dj-tom-manegold - subkultur

25 Jahre „Isaak“ von Janus

Eines meiner prägendsten Erlebnisse als DJ und Musikjournalist feiert dieses Jahr 25jähriges Jublilat.

1998 ist das Album „Vater“ von Janus erschienen. Sowie deren erste „Single“ „ISAAK“. Janus setzten damit neue und, wie ich finde, bis heute unerreichte Maßstäbe. Mit einem einzigartigen Crossover aus Metal, Rock, diverser Electronica und Klassik (im weitesten Sinne) setzten sie sich stilistisch zwischen alle Stühle und bestachen mit einem unglaublich guten, komplexen, wie auch kaputten Textwerk über Traumata, Krieg, Mord, Trauer und anderes Allzumenschliches …

Ich habe hernach jahrelang mein Publikum mit den meistens überlangen Janus-Werken erfolgreich malträtiert. „Bruderkuss“ … „Schwarzer Witwer“ … „Scherbengesicht“ … „Paulas Spiel“ … „Hotel Eden“ und eben zuallererst dieses hier: „ISAAK“. Jetzt, da ich Vater bin, ist es noch einmal was ganz anderes, das zu hören … after all these years.

Danke an Rig & Toby!

Die Sonne hielt sich feige hinterm Horizont versteckt,
da trat Vater in mein Zelt und hat mich aufgeweckt.
Er sagte: „Steh auf, Sohn! Uns bleibt nicht mehr viel Zeit.
Gott verlangt ein Opfer und der Weg zum Berg ist weit.“

Weiterlesen „25 Jahre „Isaak“ von Janus“
Verschlagwortet mit

Soundtrack of my Life: Jan Koch „Was mit Menschen“

Jan Koch: „Was mit Menschen“

Längst rieseln sie aus Ritzen
und sie steigen aus dem Klo
Sie schlüpfen aus gewaltigen Gelegen irgendwo
Und sie sind nicht mehr zu vertreiben
und wenn doch mal einer geht
hinterlässt er zwanzig neue
und ein stinkendes Sekret.

Eine Hymne! Ich habe Jan Koch zweil Mal live erleben dürfen. Ein grandioser Liedermacher mit phänomenalen Texten. Die CD „Im falschen Café“ gehört zu meinen Singer-Songriter-Faves.

„Herzschrittmacherin“

ToM liest „Herzschrittmacherin“ aus „Heimathiebe“

Weiterlesen „„Herzschrittmacherin““

Soundtrack of my LifE 022: Wir sind Helden

„Wir sind Helden“ haben 2000 mit ihrem Erscheinen auf der Bildfläche und mit ihrem Debüt „Die Reklamation“ 2003 die deutsche Musikszene reformiert, reanimiert, revolutioniert … Keiner hatte sowas kommen sehen. Kam aber trotzdem. Niemand hat seitdem deutschsprachige Popmusik mit mehr Inhalt gemacht. Judith Holofernes Textwerk hatte es mir schwer angetan. Über die vier Alben haben sich die Themen logischerweise geändert und einige davon haben mich auch nicht interessiert. Aber die Art, relevante Verse mit eingängigen Melodien zu Ohrwürmern zu verschmelzen und durch Haufenreime, geistreiche Wortspiele, Sinnverschränkung und Metaphern das Mitsingen zu erschweren, hat mich nachhaltig berührt. Insbesondere ihre Zeilen für die Suizidalen und chronisch Traurigen sind mir im Kopf geblieben.

Ich erkenn‘ hier nichts wieder. Alles müde und alt.
Und ich male uns beide als Umriss aus Kreide auf den Asphalt

Du erkennst mich nicht wieder. Unerkannt
hab‘ ich dann drüben im Park meine Kleider verbrannt.

Ich erkenn‘ mich nicht wieder. Nur mein Herz, das noch schlägt
Und ich hebe die Arme, um zu sehen ob die warme
Nachtluft mich trägt.

Du erkennst mich nicht wieder. Unerkannt
flieg‘ ich ans Ende der Stadt, ans Ende der Welt –
und über den Rand.

Rund zehn Jahre nach diesem Song hier war dann leider Schluss. Und weitere 10 Jahre später, also heute, ist die deutschsprachige Popmusik in einem so schlimmen Zustand, als hätte es „Die Reklamation“ nie gegeben. Kann Frau Holofernes aber nix für. Ihre Soloschreiben reichen nicht so ganz an die alten Helden heran … haben aber auch ihre Momente für die Ewigkeit, wie „Der Krieg ist vorbei“.

#wirsindhelden #judithholofernes

Periplaneta-TresenLesen TV Folge 1 out now

Periplaneta hat eine eigene Fernsehshow. Aufgenommen im Periplaneta Literaturcafé zu Berlin. Moderiert von Thomas Manegold. Hier lesen, reden und singen Periplanetanerinnen und Periplanetaner sowie andere Künstlerinnen und Künstler. In Folge 1 mit von der Party: Clint Lukas, André Ziegenmeyer, Jürgen Pönn, Christian Schmitz, Robert Rescue und Josias Ender.

UNTERSTÜTZT UNS UND DIESE SERIE UNTER https://www.patreon.com/periplaneta.

WIDER DIE MASSE

Erste Anthologie der Edition Subkultur erscheint am 08. Mai.

Am Tag der Befreiung, dem 08. Mai 2020, erscheint die erste Anthologie der Edition Subkultur Berlin.

Die erste Subkultur-Anthologie mit Geschichten und Gedichten über keimschleudernde Kleinkinder, die deutsche Fixierung auf den Allerwertesten, Anekdoten über Fastfood-Franchises und über (Alltags-)Apokalypsen. Wir schwelgen in Erinnerungen, entdecken die Unendlichkeit des Augenblicks oder springen jubelnd gemeinsam in den Abgrund.

Mit Beiträgen von René Sydow, Falk Fatal, Marion Alexa Müller, Daniel Marschall, Sascha Dinse, Kristjan Knall, Henrik Lode, Sarah Strehle, Jane Steinbrecher, Joost Renders, Matthias Niklas, Clint Lukas, Florian Langbein, Laura Alt, Holly Loose, Jan Lindner, HC Roth, Carsten Klatte, Christian Todoroski, Thomas Manegold und einem Cover von AKU!

ALT, MANEGOLD, MUELLER (HRSG.): „Wider die Masse. Subkultur-Anthologie“
1. Auflage, Mai 2020, Edition Subkultur Berlin
1. Print: Buch, Softcover, Softcover 180 S., print ISBN: 978-3-943412-96-3, GLP 12,50 €
2. Digital: E-Book, epub ISBN: 978-3-943412-97-0, GLP: 7,99 €

Soundtrack Of My Life (021 Red Hot Cili Peppers „Otherside“)

Ich schütte mein Leben in einen Papierbecher
Der Aschenbecher ist voll

und ich kotz mir die Seele aus dem Leib
Sie will wissen, ob ich mich immer noch verkaufe.
Ich muß hinüber auf die andere Seite.
Wie lange wird es noch dauern.
Wie lange werde ich noch getrennt sein.
Bitte glaube nicht, glaube nicht, dass es schlecht ist.

Soundtrack of my Life: (20 Tool „Pneuma“)

Pneuma
Reach out and beyond
Wake up remember
We are born of one breath, one word
We are all one spark, eyes full of wonder

(vom Album „Fear Inoculum“ 2019)


Soundtrack of my Life

www.manegold.de

Soundtrack of my Life: (19 Tool „Parabola“)

Dieser Körper, der mich hier hält,
erinnert mich an meine Sterblichkeit.
Umarme diesen Moment und erinnere dich.
Wir sind ewig und dieser Schmerz ist eine Illusion.

(vom Album „Lateralus“ 2002)


Soundtrack of my Life

www.manegold.de

Soundtrack of my Life ( 18 Alice in Chains „Dirt“)

Zum Todestag von Layne

Alice in Chains waren bis zum Tod ihres Leadsängers Layne Staley die Lösung aller Depressionen. Entweder es ging dir nach dieser Hölle besser – oder Du bist halt gesprungen. Ein fairer Deal.

Weiterlesen „Soundtrack of my Life ( 18 Alice in Chains „Dirt“)“

Soundtrack of my life (17 Voivod „Dimension Hatröss“ Album)

Meine Musik der 80er 🙂 Konzeptalbum. Psychedelic Prog-Punk-Jazz-Metal aus Kanada. „Dimension Hatröss“ erschien 1988, vier Jahre bevor F&J / Metallica Bassist Jason Newsted bei Voivod einstieg. Gitarrist Dennis DÀmour, der im Wesentlichen für die Songs verantwortlich ist, starb im Jahr 2005.  Das Album ist zeitlos. Sowohl musikalisch, als auch thematisch. (1988 gab es Windows 2.0. den C64 , Apple hatte gerade sowas wie ein grafische Oberfläche entwickelt und die Maus als Eingabegerät entdeckt. Das Konzept und die Gestaltung stammten von Schlagzeuger Michel Langevin.

„In der Geschichte geht’s um diesen gigantischen Teilchenbeschleuniger, der durch einen Mini-Urknall ein Mikrouniversum im Labor kreiert, in das dann der Voivod reist, um die Evolution zu studieren. Leider endet die ganze Chose in einem Krieg mit apokalyptischen Ausmaßen, woraufhin der Voivod versucht, das Experiment abzubrechen, weil es ein völliger Fehlschlag ist.“

Michel Langevin in Rock Hard Nr. 269
  • Killing Technology (1987, Noise Records)
  • Dimension Hatröss (1988, Noise Records)
  • Nothingface (1989, MCA Records)
  • Angel Rat (1991, MCA Records)
  • The Outer Limits (1993, MCA Records)

Voivod gibt es heute noch: www.voivod.com