neue Erinnerungsliste an. Also stehen meine Projekte in der Seitenleiste als Erinnerungslisten, die ich ein und ausblenden kann. Ebenso die verschiedenen Kalender. Die Termine kommen in den Kalender, die Deadlines in die Erinnerungslisten. Da hier alle mit Macs arbeiten und unsere Projekte eher klein sind (Buch- Medienproduktion) hat das sogar Vorteile gebracht gegenüber dem alten System mit Entourage. Das alte Entourage ist mit den neuen ICS und VCF überfordert und die Syncronisierung mehrerer Calender und Google ist ein Traum. Da viele Arbeitsgruppen bereits in Facebook o.ä. Netzwerken besser funktionieren, ist Mail wunderbar. Hier lege ich mir die Ordner der Projekte von Hand an. Ich habe am Anfang auch gejammert. Aber heute würde ich Entourage nicht mehr anfassen wollen. Das alte nicht und das neue schon gar nicht. Sobald man mit „Klammern“ am Alten aufhört und sich auf das modulare System ohne fette Zentrale einlässt, wird das schon. Von Tiger auf Lion oder M-Lion wird eh ein bisschen Zeit brauchen. Aber (mit genug RAM) ist das bald schon ein tolles Arbeiten. Die haben sich wirklich was dabei gedacht, auch wenn man es bei manchen Dingen anfangs nicht glaubt.

      1. Danke für deine Antwort! Sie macht mir durchaus Mut. Ich werde es genauso probieren, vielleicht mit dem ein oder anderen Add-on für Mail. Nochmal danke für deine Einschätzung.

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