Säuberungsaktion.

Leistungsschutzrecht vs Pressespiegel

Im Zuge des neuen Leistungsschutzrechts und diverser Abmahnwellen, die wegen unklarer Gesetzeslage immer wieder diverse Webseiten und Blogs überrollen, habe ich vorsorglich alle Pressezitate von dieser Webseite entfernt. Da es generell nicht mehr praktikabel und nachvollziehbar ist, was beim Zitieren oder Verlinken von Texten  über das eigene Werk und die eigene Person nun noch erlaubt, geduldet oder toleriert wird oder werden kann… sind nun alle Zitate verschwunden.

Das LSR und die generellen Bemühungen, digitale Verlautbarungen zu monetarisieren, engen das Vernetzen und Interagieren immer mehr ein. Das, so wage ich mal zu behaupten, ist durchaus kein trauriger Nebeneffekt, sondern Absicht. Immer mehr Menschen haben Angst im Internet.

Thomas Manegold - Morbus Animus 2011Doch wenn ich die tollen Sätze über mein Werk, die sich ein Journalist ausgedacht hat, nicht einmal mehr zitieren darf, ohne mit einer Abmahnung rechnen zu müssen, wenn Verlage künftig nicht nur Rezensionsexemplare anfordern, sondern danach auch noch Lizenzen für die Weiterverwendung ihrer Meinung verkaufen wollen, dann steige ich als unabhängiger Einzelkämpfer einfach mal aus…

Artikel über Dich als Künstler sind längst nicht mehr so wirksam, wie vor dem Zeitalter der digitalen Medien, das heißt, man muss seine Bitten um Reflexion und Aufmerksamkeit bei der Presse immer breiter streuen, um eine immer kleinere Resonanz von immer mehr Journalisten zu bekommen, die für ihre Arbeit immer weniger Geld bekommen.

Wo die Reglementierung und Einschränkung des WWW hinführt, mag jeder für sich orakeln. Unübersehbar ist, dass unsere Gesellschaft an ihrem eigenen Fortschritt zu ersticken droht. Aber das Ganze hat auch positive Seiten: Nicht nur Presse war gestern, sondern auch Pressearbeit. Man spart ein Haufen Zeit und ein haufen Geld, wenn man Medien nicht mehr nach ihrer Meinung fragen muss, weil ihre Meinung einfach nicht mehr gefragt ist. Wenn die Menschen, für die man schreibt, sich dann auch wieder eine eigene Meinung leisten und das Medium Internet auch wieder nutzen, um sich eine eigene Meinung zu bilden, dann wird alles gut werden. Ich blicke jedenfalls der anbrechenden rezensionsfreien Zeit entspannt entgegen in eine leuchtende Zukunft.
Nicht zuletzt, weil ich hin und wieder gerne Rezensionen schreibe. Und hier hoch und heilig verspreche, Künstlern auf immer und ewig ein Zitieren oder komplettes Dublizieren meiner Rezensionen (unter Angabe meines Namens) gerne zu gestatten.

Meine Rezensionen erscheinen in den Blogs von PERIPLANETA und SUBKULTUR.

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Autor: Silbenstreif

Silbenstreif Label und Studio Berlin

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