Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

CORONA TAGEBUCH – Letzter Eintrag

Ein Gespenst geht um in Europa. Corona war nur der Anfang. Sagt zumindest Herr Gates. Und freut sich schon sehr auf den nächsten Virus, der da kommen wird.

Ich glaube ja, dass er recht hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass seine Prognosen und Warnungen, die er vor der Pandemie doziert hatte, zutreffend waren, sind und sein werden. Wir werden immer mehr und wenn wir uns nicht mit den Ursachen dieser Pandemie auseinandersetzen und diese bekämpfen, dann werden solche Ausbrüche immer häufiger kommen.

 

Allerdings mutieren Viren schon länger vor sich hin und springen auch schon länger von Spezies zu Spezies. Nur wird durch Massentierhaltung und unsere Art des Terraformings, also mit Atombomben und Brechstangen, die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns etwas einfangen, was uns und andere umbringt, immer wahrscheinlicher. Deshalb: Schuster, bleib bei Deinen Leisten, kack nicht dahin, wo Du isst und lass den Anderen genug Platz zum Kacken und Essen. Die Pandemie und die Ökologische Katastrophe sind quasi zwei Klappen, die auf die selbe Fliege eindreschen und dabei die ganze Küche zerstören.

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 6

Katastrophen-Sudoku

Mir schwirrt der Kopf, wenn ich Nachrichten lese oder schaue. Was dabei beinahe nicht auffällt: Mir schwirrt der Kopf von den immer gleichen Zahlen. Immer noch jongliert Deutschland die Begründungen für seine Maßnahmen anhand der Anzahl der positiven Tests. Eine Zahl, die für sich genommen überhaupt nichts aussagt, wenn man nicht weiß, nach welchen Kriterien wieviele Tests durchgeführt werden. Wieviele tatsächliche Erkrankungen und wieviele stationäre und wieviele intensivmedizinische Fälle es gibt, wissen zudem die Wenigsten. Vielleicht ist das auch gut so … weil, erfahrungsgemäß die Dummheit sehr gerecht auf alle Klassen und Schichten verteilt ist … Nun eröffnen auch die sogenannten seriösen Medien ihre Artikel und Meldungen sehr gern mit Suggestivfragen in der Headline oder in der Einleitung, die dann aber sehr oft nicht beantwortet werden. Heraus kommt dabei gefährliches Halbwissen, wobei „Halb“ ein Euphemismus ist. Wenn einem aber gerade das Leben um die Ohren fliegt und man ständig mit der eigenen Angst und der Panik der anderen konfrontiert wird, muss man nehmen, was da ist …

Was passiert bei einem schweren Verlauf? Wie hoch ist das Risiko, dass mir das passiert? Darf man den Idioten, die sich nicht benehmen können, sowas an den oder, besser gesagt  IN DEN Hals wünschen? Die ersten Fragen sind Suggestivfragen, damit der Beitrag gelesen wird. Die Antwort auf die letzte Frage ist: Nein. Niemandem wünscht man das.

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 5

Ich kenne nun die Regeln, die für Essen, Shoppen, Veranstaltungen, Kinderbetreuung und Unterweisung gelten sollen… Zusammengefasst, zynischerweise, unter dem Begriff…. ich KANN es NICHT MEHR HÖREN… LOCKERUNGEN — LOCKERUNGEN, das Synonym für die Repressionen, unter denen wir die Abfuckprämien und Staatsbeteiligungen und anderen Fantastiliarden erwirtschaften sollen… Das Bewirten und Bespaßen wird nicht mehr möglich sein. Was man noch darf, kann man so nicht mehr nennen. Und es wird damit nicht möglich sein, die Unkosten des Bespaßens und Bewirtens zu decken.

Ok, ich kann selber kochen und Musikvideos schauen und mit dem Shoppen und Veranstalten kann ich auch aufhören … ich bin alt genug, ich weiß, das ich gut bin, ich brauch keine Bestätigung … ist zwar schlecht für die Wirtschaft, aber so what … Und ich war schon immer gegen Bussies und Händeschütteln … Bei den Schule- und Kita- Regeln sind wir aber mittlerweile beim Unterweisen weit vor Fröbel und Pestalozzi, nur halt ohne Prügelstrafe, angekommen … sach mal, habt ihr sie noch alle??? Kids stundenlang isolieren, ihnen die Haut von den Händen waschen … und voneinander distanzieren? Die sollen maskiert bei euch einmarschieren, niemanden und nix anfassen, außer sich selbst – und ohne menschlichen Kontakt wieder ausmarschieren??? Ich meine, das ist Folter. Kinder brauchen andere Kinder und müssen ihre Bezugspersonen und ihresgleichen sehen und anfassen können. Und die ganz Kleinen müssen ja erst soziale Wesen werden.

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 4

Mittwoch Mittag. Zur Stunde sitzen ein paar Wissenschaftler und ein paar Politiker irgendwo herum und versuchen, ein paar Dinge zu entscheiden, ohne sich festlegen zu müssen. Gut, klingt jetzt ein bisschen tendenziell kritisch – und ist auch so gemeint.  Ich habe wegen meiner Meinung darüber schon viele Freunde verloren… gut, es waren jetzt Facebook-Freunde. Aber das sind halt die einzigen, die man im Moment hat.

Auch kritiklos Befürwortende der „Maßnahmen“ bemerken langsam Sehnsüchte und psychische Auffälligkeiten, die Isolationen so verursachen.  Ich mach mir zudem Sorgen ob der Entwicklung der frühkindlichen Phase meines Sohnes. Das wird aber jene, die da gerade zusammensitzen und „entscheiden“, nicht tangieren, denn das sind alles Soziopath…ierende. Also nicht per se gestört, aber mindestens während der Ausübung ihrer Tätigkeit … ok, ich merk schon, an der Kunst des Relativierens muss ich noch arbeiten … also Soziopathen. (Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Anteil der psychisch gestörten unter den Politikern und Führern und Entscheidern … )

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 3

„When people run in circles it’s a very very mad world“, sangen einst Tears Fears. Daran denke ich, wenn ich mit den anderen Privilegierten auf den sonst leeren Straßen meine Kreise ziehe. Mittlerweile kennt man sich. Und man grüßt sich wieder… auf der Straße… IN BERLIN(!)… Das hat schon ein bisschen was von Endzeit.

Der hier kreiselnde war vor der Krise frei, schaffend, Künstler und Workaholic. Er hat bereits mehrere Systemabstürze überlebt. Der eine war der Absturz des Sozialismus, da wechselte er nach Bayern, der andere war der von Windows 98, da wechselte er zu MacOS. Er hörte Metal auf Vinyl und Grunge auf CD und legte am Ende seiner DJ Laufbahn mit MP3-Files und Konsole auf und er hat 9/11 im Fernsehen gesehen. Da lag der Anteil der Deutschen, die das Internet täglich benutzten, noch unter 18%. Pandemien kann man nicht aufhalten. 

Privilegiert bin ich, weil ich Vater bin und überall hindarf, so lange ich mein Kind mit herumschleppe. Weil das Kind getragen werden will, ist mein Aktionsradius kleiner, als es mir mein Ausweis gestattet. Andere Privilegierte sind die Menschen mit systemrelevanten Berufen (Arschkarte, keine Ferien), also beispielsweise Lieferandos, Amazonen, SupermarktkassiererInnen, Ärzte, Drogenverkäufer, KrankenpflegerInnen… Die dürfen auch frei rumlaufen, schließlich werden deren Betriebe nicht geschlossen. Saufen daheim geht, aber Beutelwechseln oder Regaleeinräumen im Homeoffice muss erst noch erfunden werden, aber ja, das wird kommen, spätestens bei der zweiten Corona-Welle und falls wir bis dahin das Internet ausgebaut haben, sagt der Altmayer.

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 2

„Mama?“, fragt der Kleine den Papa.
„Die Mama muss arbeiten. Die überlegt, wo wir Geld herbekommen.“
„Kita?“, fragt der Kleine den Papa.
„Nein, die Kita hat Ferien, die ist geschlossen.“ Für meinen Sohn wird wohl in der Grundschule der Begriff Ferien negativ belegt sein. Was jetzt nicht schlecht sein muss.
Dann zählt er noch die Vornamen derer auf, die er mit Vornamen kennt und die er seit über einer Woche nicht gesehen hat. Ich muss nicht antworten, weil wir gerade angekommen sind. Wir stehen vor der einzigen noch verbliebenen Wiese in unserem Distrikt, auf der wir regelkonform Ballspielen dürfen.

Der hier Schreibende wohnt am Rande von Berlin Prenzlauer Berg, einem Ort mit einer außergewöhnlich hohen Kinderdichte. Die sind eigentlich nicht das Problem. Aber es gibt hier naturgemäß auch viele Eltern und demzufolge Spannungen mit Menschen, die weder Kinder noch Eltern sind. Wie die meisten, die sich darüber lustig machten, ist auch er in den Augen der Anderen jetzt einer der Schlimmsten, also ein guter Vater. Er fragt sich immer, wenn diesbezügliches Erstaunen geäußert wird, was die Menschen denn erwartet hätten, wenn er Papa werden würde. Dass er seinem Sohn aus „Fight Club“ zitiert? Das ist doch vollkommen absurd.

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 1

Die Welt steht nicht mehr Kopf. Sie steht mit beiden Beinen wieder auf dem Grund. Schüttelt sich. Dafür schießt uns nun kollektiv das Blut in die Schädel. Pulsiert, macht Kopfweh. Und wir können plötzlich nicht einmal mehr selbst entscheiden, ob Ibuprofen oder Paracetamol. Uns ereilt eine Erkenntnis: Wir lagen falsch. Die ganze Zeit. Und weil wir, also „die Menschen“ im weitesten Sinne, alle falsch lagen, haben wir es nicht bemerkt.
Dabei ist nichts passiert. Wegen einer menschgemachten ansteckenden Krankheit, nämlich der Gier, und wegen eines Glaubens, nämlich, dass die Wirtschaft wuchern muss, hatte man die Bedrohung einer anderen menschgemachten ansteckenden Krankheit unterschätzt – und zu spät reagiert. So musste man nach Wochen der Beschwichtigung plötzlich die Reißleine ziehen, den Menschen die Wahrheit sagen und sie dann ein bisschen einsperren, damit sie sich nicht gegenseitig anstecken und krank werden und dann merken, dass ihr einerseits teures und andererseits kaputtgespartes Gesundheitssystem doch nicht so gut vorbereitet ist …
Menschen flogen aus ihrem Hamsterrad, Kinder aus den Aufbewahrungsanstalten, die Flieger wurden vom Himmel geholt und die Uhren angehalten.

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Weltretten oder: Euer verlogener Altruismus kotzt mich an!

ZITAT: „Ich höre es leider immer noch viel zu oft: ,Warum sollte ich denn auf dieses und jenes verzichten, wenn ALLE ANDEREN es doch auch nicht tun?‘ Auch ich finde es toll, nach Malle zu fliegen oder mich shoppend durch die Konsumtempel treiben zu lassen, aber…“

Und dann folgen die arrogantesten Verlautbarungen, die man so absondern kann: „Wir sollten Vorbild sein“, „Kleinvieh macht auch Mist“, „Wir Erstweltler müssen den Drittweltlern doch zeigen, dass man nicht auf den Tisch kackt.“, „Unseren Kindern zu liebe.“ Und man sieht erigierte Geschlechtsteile der Äffinnen und Affen, während sie sich selbstgefällig in aller Äffentlichkeit in Selbstlosigkeit baden, weil sie nur noch einmal im Jahr in einem ärmeren Land sich den Übermenschen raushängen lassen oder nur noch besiegelte Waren einkaufen.

Denn damit wir unsere Maßlosigkeit nicht merken, gibt es jetzt das Tierwohl-Label, diverse Biolabel, den grünen Punkt und den grünen Knopf – alles Erfindungen, die die Zweifler weiter Konsumieren lassen sollen. Doch der grüne Knopf sagt nur, dass die Frau, die diesen Knopf angenäht hat, auf 90 Quadratzentimetern arbeitet, statt auf den üblichen 70 Quadratzentimeter. Würde man sie wirklich gerecht bezahlen, würde sie so dick werden, dass selbst die 90 Quadratzentimeter nicht mehr reichen würden. Fairness ist das Tor zur Maßlosigkeit der Anderen. Der grüne Punkt sagt, dass Du blöder Konsument dafür bezahlt hast, dass diese Verpackung ordnungsgemäß recycelt wird. Das heißt aber nicht, dass die Tüte nicht doch einfach in Polen verbrannt wird. Weiterlesen „Weltretten oder: Euer verlogener Altruismus kotzt mich an!“

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Deutschland über allen.

Rammstein gehören zu den Helden meiner zweiten Jugend. Inzwischen ist sogar die dritte fast vorbei – und ich hatte mich schon beim Teaser gewundert, dass ich überhaupt noch einmal was Relevantes von dieser Band zu hören bekomme. Jetzt steigen allerortens die verlebten und bürgerlich gewordenen Zombies und Zombines aus den Reihenhausgräbern und verteidigen die alten Männer bis aufs Blut. Warum, wissen wir selbst nicht. Wir müssen das einfach tun. Weil wir nicht anders können. Ich wundere mich gerade auch über mich selbst. Aber Rammstein ist nunmal ein bisschen mehr als Spätpubertätseskalation und Teutonenmetal. Viel mehr.

Für die ganz Langsamen: Es geht um das Lied „Deutschland“ der deutschsprachigen Stromgitarrenmusikgruppe Rammstein:

Das Musikvideo hat zu dem Zeitpunkt, da ich den Text schreibe, über 20 Millionen Clicks. Eigentlich ist damit alles gesagt, wäre die Band nicht Rammstein und das Thema nicht  „Deutschland“. Die Band hat an PRovokation in ihrem Bestehen seit Mitte der 1990er Jahre so ziemlich alles schon durch. Und ja, auch alles richtig gemacht. Sie ist ein Superlativ und so dermaßen oft kopiert und nie erreicht worden, dass Kritik an ihrem Werk und ihrer Selbstinszenierung schon beinahe albern rüberkommt. Aber wohl auch immer eine … (ToM duckt sich) … NEIDdebatte ist.

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Ist 50 jetzt das neue 27 ?

(Zum Tod von Keith Flint 4.3.2019)

Wenn man aus dem Alter raus ist, in dem man Nachrufe auf die plötzlich und unerwartet gestorbenen Heroen seines wilden Lebens schreibt, dann ist es wohl vorbei, das wilde Leben. Oder aber man hat schon zu oft solche Trauerreden verfasst und bemerkt, dass sie sich irgendwie ähneln. Die Betroffenheit und die Phantomschmerzen sind die gleichen. Man merkt, dass die Helden vermehrt unplötzlich und erwartbar sterben und dann auch noch auffällig oft freiwillig, sei es nun so semifreiwillig, wie Slayer-Gitarrist Jeff „Heineken“ Hanneman, dessen Leber, im Nachhinein betrachtet, doch erstaunlich lange mitmachte, oder so mysteriös wie Prince und Herr Cornell, die mit der Dosierung ihrer Psychopharmaka durcheinanderkamen, oder so theatralisch wie Linkin-Park-Sänger Chester Bennington, der sich exakt ein Jahr nach Chris Cornells Tod für immer verabschiedete. Jetzt hat es The Prodigy erwischt. Frontman Keith Flint ist tot. Dabei wollte die Band diesen Sommer auf Festival Tour gehen.

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The Prodigy waren und sind meine Brücke zur Technotanzmucke. Ohne „Music For The Jilted Generation“ wäre mein Leben ganz sicher ganz anders und vor allem langweiliger verlaufen. So durfte ich diese Art von Crossover von Anfang bis Ende mitfeiern. Viele haben danach Hip Hop, Acid House, Punk, Metal, Techno, Reggae in den Mixer geworfen. Aber nur The Prodigy hat daraus, zumindest zwischen 1990 und 1997, so geile Sachen werden lassen: „Out Of Space“, „Voodoo People“, „Poison“, „Firestarter“; „Breathe“, „Smack My Bitch Up“, „Mindfields“, „Diesel Power“ … gehörten jahrelang zu meinen DJ-Playlists. Und zwar beim Mainstreampublikum genau so, wie bei den Electro- Gothic- , Metal- oder Indiepartys.

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Tag 0

„Aaah, tut das weh, ich glaube es geht los“
Sie sitzt mit versteinertem Gesicht, sich den riesigen Bauch haltend in der Küche und starrt auf eine analoge Eieruhr. Ich sehe sie skeptisch an.
„Ich teste nur, ob die Wehen schon alle fünf Minuten kommen“, sagt sie vollkommen ruhig. „Weil, wenn sie nicht wirklich alle fünf MInuten kommen, schicken sie mich wieder heim.“
„Darf ich ein Taxi rufen, oder willst Du mit der Tram fahren?“
„Mit dem Fahrrad, dass geht schon noch. Ahhh!“
Ich nutze die wehenbedingte temporäre Unzurechnungsfähigkeit und entscheide mich für das Taxi.
„Wir können uns das doch nicht l…. Aahhh.“
Das waren die kürzesten fünf Minuten meines Lebens.

Nach gefühlt einer Stunde haben wir endlich die einhundertundsechs Stufen aus dem fünften Stock überwunden.
Das Taxi ist nicht nicht da.
„Ahhhh….“ höre ich sie rufen, während die Taxizentrale am Telefon etwas von 5 Minuten faselt. Es sind die längsten 5 Minuten meines Lebens … Weiterlesen „Tag 0“

Es ist erst vorbei, wenn es zu Ende ist

Weihnachtsansprache.

2017 haben wir, also Periplaneta, also Marry, Sarah und ich, 30 (in Worten: dreißig) Werke in die Welt gesetzt. Ich danke. Marry. Sarah. Dafür und für das beste aller möglichen Leben. Ohne die beiden … gäbe es mich nicht mehr. Sie teilen meine Maxime, meine Überzeugungen und meine Definition von Glück und erfülltem Leben schon sehr lange. Und ich danke den fleißigen Assistentinnen, den Künstlerinnen und Künstlern, die sich eingebracht und den Autorinnen und Autoren, die mit uns diese Abenteuer erlebt haben. Dreißig Publikationen.

Und anno 2017 muss man sagen „trotz alledem“, denn es ist jenseits unserer erfolgreichen  Tätigkeit als Kunst- und Kulturbetrieb, jenseits der so vielen tollen Veranstaltungen, die wir zwischen dem ganzen Büchermachen auch noch gewuppt haben,  so ziemlich alles passiert, was einem nicht passieren sollte: Ich saß zwischenzeitlich schon mit einer Arschbacke im Rollstuhl. Nicht nur ich habe einen geliebten Menschen verloren. Das heißgeliebte Firmenauto hat zwei Jahre vor Ablauf des Verfallsdatums seinen Geist aufgegeben, Betriebsprüfung, Keller unter Wasser  …

Jenseits der Üblichkeiten, wie menschlichen Enttäuschungen und wirtschaftlichen Niederlagen (denn jedes Werk und jede Veranstaltung ist wie eine Wette auf ein manisch-depressives Rennpferd) und dergleichen, ist also dieses Jahr wirklich viel zu viel Scheiße passiert. Die Helden meiner ersten und zweiten Jugend starben wie die Fliegen. Die Folgen des VG-Wort Urteils, eine Bucheinstampfung …

Pressefoto zu "Morbus Animus"
ToM (rechts)

Aber, so what, „venceremos“, ich habe nie gezweifelt. Wir sind in diesem Jahr auch 10 geworden und haben sehr viel bewegt, erlebt und erreicht. Wir haben viel gelernt, sind weiter gewachsen. Unser Literaturcafé ist für immer mehr Menschen Hort und Heim geworden. Und wir haben wirklich einzigartige, grandiose Sachen produziert. Hinter unseren Werken stecken mitunter jahrelange Geschichten. Sie sind alle Inlandsproduktionen. Das heißt, für ihre Herstellung wurden Menschen ordentlich bezahlt und keine LKW um die halbe Welt geschickt. Unsere Hersteller haben alle ihre Kohle dafür von uns schon bekommen.

Jetzt beginnt die Weihnachtszeit. Wir müssen also die ganzen nicen, smoothen und cuten Dinge, die wir hergestellt haben, unter die Bäume bringen 🙂

Helft uns dabei. Und tut euch und euren Mitmenschen etwas Gutes, indem ihr wirklich originale, originelle, nachhaltige, ehrliche, schöne, wahre, gute und nicht aus Funk und Fernsehen bekannte Teile verschenkt, die schlau und lachen und weinen machen, aber eben nicht dick 🙂

Wer in Berlin weilt, kann uns 6 Tage die Woche besuchen und hier trinken und shoppen. Wir freuen uns auf euren Besuch, egal ab virtuos, virtuell oder persönlich. Denn 2018 wird es weitergehen. Mit Kunst, Kultur und Werken abseits des Gewöhnlichen. Auch wenn dann nochmals alles anders und viel verrückter werden wird, als es jetzt schon ist.

Wir lieben, was wir tun.

ToM

 

Periplaneta Online Shop

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P.S.: Und weil diesen Text, den Gesetzen des Netzwerkes folgend, Leute lesen werden, die eh schon Mitglieder der Kirche sind, möchte ich euch last but not least von Herzen danken. Für eure Unterstützung und eure Anteilnahme. Bitte teilt diesen Text.