Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Weltretten oder: Euer verlogener Altruismus kotzt mich an!

ZITAT: „Ich höre es leider immer noch viel zu oft: ,Warum sollte ich denn auf dieses und jenes verzichten, wenn ALLE ANDEREN es doch auch nicht tun?‘ Auch ich finde es toll, nach Malle zu fliegen oder mich shoppend durch die Konsumtempel treiben zu lassen, aber…“

Und dann folgen die arrogantesten Verlautbarungen, die man so absondern kann: „Wir sollten Vorbild sein“, „Kleinvieh macht auch Mist“, „Wir Erstweltler müssen den Drittweltlern doch zeigen, dass man nicht auf den Tisch kackt.“, „Unseren Kindern zu liebe.“ Und man sieht erigierte Geschlechtsteile der Äffinnen und Affen, während sie sich selbstgefällig in aller Äffentlichkeit in Selbstlosigkeit baden, weil sie nur noch einmal im Jahr in einem ärmeren Land sich den Übermenschen raushängen lassen oder nur noch besiegelte Waren einkaufen.

Denn damit wir unsere Maßlosigkeit nicht merken, gibt es jetzt das Tierwohl-Label, diverse Biolabel, den grünen Punkt und den grünen Knopf – alles Erfindungen, die die Zweifler weiter Konsumieren lassen sollen. Doch der grüne Knopf sagt nur, dass die Frau, die diesen Knopf angenäht hat, auf 90 Quadratzentimetern arbeitet, statt auf den üblichen 70 Quadratzentimeter. Würde man sie wirklich gerecht bezahlen, würde sie so dick werden, dass selbst die 90 Quadratzentimeter nicht mehr reichen würden. Fairness ist das Tor zur Maßlosigkeit der Anderen. Der grüne Punkt sagt, dass Du blöder Konsument dafür bezahlt hast, dass diese Verpackung ordnungsgemäß recycelt wird. Das heißt aber nicht, dass die Tüte nicht doch einfach in Polen verbrannt wird. Weiterlesen „Weltretten oder: Euer verlogener Altruismus kotzt mich an!“

Manegold/ Mayerhofer im Periplaneta Literaturcafé

Konzert und Gerede: Bipolar und Spaß bei Wirsing fürs Volk
Freitag, 21.05.16 ab 20 Uhr  im Periplaneta Literaturcafé

Thomas Manegold und Bastian Mayerhofer kennen sich von der Lesebühne OWUL, wo sie gewisse Gemeinsamkeiten entdeckten. Mit einem ähnlichen Hang zum Zynismus und ihrem unwillkürlichen Drang über Dinge zu lachen, über die sonst niemand lacht, präsentieren sie am 20. Mai im Periplaneta Literaturcafé ihre zwei neuen Soloprogramme.

Thomas Manegold: Bipolar und Spaß dabei
Verrückt sind immer die anderen … Ein in kurzen Essays, Geschichten und Kolumnen gehaltenes Plädoyer für die Verrückten und natürlich ein kleiner Einblick in das, was man mitunter Geisteskrankheit nennt.
Denn inmitten der Turbulenzen zwischen dem eigenen körperlichen Gebrechen und dem allgegenwärtigen geistigen Erbrochenem, einer durch und durch geistlosen, bulimischen Welt entfleuchen Herrn Manegolds krankem Kopf mitunter sehr gesunde Gedanken …

Bastian Mayerhofer: Wirsing fürs Volk
Schluchtenscheißen im Flachland … Eine musikalisch-komödiantische Dokumentation der Stationen einer großdeutschen Immigration: Ein Ösi strandet im Piefkeland, das heißt, südländisches Lebensgefühl trifft auf Socken in Sandalen, impulsive Ungeniertheit auf stocksteifes Korinthenkacken, moralisch-fragwürdig auf fragwürdig-moralisch.

Der Eintritt ist frei, man zahlt um zu gehen.

www.berlin.periplaneta.com

Bipolar und Spaß dabei - periplaneta

„BiPolar und Spaß dabei“

Ein neuer Text – live vorgetragen in Leipzig und Berlin.

Inmitten der Turbulenzen zwischen eigenen körperlichen Gebrechen und dem allgegenwärtigen geistigen Erbrochenen einer durch und durch geistlosen und bulimischen Welt entfleuchte meinem kranken Kopf ein sehr gesunder Gedanke.

Befreit vom Drange, ein weiteres virtuoses Produkt auf die virtuelle Müllhalde zu werfen, überkam mich das Bedürfnis, etwas zu sagen. Etwas, das noch nicht aufgeschrieben ist und auch nicht, wie sonst üblich, nach dem Event zum Kauf feilgeboten wird.

Es wird um Freiheit, Wahrheit, Liebe und Schmerz gehen. Und darum, wie diese paranoide, hysterische, gesichtslose, anonyme, selbstgerechte, opportune, überfressene, demoralisierte, unfassbar gierige und dumme Masse Menschen aussieht, wenn man den Kopf weit oben in den Wolken hat, während man bis zum Hals im Schlamm steht …

Naja …  vielleicht auch … darüber, wie unfassbar geil dieses Mango-Himbeer-Softeis war, oder damals … das letzte Tool-Album… und wie ergreifend es sein kann, einen  Marienkäfer zu retten… und dass wir uns alle bitte liebhaben sollen … und wie schön damals dieser eine unbeschreibliche Moment war, als …

… als diese falsche Schla… nge mich verraten und verlassen hat und sich der Himmel kreischend über mir zusammenkrümmte.

… und darüber, wie im Affekt jede Befindlichkeit zerbröselt und nicht einmal der vierte Weltkrieg imstande wäre, den Menschenrest vom Sofa zu bewegen.

Ein „Dazwischen“ wird es nicht geben. „Dazwischen“ ist laaaaangweilig. Und verrückt sind immer die anderen.

Am Sonntag, den 15. Mai werde ich, erfüllt mit derlei Gedankengut, im Haus Leipzig auftreten. Im Rahmen des Wave Gotik Treffens. Und am 20. Mai in meiner Homebase, im  Periplaneta Literaturcafé Berlin.

Und danach gern auch woanders.

Seid gespannt, ich bin es auch.

THOMAS MANEGOLD
„BIPOLAR UND SPASS DABEI“
VERRÜCKT SIND IMMER DIE ANDEREN

Being Gutmensch (Youtube)

„Being Gutmensch“ (2012)

Ich hab jetzt Ökostrom… Kamera und Schnitt: Marion Alexa Müller, Vivian Heidemann.

Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Being Gutmensch

„Sie haben durch den Bezug von Ökostrom bereits 3400 Kilogramm CO2 gespart und so 109,25 Bäumen das Leben gerettet“, stand auf der Urkunde, die ich gerade aus dem Briefkasten gefischt hatte. Für einen Moment fühlte ich mich richtig gut. Dann dachte ich an die Dreiviertel des 110. Baumes, die ich nicht geschafft hatte. Hätte ich letztes Wochenende das Licht in der Küche brennen lassen, dann könnte dieser Baum noch leben. Ich fühlte mich schuldig.

Dabei hatte ich wegen Fukushima den Anbieter gewechselt, hab immer gedacht, das YelloStrom Atomkraftwerke betreibt. Jetzt hab ichs schwarz auf gelb, dass die Bäume verfeuern… die Schweine.

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Ulrich Schäfer „Der Crash des Kapitalismus“ (Buch)

Bücher über das Reizthema Kapitalismus gibt es viele. Und auch mit Kapitalismuskritik kann man schlussendlich Geld verdienen. Wie bei allen Reizthemen ist es auch hier fraglich, ob wir in den zahllosen Publikationen eine Lösung für unsere Probleme finden. Nun, ich habe zum einen den Campus-Verlag für mich entdeckt und zum anderen dieses großartige Buch, das auch den Anspruch hegt, eine Lösung parat zu haben oder es zumindest im Untertitel behauptet. Ob Schäfers Vorschläge greifen würden, weiß ich nicht.

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