Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

CORONA TAGEBUCH – Eintrag 3

„When people run in circles it’s a very very mad world“, sangen einst Tears Fears. Daran denke ich, wenn ich mit den anderen Privilegierten auf den sonst leeren Straßen meine Kreise ziehe. Mittlerweile kennt man sich. Und man grüßt sich wieder… auf der Straße… IN BERLIN(!)… Das hat schon ein bisschen was von Endzeit.

Der hier kreiselnde war vor der Krise frei, schaffend, Künstler und Workaholic. Er hat bereits mehrere Systemabstürze überlebt. Der eine war der Absturz des Sozialismus, da wechselte er nach Bayern, der andere war der von Windows 98, da wechselte er zu MacOS. Er hörte Metal auf Vinyl und Grunge auf CD und legte am Ende seiner DJ Laufbahn mit MP3-Files und Konsole auf und er hat 9/11 im Fernsehen gesehen. Da lag der Anteil der Deutschen, die das Internet täglich benutzten, noch unter 18%. Pandemien kann man nicht aufhalten. 

Privilegiert bin ich, weil ich Vater bin und überall hindarf, so lange ich mein Kind mit herumschleppe. Weil das Kind getragen werden will, ist mein Aktionsradius kleiner, als es mir mein Ausweis gestattet. Andere Privilegierte sind die Menschen mit systemrelevanten Berufen (Arschkarte, keine Ferien), also beispielsweise Lieferandos, Amazonen, SupermarktkassiererInnen, Ärzte, Drogenverkäufer, KrankenpflegerInnen… Die dürfen auch frei rumlaufen, schließlich werden deren Betriebe nicht geschlossen. Saufen daheim geht, aber Beutelwechseln oder Regaleeinräumen im Homeoffice muss erst noch erfunden werden, aber ja, das wird kommen, spätestens bei der zweiten Corona-Welle und falls wir bis dahin das Internet ausgebaut haben, sagt der Altmayer. Apropos, Talkshowgäste gelten bestimmt auch als systemrelevant. Ohne Talkshows wäre die Gesellschaft bestimmt schon blackholesunmäßig in sich zusammengefallen. Während Söder, Spahn und Laschet die Krise an der Front für den Kampf um die Vorherrschaft in Partei und Staat instrumentalisieren, drehen die Politiker und Experten in den Gesprächsrunden und Pressekonferenzen völlig frei. Die einen wollen morgen in den Stadien Corona-Partys feiern, die anderen wollen sie eigentlich für immer leerstehen lassen. Die einstigen Bewohner der Stadien schauen sich vor lauter Verzweiflung alte Spiele im Free-TV an. Die einen prophezeien uns „italienische Verhältnisse“, die anderen warnen davor, dass die Verheirateten sich umbringen werden, wenn man die Frauen nicht shoppen und die Männer nicht endlich wieder in den Puff gehen lässt. So hält uns die viele, nun mit Sicherheitsabstand inszenierte heiße Luft noch ein bisschen am Schweben, bis sie wie eine sanfte, stumme Flatulenz aus unseren Köpfen wieder entweicht. Diese Leere gilt es dann zu füllen, mit zur Not selbsterfundenen Facebook-Challenges, Schlüpfergummis an Topflappen nähen, Kochen, Essen, Vögeln, weil in 9 Monaten ist Babyboom, schreibt die BZ … Wäre locker zu schaffen, weil man ja Homeoffice macht, aber man muss das alles auch noch streamen oder instagrammen. Heute sind wir alle Influenzer.
Und wenn schließlich, weil man halt im Krieg gegen Corona nicht verhungert, sondern fett wird, die alte Magersucht-Latenz wieder durchbricht oder einem die Decke auf den Kopf fällt, weil die Kleinkinder in der Wohnung über einem durchdrehen, geht man joggen. Wer eng anliegende Kleidung trägt und rennt, darf nämlich auch auf die Straße. „Ich habe Dinge gesehen …“ sagte einst ein Android in Bladerunner (Wieso fällt mir das jetzt ein?).

Eine Sonderform der Privilegierten sind die Hundekackhaufenaufsammler. Wer von einem Hund am Strick durch die Gegend gezerrt wird und einen Plastikmüllsack in der Tasche hat, darf auch überall hin. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Hunde nur unter Zwang auf Katzenstreu stoffwechseln. Außerdem sei das ist eines Hundes unwürdig und entspräche nicht seiner Natur. Hunde können wahrscheinlich nur kacken, wenn einer zuschaut und es dann hinerher in Geschenkpapier einwickelt. Deshalb treffe ich jeden Tag auf meiner Runde die große Frau mit dem schwarzen Hund. Mittlerweile reden wir ein bisschen. Wenn keiner zuschaut. Während ich, zum Leidwesen derer, die sich in ihrer Gartenlaube verschanzt haben, mit dem Kinderwagen emsig Furchen in die Gehwegplatten fuhr, wurde ich den Verdacht nicht los, verschiedene Menschen zu treffen, die aber immer denselben Hund dabei haben. Überhaupt sehen viele Hunde dehydriert und gehetzt aus. Wahrscheinlich haben die ganzen Hundebesitzer das Dosenravioli aus dem Netto gehortet und verfüttern es nun an ihre Vierbeiner, damit diese Durchfall bekommen und man sie an Menschen zum Gassigehen vermieten kann. Als ich die große Frau darauf anspreche, lächelt sie verschwörerisch. „Du kannst mit dem Schwarzen gern mal probelaufen“, sagt sie dann. „Sie kontrollieren dich nicht und  du kommst mit ihm auch bei der Straßensperre ohne Probleme durch.“
Ich nicke. Wenn der Kleine wieder in die Kita muss, um sich für den Herdenschutz anzustecken, werde ich ganz sicher drauf zurückkommen. Hauptsache, ich muss nicht joggen.

ToM

P.S.: Wer meinen Zynismus mag, kann gern meine Bücher kaufen und so an meinem Überleben teilhaftig werden. Wenn nicht, dann schaut euch im Gesamt-Katalog meines Verlags um. Kauft bei den Erzeugern, bei den Urhebern, denn auch wenn diese Krise für die meisten sehr schlimm ist, so bleiben am Ende die Verlage auf ihren Büchern sitzen. Der Großhandel schickt sie nämlich einfach wieder zurück, wenn die Buchhandlungen zumachen.

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 2

„Mama?“, fragt der Kleine den Papa.
„Die Mama muss arbeiten. Die überlegt, wo wir Geld herbekommen.“
„Kita?“, fragt der Kleine den Papa.
„Nein, die Kita hat Ferien, die ist geschlossen.“ Für meinen Sohn wird wohl in der Grundschule der Begriff Ferien negativ belegt sein. Was jetzt nicht schlecht sein muss.
Dann zählt er noch die Vornamen derer auf, die er mit Vornamen kennt und die er seit über einer Woche nicht gesehen hat. Ich muss nicht antworten, weil wir gerade angekommen sind. Wir stehen vor der einzigen noch verbliebenen Wiese in unserem Distrikt, auf der wir regelkonform Ballspielen dürfen.

Der hier Schreibende wohnt am Rande von Berlin Prenzlauer Berg, einem Ort mit einer außergewöhnlich hohen Kinderdichte. Die sind eigentlich nicht das Problem. Aber es gibt hier naturgemäß auch viele Eltern und demzufolge Spannungen mit Menschen, die weder Kinder noch Eltern sind. Wie die meisten, die sich darüber lustig machten, ist auch er in den Augen der Anderen jetzt einer der Schlimmsten, also ein guter Vater. Er fragt sich immer, wenn diesbezügliches Erstaunen geäußert wird, was die Menschen denn erwartet hätten, wenn er Papa werden würde. Dass er seinem Sohn aus „Fight Club“ zitiert? Das ist doch vollkommen absurd.

Ja, ich gehe mit meinem Sohn (22 Monate) spazieren und ballspielen. Allerdings gehe ich mit ihm mittlerweile an Orte, die ich vor Kriegsb … Beginn der Maßnahmen zumindest mit ihm gemieden habe. Aber alle Spielplätze sind geschlossen. Weil ja alle, die dort Spaß hätten, auf einmal dort wären, weil sie ja alle daheim sein müssen und ihnen nix anderes übrig bliebe, als … schließlich haben sie alle Zeit, so wie ich, seitdem der Buchhandel komplett zusammengebrochen ist und Lesungen nur noch live from the Homeoffice möglich sind.
Das hatte also die Band „Wir sind Helden“ damals gemeint, als sie sang: „Dies ist das  Land der begrenzten Unmöglichkeiten“. Da soll mal einer sagen, dass deutsche Popmusik nicht visionär war – früher.
Jetzt teilen wir uns halt die eine Wiese mit all den anderen Eltern, deren Kindern, den Junkies, den Partypeople, den Hunden und denen, die sie besitzen. Mein Sohn buddelt im Dreck, weil er Sand und Staub noch nicht unterscheiden kann, er tritt beim Ballspielen in Hundekacka, er balanciert über bierverklebte Mauern und sammelt Kippenstummel und Kronkorken auf, wenn man mal nicht hinschaut. Aber das ist ein Risiko, dass ich eingehen muss, weil ich eben so sozialisiert bin. Mir wurde beigebracht, dass nichts befreiender und gesünder und kinderfreundlicher ist, als das Spielen an der frischen Luft. Und unser Sohn dreht sowieso nach einem Tag allein mit mir in der Wohnung vollkommen durch. Was ich und auch eine Reihe anderer Menschen, die das hier lesen, gut nachvollziehen können.
Aber alle Kinder, die in Wohnungen hocken, werden fibbelig und seuchenanfällig, Kinder die draußen spielen haben ein gutes Immunsystem und rote Bäckchen. Und in Zeiten wie diesen ist es für Groß und Klein eine sehr gute Idee, wenn man gesund bleibt.

Seit die Spielgeräte mit rotweißem, raschelndem Absperrband geschmückt sind, interessiert der Kleine sich sehr für sie. Das wäre auch nicht schlimm, wenn nicht andauernd jemand aus dem Off brüllen würde, dass ich meinen Balg da wegtun soll, sonst würde man „die Bullen“ rufen.
Und so muss ich mich in die Flugbahnen von Frisbeescheiben und Styroporflugzeugen werfen, aufpassen, dass mein Sohn nicht in die Scherben aus besseren Tagen fällt oder von einem Siebenjährigen mit dem Roller überfahren wird. Und immer dann, wenn er verträumt und neidisch auf eines dieser Spielzeuge schaut, die geiler sind, als sein Ball, dann sage ich ihm: „Mein Sohn, alles was Du besitzt, besitzt irgendwann dich.“

Er schaut skeptisch. Dann lacht er, gebietet mir, ihn auf den Arm zu nehmen und wir reiten gemeinsam in den Sonnenuntergang. In der Ferne heult ein Zug, es könnten aber auch schon die Wölfe aus MacPomm sein. Daheim werden wir die Mama vor ihrem Rechner sitzend vorfinden. Lächelnd, aber besorgt. Und eines Tages wird der nicht mehr ganz so Kleene dann sagen: „Mach dir keen Kopp, erst wenn wa alles verloren haben, ham wa och die Freiheit, alles zu tun.“

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P.S.: Wer diesen kleinen Rebellen mag, kann gern meine Bücher kaufen und so an seinem Überleben teilhaftig werden. Wenn nicht, dann schaut euch im Gesamt-Katalog meines Verlags um.  Bücher sind ein Lebensmittel. 🙂

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CORONA TAGEBUCH – Eintrag 1

Die Welt steht nicht mehr Kopf. Sie steht mit beiden Beinen wieder auf dem Grund. Schüttelt sich. Dafür schießt uns nun kollektiv das Blut in die Schädel. Pulsiert, macht Kopfweh. Und wir können plötzlich nicht einmal mehr selbst entscheiden, ob Ibuprofen oder Paracetamol. Uns ereilt eine Erkenntnis: Wir lagen falsch. Die ganze Zeit. Und weil wir, also „die Menschen“ im weitesten Sinne, alle falsch lagen, haben wir es nicht bemerkt.
Dabei ist nichts passiert. Wegen einer menschgemachten ansteckenden Krankheit, nämlich der Gier, und wegen eines Glaubens, nämlich, dass die Wirtschaft wuchern muss, hatte man die Bedrohung einer anderen menschgemachten ansteckenden Krankheit unterschätzt – und zu spät reagiert. So musste man nach Wochen der Beschwichtigung plötzlich die Reißleine ziehen, den Menschen die Wahrheit sagen und sie dann ein bisschen einsperren, damit sie sich nicht gegenseitig anstecken und krank werden und dann merken, dass ihr einerseits teures und andererseits kaputtgespartes Gesundheitssystem doch nicht so gut vorbereitet ist …
Menschen flogen aus ihrem Hamsterrad, Kinder aus den Aufbewahrungsanstalten, die Flieger wurden vom Himmel geholt und die Uhren angehalten.

Der sich hier windet im Anblick des verordneten Dort-Draußens ist einer der vielen freidrehenden Kreativen Berlins. Er heißt ToM, ist Papa eines knapp 2 Jahre alten Sohnes und hatte sich mit Haut, den restlich verbliebenen Haaren und der nicht vorhandenen Seele einem Verlag und einer Community namens Periplaneta verschrieben. Im dreizehnten Jahr dieser beispiellosen Selbstausbeuter-Erfolgsgeschichte schlug er dann ein, der Komet, den keiner kommen sah und der die inzwischen in die Jahre gekommene Branche der Geschichtenerzähler und -aufschreiber sauriergleich vom Erdboden der kapitalistischen Weltordnung tilgte. Und während nun die Kulturbranche (was für ein herrliches Oxymoron) im Internet final vor sich hinglimmt, dachte er sich, dass es vielleicht an der Zeit sei, mit dem Aufhören aufzuhören. Er ist sich der traurigen Tatsache bewusst, dass er nicht selbst entschieden hat, wieder mit dem Eigentlichen anzufangen, nämlich selbst zu Schaffen, anstatt es den Anderen zu ermöglichen. Nein, man hat ihm sein Tun per Dekret verunmöglicht. Zwar steht die ganze Gesellschaft still, doch nichts stirbt schneller an der verordneten Asozialisierung, als die sozialisierenden Berufe. Die Einen an Überlastung, die Anderen am Totalausfall. Zu Letzteren zählt sein Arbeitsfeld, die brotlose Kunst.

Nach der ersten Woche dämmert es den einstigen Göttern, dass da zuvor etwas komplett aus dem Ruder lief. Missversteh mich nicht, ich zweifle keineswegs daran, dass wir früher oder später wieder genau da weitermachen werden wollen, wo wir aufgehört haben. Aber bis es soweit ist, haben wir wieder ein Interim. Klar, wir werden auch dieses wieder Vergeigen, so wie wir das nach den Weltkriegen und das nach dem Mauerfall vergeigt haben. Aber bis dahin ist erst einmal alles anders. Ein Virus schafft etwas, woran alle Bewegungen zwischen 68er und Fridays 4 Future gescheitert sind: Es zwingt uns, aufzuhören.

Bis vor einer Woche war uns nicht klar, dass man Social Distancing verordnen kann. Oder dass es da überhaupt noch was zu verordnen gäbe. Das soziale Miteinander war davor schon freiwillig beschränkt aufs Konsumieren, Zeittotschlagen und dem Sich-gegenseitig-übers-Ohr-hauen. Zumindest hatten wir alle den Eindruck. Seitdem aber unsere Lebensinhalte eingeschränkt und alles andere verboten ist, merken wir, dass wir gar nicht die Arschlöcher sind, die wir immer zu sein vorgegeben haben. Am Anfang haben uns die Reglementierungen beim Konsumieren, Zeittotschlagen und dem Sich-gegenseitig-übers-Ohr-hauen hart getroffen, ja zuweilen Angst und Panik ausgelöst. Jetzt aber, da der Schmerz nachlässt, hebt ein Erinnern unsere Schädeldecken an wie ein goldener Schuss.
Und versteh mich nicht falsch, mir ist bewusst, dass das Ausknipsen unserer schlechten Angewohnheiten nur ein Aspekt dieser Krise ist. Immerhin geht es in meinem Leben jetzt wahrscheinlich nur um meine wirtschaftliche Existenz. Bei anderen geht es um das Leben an sich. Ich kenne erstaunlich viele Menschen, die nicht über 70 – und deren Leben von diesem Virus bedroht sind. Die Angst haben müssen. Dass ich sie kenne, ist mir aber auch erst jetzt bewusst geworden. Was zum Geier haben die mit uns gemacht? Die da oben. Was ist aus uns geworden? (Wichtig: Zwinkersmiley)

Oder ist es nicht einfach an der Zeit, sich zu fragen: Warum habe ich mir das angetan? Gegen die kollektive Antwort auf diese Frage wäre der Crash der Börsen und der Tod von ein paar Branchen ganz sicher ein Kindergeburtstag. Also, ihr Menschen, Füße auf die Erde und die Köpfe hoch. Und guckt doch mal in den erstaunlich blauen Himmel.

ToM

P.S.: Wer meinen Zynismus mag, kann gern meine Bücher kaufen und so an meinem Überleben teilhaftig werden. Wenn nicht, dann schaut euch im Gesamt-Katalog meines Verlags um. Und bitte: Kauft bei den Guten 🙂

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Frühlingsbücher bei Periplaneta.

Wir waren fleißig. Sieben Werke haben wir seit dem Jahreswechsel vollbracht. Pünktlich zum Frühlingsanfang sind die neuen Periplaneta-Bücher fertig. Und wir auch.

Denn die Buchmesse in Leipzig findet dieses Jahr wegen der neuen Seuche nicht statt. Das ist sehr schade. Wir haben viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt. Und sagen wir mal so: Die Art, wie sie abgesagt wurde, hat bei allen die Schäden maximiert. Wir hätten wieder ordentlich was geboten: Coole Bücher, Bier am Mittag, TresenLesen am großen Verlagsstand und Lesungen auf der Bühne der Jungen Verlage … Insgesamt wären über 20 KünstlerInnen und MitarbeiterInnen damit beschäftigt gewesen. Diese haben nun das Wochenende Pause, denn auch an den digitalen Übersprungshandlungen beteiligen wir uns nicht.

Vielmehr überlegen wir uns nun mittel- bis längerfristig funktionierende geeignete Konzepte für uns, denn wir wissen mittlerweile, dass uns die Corona-Krise hart treffen wird. Weil wir nämlich ein Live-Verlag sind. Und weil wir das auch bleiben wollen, werden wir in unserem Literaturcafé zu Berlin auch ganz normal weitermachen. Klar mit der gebotenen Vorsicht. Aber unser TresenLesen wird hier, so das Virus und die Besucher es wollen, auch weiterhin stattfinden.

Letztendlich sind Messeauftritte, Lesungen und diverse Internet-Aktivitäten von Verlagen Maßnahmen, die alle ein und dasselbe Ziel haben. Nämlich Bücher zu verkaufen. Und das ist auch das Einzige, was die Kulturbetriebe retten wird. Sie müssen anderweitig Verkäufe generieren, wenn es durch öffentliche Auftritte eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Auf dass also nicht das Fernsehen, sondern das Buch in diesen Zeiten eine Renaissance erfahren wird 🙂

Hier also die sensationellen Neuheiten, die Leipzig nun verpasst. Kann man alle jetzt kaufen:


EBERHARD KLEINSCHMIDT: „Der wandernde Dichter“

Cover "Der wandernde Dichter" (Strichzeichnung Autorenporträt)

Eberhard Kleinschmidt ist Slam Poet, ein wandernder Dichter, der sich auf Bühnen einem Publikum und einem Wettbewerb mit anderen Dichtern stellt. Er selbst sieht sich in der Tradition der fahrenden Sänger, die einst von Burg zu Burg zogen und ihre Botschaften und Geschichten unters Volk brachten. Eberhard Kleinschmidt hat viel zu erzählen, denn er ist inzwischen achtzig Jahre alt. Damit ist er wahrscheinlich der älteste aktive Slammer Deutschlands, was allerdings auf einem Poetry Slam bemerkenswert egal ist.

  • Edition MundWerk, ca. 140 S.
  • print ISBN: 978-3-95996-170-7
  • epub ISBN: 978-3-95996-171-4
  • Softcover, Azw3, Mobi und Epub
  • Bei Periplaneta

SILVIA KLEIN: „Nachts sind alle Gedanken grau“.

Cover "Nachts sind alle Gedanken grau" (Zeichnerpuppe in einem Bett)

Callie zieht für ihr Studium nach Amsterdam. Sie will dort ein neues Leben beginnen. Doch zwischen Unistress, Nebenjob und neuen Freundschaften muss sie feststellen, dass es nicht so einfach ist, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen – seien es andere Personen oder die eigenen Prägungen und Abgründe. Ein dramatische Geschichte über Vergangenheitsbewältigung, Depression und über die Liebe. Ein Beziehungs- und Selbstfindungsroman.

  • Edition Periplaneta, ca. 234 Seiten
  • print ISBN: 978-3-95996-164-6
  • epub ISBN: 978-3-95996-165-3
  • Großformatige, hochwertige Klappenbroschur, Azw3, Mobi und Epub
  • Bei Periplaneta

JOOST RENDERS: „Hop On Hop Off“ Eine Stadt, viele Katastrophen.

Cover "Hop On, Hop Off" -periplanetaAufstrebende Rechtsanwältinnen treffen auf ausgemergelte Berliner Junkie-Omas. Dicke Touristen aus der Provinz begegnen geflüchteten Neu-Berlinern. Aufmüpfige Feministinnen arbeiten im Dirndl-Kleid in bayerischen Biergärten und gescheiterte Schauspieler landen im Knast. Gnadenlos beschreibt Joost Renders in seinem Episodenroman das Chaos der Hauptstadt und karikiert ihre Insassen mit viel Insiderwissen und schwarzem Humor. Ein Berlin-Buch, was selbst im Meer der Berlin-Bücher einzigartig ist.

  • Edition Subkultur, ca. 396 S.
  • print ISBN: 978-3-943412-87-1
  • epub ISBN: 978-3-943412-88-8
  • Softcover, Azw3, Mobi und Epub
  • Bei Periplaneta

KRISTJAN KNALL: „Heldenhass – Das Böse siegt immer und das ist auch gut so“

Cover "Heldenhass", Kristjan Knall als Jesus StatueKristjan Knall ist berüchtigt für seine kritischen Bücher mit Fußnoten. Dieses Mal lässt der Mann mit der Fellmütze seinen Hass nicht an lebenden Berlinern, sondern an den (meistens toten) Helden unserer Gesellschaft aus. Ob Gandhi, Martin Luther, Mutter Teresa oder Henry Ford. Knall deckt auf, wie viel Dreck die Gefeierten und Glorifizierten am Stecken hatten.
Als Bonus erzählt Kristjan Knall dann noch von diversen Anti-Helden unserer Gesellschaft, also den „Bösen“. Auch dabei macht er es sich nicht einfach, denn: „Man kann nicht die ganze Zeit das pure Böse verkörpern. Ab und zu will man ein Eis essen, mit den Kindern spielen, kacken. Selbst die Bösesten sind Menschen wie wir.“

Lach- und Sachgeschichten über das allgegenwärtige Grauen, die Ambivalenz von Gut und Böse und das Absolute im Wahnsinn und der kollektiven Dummheit.

  • Edition Subkultur
  • print ISBN: 978-3-943412-89-5
  • epub ISBN: 978-3-943412-90-1o
  • Softcover, Azw3, Mobi und Epub
  • Bei Periplaneta

HEIDI LEHMANN: „Bienenjunge“

Cover "Bienenjunge" (Kolibri)Cosmas ist Autist. Sein Vater Kai versucht, ihm ein erfülltes Leben zu ermöglichen, während Cosmas’ Mutter Jorinde die Behinderung ihres Sohnes nicht wahrhaben will. So hat Kai das Gefühl, dass er sich allein den Problemen stellen muss, die zwar alle Eltern haben, die aber durch die Eigenheiten seines Sohnes verstärkt werden. Nur bei der Künstlerin Lilith findet er Rückhalt. Doch als Cosmas eingeschult werden soll, eskalieren die familiären und gesellschaftlichen Konflikte. Eine Geschichte über Familie, Liebe, Inklusion und über den Kampf für ein gutes Leben.

  • print ISBN: 978-3-95996-174-5
  • epub ISBN: 978-3-95996-175-2
  • Großformatige, hochwertige Klappenbroschur, Azw3, Mobi und Epub
  • Bei Periplaneta

KLAUS UNGERER: Ist Frühling. Muss schön sein.

Ist Frühling. Muss schön sein. CoverMiniaturen aus zwei Jahrtausenden. Kolumnen, Kurzgeschichten und groteske Kurzmeldungen. „Ist Frühling. Muss schön sein.“ erzählt vom Leben und vom Staunen auf einer immer heißer werdenden Erdkugel und zaubert Betroffenen wie Unbeteiligten trotz allem real existierenden Quatsch ein sonniges Lächeln ins Gesicht.

  • Edition MundWerk, ca. 154 S.
  • print ISBN: 978-3-95996-179-0
  • epub ISBN: 978-3-95996-180-6
  • Hochwertige Klappenbroschur, Azw3, Mobi und Epub
  • Bei Periplaneta

BARBARA FISCHER: „Freyja“ Baumweltensaga II

Barbara Fischer "Freyja" Das zweite Baumweltensaga-Buch.Mit „Freyja“ geht der Kampf gegen die drohende Zerstörung in die nächste Runde. Ein sagenhaftes Epos voller Magie, unvorhersehbarer Wendungen, Fabelwesen aus aller Welt, voller göttlichem Humor und nerviger Zwerge. Das Cover wurde einmal mehr von Holger Much gestaltet. Wie schon die erste Baumweltensaga „Lilith“, so kommt auch „Freyja“ als limitierte, hochwertige Klappenbroschur inklusive E-Book inside.

  • Edition Drachenfliege, ca. 258 S.
  • print ISBN: 978-3-95996-149-3
  • epub ISBN: 978-3-95996-150-9
  • Hochwertige Klappenbroschur, Azw3, Mobi und Epub
  • Bei Periplaneta

Bücher, die anders sind (auch als E-Book oder Kindle) gibt es bei: www.periplaneta.com