Das Gefick mit der reinen Vernunft (1)

Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Ich will in Schubladen denken können, endlich das Vorurteil erleben, das Trampelpfade asphaltieren kann und Worte ungeschehen macht, die ich nie begangen habe.
Ich will weisungsgemäß jene verurteilen, die glauben, dass sie fürs Töten in den Himmel kommen und man ihnen dort Frauen schenkt, die sie ungefragt zerficken dürfen. Und ich will einer von denen sein, die glauben, nie getötet zu haben und dass man sich für Geld alles kaufen kann – Frauen und Kinder zuerst.
Ich will Menschen trennen können wie Müll: die guten ins Kröpfchen, die schlechten in die gelben Fässer und auf die Deponie, fremde Moral zur Schau stellen vor alarmgesicherter Haustür in bunten Plastiktonnen.
Ich will denunzieren können, wie einst die gescheitelten Kinder des Dritten Reichs oder diese 283.333,333 Stasispitzel im Vierten oder die Knöllchenschreiber und Gebühreneinzugsbataillone im Fünften.
Ich will small-talken, klein-reden, Scheiße labern und Korinthen kacken.
Ich will glauben, dass man Schweine essen kann, die glücklich gestorben sind.

(Aus: „Das Gefick mit der reinen Vernunft“, HEIMATHIEBE, Release November 2016) )

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Autor: Thomas Manegold

Autor, Künstler, Mediengestalter, Periplanetaner

1 Kommentar zu „Das Gefick mit der reinen Vernunft (1)“

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