Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

2017 – Eine Vorschau

Weil alles zurückblickt, ein Blick in die Zukunft.

2017 wird ein tolles Jahr. Frau Merkel wird mit Hilfe der Grünen und der SPD wieder Bundeskanzlerin. Und ein Möschdegärngöbbels wird auf einem totsanierten Marktplatz irgendwo in Sachsen stehen und die sich im Regen langsam auflösende Mengele fragen: „Wollt ihr den totalen Krieg?“

Die AfD wird mit über 25% der Stimmen in den Bundestag einziehen. Und jenseits unserer Grenzen werden in mit unseren noch unbezahlten Steuergeldern erbauten Konzentationslagern Menschen die Beine breit machen, um an der osmanischen Security vorbeizudürfen – hinein in die große Freiheit, in den größten Knast der Welt, in die Festung Europa.

2017 wird wieder eine ganze Horde Künstler wegsterben. Einige sogar an den Folgen ihres ausschweifenden Lebens. Ein paar werden wir vielleicht sogar vermissen. Die Anzahl der Kriegsopfer wird in etwa gleichbleiben. Vielleicht sogar ein bisschen zurückgehen. 15% Wirtschaftswachstum sind auf Dauer einfach nicht zu halten. Es werden Menschen ertrinken, im Mittelmeer, im Atlantik, in Unwettern und Tsunamis – und wir werden nichts dagegen tun.

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Bipolar und Spaß dabei - periplaneta

„BiPolar und Spaß dabei“

Ein neuer Text – live vorgetragen in Leipzig und Berlin.

Inmitten der Turbulenzen zwischen eigenen körperlichen Gebrechen und dem allgegenwärtigen geistigen Erbrochenen einer durch und durch geistlosen und bulimischen Welt entfleuchte meinem kranken Kopf ein sehr gesunder Gedanke.

Befreit vom Drange, ein weiteres virtuoses Produkt auf die virtuelle Müllhalde zu werfen, überkam mich das Bedürfnis, etwas zu sagen. Etwas, das noch nicht aufgeschrieben ist und auch nicht, wie sonst üblich, nach dem Event zum Kauf feilgeboten wird.

Es wird um Freiheit, Wahrheit, Liebe und Schmerz gehen. Und darum, wie diese paranoide, hysterische, gesichtslose, anonyme, selbstgerechte, opportune, überfressene, demoralisierte, unfassbar gierige und dumme Masse Menschen aussieht, wenn man den Kopf weit oben in den Wolken hat, während man bis zum Hals im Schlamm steht …

Naja …  vielleicht auch … darüber, wie unfassbar geil dieses Mango-Himbeer-Softeis war, oder damals … das letzte Tool-Album… und wie ergreifend es sein kann, einen  Marienkäfer zu retten… und dass wir uns alle bitte liebhaben sollen … und wie schön damals dieser eine unbeschreibliche Moment war, als …

… als diese falsche Schla… nge mich verraten und verlassen hat und sich der Himmel kreischend über mir zusammenkrümmte.

… und darüber, wie im Affekt jede Befindlichkeit zerbröselt und nicht einmal der vierte Weltkrieg imstande wäre, den Menschenrest vom Sofa zu bewegen.

Ein „Dazwischen“ wird es nicht geben. „Dazwischen“ ist laaaaangweilig. Und verrückt sind immer die anderen.

Am Sonntag, den 15. Mai werde ich, erfüllt mit derlei Gedankengut, im Haus Leipzig auftreten. Im Rahmen des Wave Gotik Treffens. Und am 20. Mai in meiner Homebase, im  Periplaneta Literaturcafé Berlin.

Und danach gern auch woanders.

Seid gespannt, ich bin es auch.

THOMAS MANEGOLD
„BIPOLAR UND SPASS DABEI“
VERRÜCKT SIND IMMER DIE ANDEREN

tom manegold - periplaneta

Reden und reden lassen

„Nicht die Muttersprache ist in Gefahr oder die christlichen Werte oder die Unschuld der dreizehnjährigen Bitch im Kinderzimmer nebenan. Sondern unser aufgeklärtes, wissenschaftlich orientiertes, fragiles Konstrukt von Freiheit, Kultur und Fortschritt. Egal wer den gegenwärtigen Krieg gewinnt, wenn der zu Ende ist, wird die Erde wieder eine Scheibe sein. Und die Überlebenden dumm wie Toastbrot.“

 Am 30. Oktober präsentieren Thomas Manegold, Gary Flanell, Mikis Wesensbitter, Imke Kubin und Guido Kreutzmüller Literatur und Musik abseits des Mainstreams.

Die Edition Subkultur veröffentlicht Independent-Literatur und Musik. Zwischen subtil und subversiv ist alles dabei – witzig, schräg und jenseits jener Schubladen, in die man “Szeneliteratur” so gerne einsortiert.

30.10.2015 @ 20:00 – 22:00:Periplaneta Literaturcafé Berlin
Bornholmer Straße 81A10439 Berlin

Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Die Kränkungen des weißen Mannes (1)

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Dummheit macht mich aggressiv. Je blöder der Mob, desto gröber sind dann meine Kommentare. Aber manchmal bin auch ich sprachlos. Bei den versuchten Lebendfeuerbestattungen im Osten Deutschlands, die sie in den Nachrichten ohne Altersbeschränkungen zeigten, beispielsweise. Horden lobotomierter Affen zünden Gebäude an und verprügeln Menschen. Die Polizei sieht zu. Und die Regierung beschränkt sich aufs Labern. Eine Ursachenforschung:
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Häuser brennen. Dicke Menschen haben wieder Angst zu verhungern. Rufen „Deutschland den Deutschen” und „Wir sind das Volk”. Ist das eine Eskalation von sogenanntem Patriotismus, von emotionaler Verbundenheit mit der eigenen Nation, die sogenannte Vaterlandsliebe? In Zeiten von Gazprom gegen Shell, statt Deutschland gegen Frankreich? Man ist stolz auf irgendein kulturelles, ethnisches oder politisches Klischee, das einen als Volk definiert.
Ich wüsste nicht, was das in meinem Fall sein könnte. Worauf kann man stolz sein – als Thüringer. Auf die Wurst wahrscheinlich … Aber als Gesamtdeutscher?
Ethnisch, naja, ich weiß nicht. Die Skandinavier sind blonder, die Engländer reden besser, die Italiener riechen besser, die Slawen sind besser im Bett. Wie sonst erklärt sich, dass sich die Missachteten als letztes Mittel Wasserstoffperoxid in die Haare schmieren, dass wir zu unseren tragbaren Telefonen Handys und zu unseren Rucksäcken Bodybags sagen, uns Versace über den Kopf kippen und in den Puffs dieser Nation trotz Wasserstoffperoxid so selten deutsche Frauen arbeiten? Weiterlesen „Die Kränkungen des weißen Mannes (1)“

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Betroffenheitsbulimie

Polemische Ergüsse gegen Ignoranz, Dummheit und Armleuchter.
„Was sagst Du denn zu Pegida?“
„Zu was?“
„Na zu den Rassismusdemos in Dresden?“
„Nix“
„Es ist Dir also egal?“
„Nein, ist es nicht, aber ich gehöre zur schweigenden Minderheit.“
„Ihr Schweine seid die schlimmsten. Alle berichten darüber und Du hast keine Meinung?“
„Ich will nur nicht drüber reden.“
headfeed„Aber PEGIDA ist in der Medienlandschaft DAS Thema!“
„Genau deshalb. Lass uns doch drüber reden, was Du alles so zu Weihnachten gekauft hast.“
„Willst Du mich verarschen?“
„Dann lass uns über das Plastik im Meer reden oder über unsere Außenpolitik oder darüber, wieviel Sprit die Merkel bislang für die Umwelt und die Energiewende verflogen hat… und was man alles hätte damit machen können.“
„Du schaust also weg, wenn 17 000 Leute fremdenfeindliche Transparente schwingen?“
„Nee … ich schau nicht hin … „
„… so wie damals, als auch alle weggesehen haben, dann ist das mit den Juden passiert.“
„Mit dem Dritten Reich hat eine pseudomilitante Religions- und Zuwanderungskritik nichts zu tun. Eher mit dem Vierten. Ja, ich meine dazu gar nichts. Weil mir ja alle sagen, dass ich etwas meinen soll“
„Wie soll denn das Abendland Deiner Meinung nach gestaltet werden?“
„Das Abendland ist mit dem Römischen Reich untergegangen. Damals, als die Erde noch eine Scheibe war.“

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