Noch´n Gedicht

TraumTod

Treuesiegel brechen immer wieder.
Blicke lodern samtweich übers Heer.
Seelenspiegel senken ihre Lider,
tragen ihre Botschaft hin zum Meer.

Klagelieder rufen ferne Winde
zu den Uferstränden dieser Stadt.
Immer wieder türmen sich die Gründe,
hoch hinaus zu fliehen nur, anstatt
zu singen mit dem Chor der Toten
Hymnen an die Nacht, die keiner stört,
statt zu ringen, um für den Despoten
Land zu halten, das ihm nicht gehört.

Statt zu sinken, um am Grund zu lauern
auf die Worte, die kein Mensch mehr weint,
will ich winken, wenn die Heuchler trauern,
von den Orten, wo die Sonne scheint,
von den Felsen über allen Heeren,
wo mein Rufen endlich wird erhört,
widerhallt im Wind, der von den Meeren
kommt und nun zum Sturme sich bekehrt.

Krieger stürmen aus den schwarzen Wellen,
wehen von den Dünen übers Land.
Kinder türmen Steine an den Stellen,
wo das Wasser seine Wege fand.

Kahle Wände brechen euer Bangen,
zerren es ins grelle Sonnenlicht.
Warme Hände an den blassen Wangen.
Eine Träne fällt mir aufs Gesicht.

(c) Thomas Manegold 2006
aus „Himmelsthor“ Lyrik aus zwei Jahrtausenden

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Autor: Thomas Manegold

Autor, Künstler, Mediengestalter, Periplanetaner

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