2011- Eine kleine Utopie

2011 wird ein tolles Jahr. Die Medien verbreiten die frohe Botschaft vom Aufschwung, der „breit ist und tief verankert“. Wir Bibliophilen sind da skeptisch, denn somit beginnt das Jahr mit einer falschen Metapher. Ein Aufschwung kann nicht breit sein. Dafür müsste er wenigstens rauchen. Und tief verankert schaukelt es sich schwer. Zudem müssen wir Konsumenten beim Aufschwingen mit weniger Schwungmasse auskommen. Die Krankenkassenbeiträge, die Strompreise und die Lebensmittelpreise steigen.

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20 Jahre Mauerfall

So much wind because of so a little change…

Die herrschende Klasse transformiert das schnöde Dominospiel ins Riesenland Gullivers. Bläst auch ohne Feuerwerk Millionen in die Luft, um sich selbst zu feiern, um Wind zu machen, um die eigenen Befindlichkeiten wieder anzufachen, um sich so laut wie möglich um die eigene Sicherheit zu sorgen bei dämlichen Zapfenstreich-Ritualen. Wären Frau Merkel und Herr Gorbatschow einfach so über die einst böse Brücke flaniert, auf der vor 20 Jahren der Damm als erstes brach, hätte es im Wedding und im Prenzlauer Berg keiner mitbekommen.

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Auto, Sex und Rezession

Scheinwerfer zu periplaneta.tv  „Verkehrsprobleme“

Verkehrsprobleme sind ein ernstes Thema. Auch die häufig gestellte und nie beantwortete Frage ob wir unsere Verkehrsprobleme zu lösen imstande sind. Sehr lange haben die männlichen Menschen die ihrigen mit dem Kauf von möglichst teuren Personenkraftwagen erfolgreich kompensieren können. Die Frauen sind drauf reingefallen. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt sind sie dank Body-Mass-Index so schlank, dass man sie auch in einem Smart flachlegen kann oder sie sind dank maßloser Liebesentzugskompensation so dick, dass selbst ein siebener BMW zu klein wäre. Die Autoindustrie hat nur deshalb immer größere Autos gebaut. Nicht wegen der dicken Rohre, sondern wegen der massiven Stoßdämpfer…

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Tibet wehrt sich…

…und die Welt schweigt

Erinnert euch später dran: Wir schreiben das Jahr 2008. Mit einer massiven Militärpräsenz in Lhasa versucht China, die für mehr Unabhängigkeit protestierenden Tibeter einzuschüchtern und nach den schweren Unruhen in der tibetischen Hauptstadt für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Paramilitärische Truppen patrouillieren. Zuvor war es zu gewaltsamen Protesten in dem von China annektierten Land gekommen. Die Reaktionen darauf halten sich weltweit in Grenzen. Es gibt da offensichtlich einen Zusammenhang zwischen der Größe eines potentiellen Marktes und der Duldung von dem, was man Verbrechen nennt… Weiterlesen „Tibet wehrt sich…“

Prävention

Es gibt den Antiatomkrieg, die Vorbeugehaft, das Gedankenverbrechen… Ende 2007 ist das  Alltag im Jargon deutscher Medien. Nicht nur bei der Kühlkette von Fleisch muß man seine Unschuld beweisen, wenn irgend jemand behauptet, er habe sich am Essen vergiftet, nein… auch wenn Sie dabei erwischt werden, wie sie eine Propangasflasche aus dem Auto laden, müssen Sie erstmal beweisen, dass sie sich nur eine Tasse Kaffee auf dem Propangasherd kochen wollten… Können sie das nicht, sperrt man Sie vorsorglich ein… dann folgt ein Spießrutenlauf durch die Medien… „Mutmaßlicher Muselmaniker beim Bombenbauen ertappt. Schäuble plädiert für Größenbeschränkung von Gasflaschen auf 0,2 l“

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Bayreuth >> Berlin

Bayreuth ist mein „Babylon“… eine Stadt mit Seele, mit starker Anziehungskraft und zu gleichen Teilen zu bejubeln und zu verfluchen. Die Stadt, in der ich meinen Turm erbauen wollte und der wieder eingestürzt ist, weil er hier nicht hingehört. Jeder Mensch scheint so etwas zu haben. Der Ort, der fast schon personifiziert wird, den man mit Besitzansprüchen, wie „Mein XY“ adelt. Dann krallen sich die Orte fest. Der Turm, den man bauen wollte, stürzt nicht ein. Es hatte in nie gegeben. Man wurde nur Teil einer langsam, aber stetig wachsenden Jammerfraktion, die den Ort verflucht, an dem sie festklebt, und die ihn aber am Leben hält. Der Beitritt in jenen Club, in dem man sich die Beine abschraubt, ist wie die Einkehr in ein schönes Café mit schöner Aussicht. Weiterlesen „Bayreuth >> Berlin“