Smalltown Boy (Auszug) aus „Gespräche mit Goth“

Aufzucht und Pflege werden von den immer gleichen ausdruckslosen Gesichtern geprägt. Du kannst dir deine Freunde nicht aussuchen und dein Leben nicht selbst gestalten. Nicht, weil man das nicht darf, sondern weil man nur diese eine kleine, piefige Welt kennt, von der man noch nicht einmal weiß, dass sie klein und piefig ist. Jeden Tag wird der immer gleiche Ablauf zelebriert, als Tugend gepriesen und wie eine Religion verbreitet: Aufstehen, Waschen, Frühstücken, Zähneputzen, in die altersbedingt zuständige Aufbewahrungsanstalt, „Du isst den Spinat immer wieder, bis du ihn nicht mehr auskotzt“, nach Hause, Abendbrot, Sandmann und dann ins Bett. Dort träumst du dann von Feen und von sprechenden Fröschen und wärst so gern ein edler Ritter oder wenigstens ein kleiner Prinz. Weiterlesen „Smalltown Boy (Auszug) aus „Gespräche mit Goth““

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„Gespräche mit Goth“ – Buchtrailer 1

„Gespräche mit Goth “ Ein Auszug aus dem Kapitel „Meds“, aufgenommen von Marion Alexa Müller.

„Gespräche mit Goth“ im Bundle

Es war die schwerste Geburt meines Lebens. Der Satz könnte auch von einer Hebamme stammen. Und ja, auch die direkt oder indirekt beteiligten Mitarbeiterinnen hatten sehr darunter zu leiden. Schwer war es in erster Linie, weil die Verlagsarbeit sehr viel Energie kostet und ich deshalb nie so richtig Zeit finden konnte. Und wenn dann mal Zeit war, blickte man in sich hinein und sah nur gähnende Leere. Das hat den Entstehungsprozess der „Gespräche mit Goth“ immer wieder verzögert und schlussendlich auch entscheidend geprägt. Weiterlesen „„Gespräche mit Goth“ im Bundle“

Leseprobe – „Ich war ein Grufti“

Geständnis

„He writes accursed in his bed,
the wretched sleep of the undead,
the slow parade of faded friends,
the long dark sleep that never ends.”
Paul Roland

Ich war ein Grufti, ja, ich gebe es zu. Ich lungerte auf Friedhöfen herum, auf denen noch nicht mal ein weitläufiger Bekannter von mir verscharrt war, ich habe mich vor den Schädelbergen in den Pariser Katakomben ablichten lassen, mit Ratten mein letztes Brot geteilt. Ich bin schwarz Bus gefahren und schwarz Auto gefahren und schwarz geflogen, schwarz an den Badestrand gegangen und nachts mit Sonnenbrille durch die Straßen gelaufen. Weiterlesen „Leseprobe – „Ich war ein Grufti““