Das Gute im Menschen

An manchen Stellen kann man das Meer noch brüllen hören. Die Fischendlager fielen von der Küste. Die Wasser holten die Heringskälber heim und verschoben des Nachts den Strand um eine Ewigkeit, vielleicht auch zwei. Die Ents um Baumbart krallten sich tief in den Sand. Und sind dann doch fürs Mutterland gefallen.

Jetzt gehen Menschen gesenkten Hauptes am neuen Ufer Richtung Sonnenuntergang. Baumbart denkt, dass Demut sie ereilte. Ich will ihm seinen Glauben nicht nehmen und lasse den Bernstein im Sand liegen.

 

Traumstrand

Die Wellen haben die Strandkörbe gefressen und der Wind  verwischt alle Spuren mit der Präzision einer illegal beschäftigten, mysophobischen Putzfrau. Wenn man nur fünf Minuten stehenbleibt, sieht man nicht mehr, wo man hergekommen ist. Vergangenheitsüberwältigung.
Die Gänse fliegen quietschend im Kreis, flattern immer landeinwärts, um sich dann wieder über die See treiben zu lassen.
Und die letzten Kolonnen kämpfen gegen den Sturm an, werden immer langsamer, bis sie schließlich mit ihren gerenteten E-Bikes vom Deich kippen.

ToM Manegold auf dem WGT 2017

Thomas Manegold liest auf dem Wave Gotik Treffen in Leipzig.

Auch 2017 liest ToM wieder auf dem WGT. Es  sind zwei Lesungen im Haus Leipzig geplant. Als DJ für eine Göttertanz-Party steht ToM allerdings dieses Jahr gesundheitsbedingt nicht zur Verfügung. Das Kreuz mit dem Kreuz.


Sonntag, 4. Juni 2017 – 15.45 Uhr
ToM Manegold: MORBUS DEI 2.0 – Blasphemie für Anfänger und Fortgeschrittene
Haus Leipzig Elsterstraße 22, 04109 Leipzig, Deutschland (Karte)
MORBUS DEI 2.0 – Blasphemie für Anfänger und Fortgeschrittene. Neue und bewährte Geschichten und Tiraden über Götter und ihre Gläubiger. Ein Jahr zuvor nahm sich ToM dem Thema Geisteskrankheit an und referierte auf unorthodoxe Weise über Bipolarität, Neurosen und Psychosen. Der rote Faden durch diese Lesung wird das Thema Religion sein.


Montag, 5. Juni, 15:30 – 16:30 Uhr

ToM Manegold: Gespräche mit Goth
Haus Leipzig Elsterstraße 22, 04109 Leipzig, Deutschland (Karte)
Romanlesung. Deniere… Thomas Manegold liest zum letzten Mal aus dem Episodenroman „Gespräche mit Goth“ Eine vollkommen frei erfundene Geschichte über Zombies, Burn-Out, Depression und Party.
Beide Veranstaltungen finden im Rahmen des WGT statt, Eintritt also nur mit Festivalbändchen. Einlass ist eine halbe Stunde vorher. Wir bringen ein paar Bücher mit und freuen uns über jeden Besucher und jede Besucherin.

Chris Cornell ist tot!

Wieder plötzlich und unerwartet und ja, mittlerweile hat man sich irgendwie daran gewöhnt. Wieder ist einer meiner Heroen gestorben. Im zarten Alter von 52 Jahren. Chris Cornell. Einer der ganz ganz Großen. Absoluter Ausnahme-Sänger von Soundgarden, Temple Of The Dog und Audioslave.

Seit Anfang der 90er Jahre … ihr erinnert euch, damals, als Metallica aufhörten, gute Musik zu machen, sind seine Lieder ein fester Bestandteil des Soundtracks meines Lebens. In guten und in schlechten Zeiten. Bis heute.

Irgendwo zwischen 70er-Jahre-Psychedelic-Rock, Punk und Heavy Metal wuchs Ende der 80er etwas, was man später Grunge nennen sollte und was der harten Mucke nicht zuletzt auch den Weg auf die Tanzflure der Clubs ebnen sollte, die damals noch Diskos hießen. Aber so schnell, wie sie sich die Herzen der Metaller und MTV-Gucker eroberten, schossen sich die Helden auch die Birnen weg, meistens mit Heroin. Chris Cornell war einer von den wenigen großen Stars dieses beispiellosen Hypes, die das einigermaßen heil überstanden hatten. (Kurt Cobain von Nirvana oder Layne Staley von Alice in Chains ja bekanntlich nicht.) Und er war ein Sänger, dem niemand das Wasser reichen konnte.

Egal, ob mit Soundgarden („Jesus Christ Pose“, „Outshined“, „Spoon Man“, „Black Hole Sun“, „The Day I Tried To Live“ … ), Temple Of The Dog („Say Hello To Heaven“, „Hunger Strike“, „Call Me A Dog“ …) oder Audioslave ( „Cochise“, „Like a Stone“, „Show Me How to Live“, „I Am the Highway“, „Wide Awake“, „Be Yourself“ …) oder solo. All seine Projekte hatten ihre eigene Handschrift und ihre kreative Berechtigung. Obwohl Audioslave manchmal eher als Vernunftehe rüberkam, sind die Songs dieser Supergroup aus meinen DJ-Sets nicht wegzudenken. Und auch wenn Soundgarden dann doch einer Reunion nicht widerstehen konnten, haben sie dabei, im Gegensatz zu den meisten anderen Bands, eine erstaunlich gute Figur gemacht …

Chris Cornells Stimme half mir durch Krisen und über Tanzflächen, begleitete mich beim Hassen und Lieben und nachts über die Autobahnen.  Chris Cornell hat mir also sehr oft das Leben gerettet, insbesondere dann, wenn es andere Menschen mir oder anderen zur Hölle gemacht hatten.

Das Fatale ist, dass sich am Horizont weit und breit niemand findet, der so eine Lücke ansatzweise schließen könnte. Nicht für mich und auch nicht für die Musikwelt an sich, die einen ihrer besten Songschreiber, Texter und Sänger verliert.

Black hole sun, won’t you come and wash away the rain?
Eine Ära geht zu Ende.
Dankbar und traurig. ToM

 

P.S.: Und jetzt, da ich zwangsläufig  all die zahllosen Ereignisse wiedererlebe, zu denen diese abgrundtief geile Musik gelaufen ist, erinnere ich mich wieder … Chris Cornell ist auch daran schuld, das ich niemals versucht habe, in einer Band zu singen. Dafür muss die Welt ihm auf jeden Fall für alle Zeit dankbar sein. Und sie muss sich fragen, warum es trotz „Four Walled World“ oder „Say Hello To Heaven“ oder „Wooden Jesus“ so viele talentfreie Menschen versucht haben, es ihm gleichzutun.

MundWerk 8

Am Freitag sind wir wieder im Lovelite in Friedrichshain zu Gast

MundWerk

Spoken Word Gala am 12.05.17 im Lovelite Berlin.

Immer noch sind wir von der überschwänglichen Resonanz auf unseren Einstand im Lovelite geplättet. Und schon gehen wir mit MundWerk 8 in die zweite Runde.

Wir präsentieren eine Auslese exzellenter Lesebühnenliteratur, Gäste aus der Slamszene und unsere MundWerk-Autorinnen und Autoren mit ihren besten Texten. Wie es sich für eine Gala gehört. Auch die MundWerk 8 geht mit hervorragenden Gästen an den Start. Für die Spoken Word Gala, die wieder im Lovelite in Berlin Friedrichshain stattfindet, sind geladen:

Johannes Krätschell (Leseduell)
Robert Rescue (Brauseboys)
Mareike Barmeyer (Rakete 2000)
Der Jesko (Fremdgang, Schall & Rauch)
An Stimmband und Gitarre: Thomas Franz
Durch das Programm führt Gastgeber Thomas Manegold.

Freitag, 12.05.17; ab 20 Uhr Lovelite Berlin, Haasestraße 1 in Bln-Friedrichshain
Vorverkauf: 7,00 €. / Abendkasse 10,00 €. Nutzt den Vorverkauf!
TICKETS per Post

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Lesebühne: OWUL im Mai

Do. 4. Mai 2017 um 20:00
Ohne Wenn und Laber. Die monatliche nicht nur Lesebühne in der Z-Bar.

Am Donnerstag, d. 4. Mai wird im Kinosaal der Z-Bar wieder getextet, musiziert, gequatscht und improvisiert. Zudem beantwortet das OWULrakel ALLE eure Fragen

Thomas Manegold und Marien Loha werden wieder einmal mit Bastian Mayerhofer an Sitmmband und Gitarre und mit neuen Liedern begrüßen dürfen. Als weitere Sterngäste haben sich Maschenka Tobe, Mark Uriona angekündigt.

Der Eintritt ist frei, man zahlt um zu gehn.

#verlagebesuchen

DIE GANZE WAHRHEIT

Am Samstag halte ich zusammen mit den Frauen des Verlags Vorträge, schenke Bier aus und stelle Bücher vor. Acht Stunden nonstop. Im Rahmen von #verlagebesuchen bei uns im Periplaneta Literaturcafé.

Wenn man auf www.verlagebesuchen.de geht und dort den Suchbegriff „Bier“ eingibt, dann kommt da nur ein Eintrag: Periplaneta. Das hat seinen Grund. Einerseits ist das Leben im Allgemeinen und die Dummheit im Speziellen nur noch im Suff zu ertragen. Andererseits möchten wir uns als Bastion der Freidenkerei und der Kreativität präsentieren. Das Programm kann sich sehen lassen. Und wir werden alles geben und nichts verschweigen 🙂

Ja, klar ginge es auch eine Nummer kleiner, aber dann würde es uns und Dir auch weniger Spaß machen.

  • SA. 22. April 2017, ab 14:00 bei Periplaneta Berlin.
    Bier & Bücher, Tee & Texte, Neues & Nähkästchengeplauder

Im Literaturcafé des Periplaneta Verlags kannst Du Dich einen ganzen Tag lang ungezwungen vergnügen, die Augen schließen, chillen und unseren Darbietungen lauschen, Dich bei einem Kalt- oder Heißgetränk durch das Sortiment blättern – oder sogar mitmachen. Ab 14 Uhr stehen Marry, Sarah und ToM Rede und Antwort. Und zu jeder vollen Stunde gibt es Vorträge und Lesungen:

14.00 Uhr: Wie entsteht ein Buch? (Vortrag)
15.00 Uhr: „Gefallen auf dem Feld der Ehe“ (Krimi-Lesung mit Stephan Hähnel)
16.00 Uhr: Stirbt das Buch aus? (Vortrag)
17.00 Uhr: „Lämmels Syndrom oder Die fünf Dimensionen der Wahrheit“ (Lesung; Wahnsinnsgeschichten mit Mark Uriona)
18.00 Uhr: Anekdoten aus 10 Jahren Periplaneta (Nähkästchengeplauder)
20.00 Uhr – unser Verlagebesuchen-Highlight: „Herr Schlau-Schlau wird erwachsen“ & „Wirsing fürs Volk“ (Lesung & Musik; mit Lesebühnenautor Johannes Krätschell und Musik-Kabarettist Bastian Mayerhofer)

Periplaneta Team

ACHTUNG! SPEEDCOACHING!

Zudem bieten wir Dir  die Möglichkeit eines zehnminütigen Speed-Coachings. Du kannst jederzeit und ohne Reservierung bei uns vorbeischauen – nur für das Speed-Coaching ist eine Anmeldung erforderlich: lektorat@periplaneta.com

„Blumen sind zum Ficken da!“

Vision & Wahn

Lesebühne Vision und Wahn im Frühling.

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Blumen und Menschen sind sich in vielen Dingen gar nicht so unähnlich. Wahrscheinlich waren wir früher auch Blumen, bevor aus der Flora die Fauna und daraus die Affen und daraus wir hervorgegangen sind. Schließlich heißt unsere Lieblingsbeschäftigung immer noch Fortpflanzung, obwohl bei uns mittlerweile dabei überhaupt nicht gepflanzt oder gegärtnert wird. Allerdings können die Blumen Dinge, die wir bereits verlernt haben. Im Gegensatz zu uns können die sich den ganzen Aufwand mit Schminken, Berghain, Hüftschwung, PushUp und K.O.-Tropfen einfach sparen, weil sie sich selbst bestäuben können. Der Mensch versucht das zwar auch immer wieder, das mit der Selbstbestäubung, aber geklappt hat das zum letzten Mal vor 2017 Jahren irgendwo im nahen Osten.

Pflanzen unterscheidet man grob in Nackt- und Bedecktsamer. Bei Menschen sind da die Unterschiede eher fließend, denn zwischen Pyjamaschläfer und Exhibitionist haben sich während der Menschwerdung viele Mischformen herausgebildet…

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Alles neu macht der … April

Es soll ja mittlerweile wieder frostfrei da draußen sein. Liegt wahrscheinlich an dem gelben Ball am Himmel. So werde ich wohl den Gang in die Welt hinaus wagen und zwischen meinen Schreibtischtätlichkeiten und den obligatorischen Doktorspielen zu folgenden Terminen wieder als Artist zu sehen und zu hören sein:

Montag, 3. April 20:00
Lesebühne: Vision & Wahn – Periplaneta Berlin
(Gastgeber, Vorleser)
Dienstag, 4. April 20:00
Lesebühne: Dichtungsring – Laika in Neukölln
(Lyrik und Reime)

Donnerstag, 6. April 20:00
Lesebühne: OWUL – Z-Bar in Mitte
(Blasphemie und Schmähkritik)

Donnerstag, 13. April 19:30
Treffen: Die Periplanetaner – Periplaneta Berlin
(Gastgeber, Schlaumeier)

Samstag, 22. April 14:00
#Verlagebesuchen – Vorträge und Lesungen – Periplaneta Berlin
(Gastgeber, Schlaumeier, Vorleser)

P.S.: Zu Pfingsten sind zwei Lesungen im Haus Leipzig bestätigt. Ich werde aber bei keiner Party als DJ in Erscheinung treten. Das liegt am Kreuz mit meinem Kreuz. Ein Comeback in Sachen Party könnte es im Dezember geben. („Ein Comeback planen“ ist sexier als „Ein Haus bauen“ in der Lebensplanung 🙂

„Lichtsturm“ (10 Jahre Periplaneta)

Nostalgie im 10.Periplaneta Jahr. Das Buch „Morbus Animus“ wird 10. Der PoetryClip zum Buch 9. Das Rendern dieses Clips dauerte rund 8 Stunden. Das Hochladen rund 7 Stunden. Und YouTube war damals zarte 3 Jahre alt. Ach ja, an 1080p war damals natürlich auch noch nicht zu denken. Das Buch gibt es übrigens immer noch 🙂

Thomas Manegold liest „Lichtsturm“ aus Morbus Dei (Periplaneta 2007). Ein Experimentalfilm aus dem Jahr 2008 mit großen Worten und kleinen Käfern! Zeit: 6:07 min, Format: 320×180, Kamera : Marion A. Müller, Schnitt: Marion A. Müller