Mavericks- Das neue Betriebssystem von Apple

Ein Laie grätet up.

Zwei Jahre habe ich die Software meines MacBook Pro fast unberührt gelassen. Damals wechselte ich auf das erste Betriebssystem, das man via Download beziehen musste: LION. Nun überraschte Apple vor ein paar Monaten mit der Info, das neue Betriebssystem 10.9. a.k.a. Mavericks kostenlos anzubieten. Die Frage ist ja dann immer, ob es für einen „alten“ Rechner immer noch tragbar ist, das neue System. Immerhin ist mein Aluhirn von Ende 2010/ Anfang 2011. Andere Rechner sind da schon zwei Mal runtergefallen oder liegen beim alten Eisen, obwohl sie ganz aus Plastik sind… Nun, ich habs getan.

Habe upgegrätet… Mavericks läuft. Problemlos. Die Monitorverwaltung ist grandios, wenn man sich daran gewöhnt hat. Die CPU tickt bei Programmen, die die viel Prozessorleistung brauchen (bei mir beispielsweise Virtual DJ) in den selben Gefilden. Will sagen, auch beim Mix von Videos leuchten da nur drei Lichtlein … sehr schön. Die Mitteilungszentrale, die alle Meldungen sammelt, ist ein Segen und macht die Zusatzsoftware Crowl und eine Kalendererweiterung weitgehend überflüssig und erleichtert das Arbeiten. Auch toll. Aber Modernisierung hat auch ihren Preis. Denn der Mac rückt mit Mavericks ein beträchtliches Stück weiter in die „Cloud“. Es wird im Workflow immer schwieriger, sich der Auslagerung seiner Dateien zu entziehen und auch die Kommunikation der Rechner untereinander hat gefälligst über die „Cloud“ zu erfolgen. Auch wenn man KEINE Paranoia hat, so gestaltet sich der Austausch beispielsweise von Bildern via iPhoto schwierig, wenn ein paar ältere Rechner im Netzwerk das Wort „Cloud“ noch nie gehört haben. Denn Apple hat im neuen iPhoto (9.5) die Funktion „Gemeinsam nutzen“ einfach mal gestrichen.

Klickt man sich ein bisschen durch das System und durch die Tutorials, trifft man auf eine ganze Reihe großartiger weiterer Neuerungen, die ein Upgrade auch dann sinnvoll machen, wenn man keine dreieinhalb Monitore verwenden will…  Der Rechner ist allerdings erst einmal, trotz seiner 4 GB RAM, viel langsamer. Also machte ich mich auf die Suche nach den Ursachen, wobei mir das Dienstprogramm „Aktivitätsanzeige“ geholfen hat, weil man damit in Echtzeit sehen kann, was ein Mausklick mit CPU Auslastung und Speicher so anstellt. Am Anfang war ich erschrocken, weil mein Speicher randvoll war, obwohl eigentlich nicht viel Zeugs gelaufen ist. Doch dann begriff ich die neue Speicherverwaltung des Betriebssystems, die dafür sorgt, dass der Speicher immer optimal genutzt wird. Schaltet man ein neues Programm hinzu, werden Kapazitäten freigeräumt, … was bei alten Rechnern wohl ein bisschen dauert. Den größten Posten, den ein Programm an Speicher schluckt, wenn man es öffnet, verursacht übrigens… nein, nicht Indesign, nein auch nicht Photoshop… sondern Firefox.

Wie kann man nun das Wissen über die Funktionsweise anwenden, auf dass der Rechner wieder so rennt wie vorher? Es empfiehlt sich zunächst vor dem Upgrade ein Start im gesicherten Modus. (Shift-Start). Nach der Installation habe ich aufgeräumt. Einige Apps und einige alte Programme getilgt. Und dann habe ich meine CS Suite auf den aktuellen Stand gebracht. (Wenn man nämlich dem Grundsatz folgt, ein System never zu touchen, wenn es runnt, dann muss man viele Aktualisierungen machen, wenn es plötzlich nur noch leidlich geht…) Und siehe da, Growl Plug in gelöscht, die olle Kalender App gelöscht, weil die neu Mitteilungszentrale jetzt der Chefplaner im Haus ist 🙂 Photoshop modernisiert und schon war der Rechner wieder fast der alte … Fast, denn wenn man schon zwei Adobe-Anwendungen laufen hat und beispielsweise Indesign noch dazu aufruft, dann braucht  das Mac Book Pro dann doch ein bisschen Zeit um sich neu zu sortieren.  Danach funktioniert aber alles reibungslos. Interessanterweise hat das Festplattendienstprogramm selbst unmittelbar nach dem Upgrade doch sehr viel Zugriffrechte zu reparieren. Die Hauptkinderkrankheit von 10.9 ist aber die extrem verlangsamte Speicherroutine und das langsamere Öffnen von Programmen, was daran liegt, dass Mavericks ständig nach Netzwerkfestplatten sucht. Dieses Symptom lässt sich sicherlich mit Fusiondrives  erfolgreich eindämmen. Löst aber das Problem nicht. Mac Life hat einen Artikel dazu veröffentlicht. Mit ein paar Befehlen im Terminal kann man das Problem beheben und sich  die 130 € Festplattenupgrade vielleicht sparen.

Fazit:

  • Mac OS 10.9 ist ein grandioses System für alle neuen Macs –  und durchaus sinnvoll bei „älteren“ Modellen mit mindestens 4 GB RAM. Wer seinen RAM dann noch aufrüstet und vielleicht einen Fusion Drive in Erwägung zieht, eine Festplatte die häufig verwendete Dateien auf eine Flashpartition auslagert, wird mit seinem Rechner noch sehr lange sehr viel Freude haben.
  • Die installierte Software sollte auf dem aktuellen Stand sein. Photoshop (und die eine oder andere App, die unter 10.7 noch lief, könnten vielleicht Zicken machen… Wenn es denn beim Start eines neuen Programms ruckelt und zuckelt, dann könnte es eine App sein, die mit dem neuen Kalender nicht kann oder sich nicht so richtig einfügen will… Das ist natürlich alles laienhaft spekuliert. Aber mir hat das Ausmisten der Systemerweiterungen und das wegwerfen einiger alter Sachen geholfen.
  • Weiterhin kann man via Terminal Mavericks Festplattensuche abschalten. >MACLIFE Artikel

Richtig fix wird Mavericks aber bei der parallelen Verwendung von vielen Programmen erst, wenn man auf 8 GB RAM +x aufrüstet und/ oder mit FusionDrives herumexperimentiert. Und mit weniger als i5 oder i7 Prozessoren und den besagten 4 GB RAM sollte mit 10.8. Mountain Lion erstmal Endstation sein. Im Periplaneta Office steht genau so ein weißer iMac (Intel Core 2 Duo) mit 3 GB RAM, und bei diesem gilt nach wie vor der Grundsatz: Never touch a RUNNING System.

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Autor: Thomas Manegold

Autor, Künstler, Mediengestalter, Periplanetaner

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