CORONA TAGEBUCH – Letzter Eintrag

Ein Gespenst geht um in Europa. Corona war nur der Anfang. Sagt zumindest Herr Gates. Und freut sich schon sehr auf den nächsten Virus, der da kommen wird.

Ich glaube ja, dass er recht hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass seine Prognosen und Warnungen, die er vor der Pandemie doziert hatte, zutreffend waren, sind und sein werden. Wir werden immer mehr und wenn wir uns nicht mit den Ursachen dieser Pandemie auseinandersetzen und diese bekämpfen, dann werden solche Ausbrüche immer häufiger kommen.

 

Allerdings mutieren Viren schon länger vor sich hin und springen auch schon länger von Spezies zu Spezies. Nur wird durch Massentierhaltung und unsere Art des Terraformings, also mit Atombomben und Brechstangen, die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns etwas einfangen, was uns und andere umbringt, immer wahrscheinlicher. Deshalb: Schuster, bleib bei Deinen Leisten, kack nicht dahin, wo Du isst und lass den Anderen genug Platz zum Kacken und Essen. Die Pandemie und die Ökologische Katastrophe sind quasi zwei Klappen, die auf die selbe Fliege eindreschen und dabei die ganze Küche zerstören.

Derweil geistert eine neue Zahl umher: „Ab unter 100 Infektionen pro Tag in Deutschland wird die Maskenpflicht wieder gelockert.“  … Vielleicht. Spätestens seitdem Wirtschaftsminister Altmaier diese neue Zahl aus dem Hut gezaubert hat, dürfte klar sein, dass die deutsche Bürokratie sich in ihrer neuen Rolle eingerichtet hat. Mit Verzückung werden individuelle Obergrenzen für Spielplatzbelegungen festgelegt, Formularien erfunden und Gesetze erlassen. Auf dem Lieblingsspielplatz meines Sohnes passen 27 Personen drauf, der andere Spielplatz ist für 78 zugelassen. Ich weiß nicht, wie man sowas ausrechnet. Life ist an Algorhythmus. Aber sich über Amazon aufregen. (Ich weiß, dass es Algorithmus heißt, aber die HeuteShow macht schlechtere Wortspiele).

Erinnern wir uns: Einst wollte man das Krankensystem nicht überlasten und machte einen Shutdown. Im übrigen ist das auch der Grund, wieso man Donald Trump auch mal recht geben muss. Was wollen die USA mit einem Shut-Down. Die haben kein medizinisches System, dass sie überlasten können. Aber wir. Und das hat, dank Putzfimmel und Ekel und Gehorsam, auch verdammt gut gehalten.

Aber aus: „Stay Fucking Home (Steht fickend daheim?)“ wurde „Open Air Or Die“. Und aus der einen Strategie wurde eine andere – wurde eine andere – wurde gar keine. Jetzt geht es um alles oder nichts. Um „Legalize it“ im Schnellverfahren und um Leber oder Tod. Immer. Drunter machen wir es nicht mehr. Der Deutsche fliegt nicht mehr zum Saufen nach Malle und zum Ficken nach Tailand. Das macht er jetzt alles daheim. Ein Albtraum für die, die schon immer daheim gesoffen und gevögelt haben. Wer entschädigt uns eigentlich?

Angst vor Ansteckung, Ekel voreinander. Kein Schweiß, der von Kellerdecken tropft, aufs Klo nur noch alleine und Konzerte nur noch vor dem 4K Bildschirm. Ok, 4K ist schon geil. Aber es ist eben nicht live. (Die Streaming-Events sind es übrigens auch nicht.- LIVE).

 

 

Der Shut-Down und seine irreparablen Folgen. Die Familie als kleinste und nunmehr einzige Zelle der Gesellschaft. Der Mensch als Konsument. Der Bildschirm als Tor zur Welt. Das Elektroauto als Sieg- und Heilsbringer und 9 Milliarden für die Lufthansa.
Mich kotzt es an. Jeden Tag mehr. Auch und vor allem die Tatsache, dass jenes angepasste, konservative, mittlerweile auch bis ins Mark selbstgerechte und triefend moralische Spießbürgerliche es mal wieder geschafft hat, als alternativlose Lebensform dazustehen.

Der Kulturschaffende hatte, neben der Selbsttherapie seiner Persönlichkeitsstörung, viele Ehrenämter, er ist für die Gesellschaft als Pädagoge, Sozialarbeiter und Inspirant tätig, er rettete die verkrachten Existenzen, die Einsamen und Hinterbliebenen. Er fing die auf, die durchgefallen waren oder nach Antworten suchten. Er schlug die Zeit tot, die wir nun alle mit uns selbst verbringen müssen. Seine Offerten an die Zukunft waren die Gegenwart von morgen.

Ohne die Paradiesvögel gibt es keine Dekaden und Jugenden, an die man sich klammern kann, wenn die Ödnis der Existenzangst und die Tristesse uns ereilt, wenn die Bestechlichkeit von unserer Jugend Besitz ergreift, wenn wir merken, dass auch wir korrupt sind und, wie jeder andere Spießbürger auch, unseren Preis haben. Wenn wir erschrecken, weil der so niedrig ist.

Und das schlimmste ist: Ohne uns gibt es keine Rebellion mehr. Das Subversive, anarchische Element in der Kunst ist vielleicht ihr Untergang. Vielleicht ist das ja der Grund, warum das mit Malle und Fußball eher ging, als das mit dem Theater und der Party.

Lernen, mit dem Virus zu leben. Ja. Wann wollen wir damit anfangen? Oder soll das jetzt das Leben sein? Ich finds schon OK, dass man vor ungeschütztem Geschlechtsverkehr einen Test machen will. Aber vor dem Essengehen? Nee… Ich will wieder Nachrichten schauen können. Ohne dass mir ein Lackaffe die immer gleichen nichtssagenden Zahlen aufs Brot schmiert und es in sehr kleinen Stücken mir in den Mund schiebt, als sei ich behindert. Unsere Qualitätsjournalie hat den 200 000ten positiven Test in Deutschland gefeiert wie ein Jubiläum. Leute, Mac Pomm ist sauber! Das wäre eine Meldung gewesen.

Der gute Bürger von morgen wird ein maskierter Arbeitnehmer sein, der das von ihm behomeoffiste Wohnungseigentum abbezahlt. Der Unterschied zu den piefigen 50er Jahren ist iPad statt Röhre oder Barth statt Erhardt. O.K., die Frau darf jetzt auch ein Mann sein. Die Weiber müssen nicht nur Kochen, Poppen und Homeskuhlen, sondern auch noch Jobben. Dafür wird gegendert und gequotet. Kann man machen. Aber wenn man das Verachten dieses Lebensentwurfes und das alternativ Leben quasi per Dekret verunmöglicht, dann ist das schlimmer, als es zu verbieten.