Chris Cornell ist tot!

Wieder plötzlich und unerwartet und ja, mittlerweile hat man sich irgendwie daran gewöhnt. Wieder ist einer meiner Heroen gestorben. Im zarten Alter von 52 Jahren. Chris Cornell. Einer der ganz ganz Großen. Absoluter Ausnahme-Sänger von Soundgarden, Temple Of The Dog und Audioslave.

Seit Anfang der 90er Jahre … ihr erinnert euch, damals, als Metallica aufhörten, gute Musik zu machen, sind seine Lieder ein fester Bestandteil des Soundtracks meines Lebens. In guten und in schlechten Zeiten. Bis heute.

Irgendwo zwischen 70er-Jahre-Psychedelic-Rock, Punk und Heavy Metal wuchs Ende der 80er etwas, was man später Grunge nennen sollte und was der harten Mucke nicht zuletzt auch den Weg auf die Tanzflure der Clubs ebnen sollte, die damals noch Diskos hießen. Aber so schnell, wie sie sich die Herzen der Metaller und MTV-Gucker eroberten, schossen sich die Helden auch die Birnen weg, meistens mit Heroin. Chris Cornell war einer von den wenigen großen Stars dieses beispiellosen Hypes, die das einigermaßen heil überstanden hatten. (Kurt Cobain von Nirvana oder Layne Staley von Alice in Chains ja bekanntlich nicht.) Und er war ein Sänger, dem niemand das Wasser reichen konnte.

Egal, ob mit Soundgarden („Jesus Christ Pose“, „Outshined“, „Spoon Man“, „Black Hole Sun“, „The Day I Tried To Live“ … ), Temple Of The Dog („Say Hello To Heaven“, „Hunger Strike“, „Call Me A Dog“ …) oder Audioslave ( „Cochise“, „Like a Stone“, „Show Me How to Live“, „I Am the Highway“, „Wide Awake“, „Be Yourself“ …) oder solo. All seine Projekte hatten ihre eigene Handschrift und ihre kreative Berechtigung. Obwohl Audioslave manchmal eher als Vernunftehe rüberkam, sind die Songs dieser Supergroup aus meinen DJ-Sets nicht wegzudenken. Und auch wenn Soundgarden dann doch einer Reunion nicht widerstehen konnten, haben sie dabei, im Gegensatz zu den meisten anderen Bands, eine erstaunlich gute Figur gemacht …

Chris Cornells Stimme half mir durch Krisen und über Tanzflächen, begleitete mich beim Hassen und Lieben und nachts über die Autobahnen.  Chris Cornell hat mir also sehr oft das Leben gerettet, insbesondere dann, wenn es andere Menschen mir oder anderen zur Hölle gemacht hatten.

Das Fatale ist, dass sich am Horizont weit und breit niemand findet, der so eine Lücke ansatzweise schließen könnte. Nicht für mich und auch nicht für die Musikwelt an sich, die einen ihrer besten Songschreiber, Texter und Sänger verliert.

Black hole sun, won’t you come and wash away the rain?
Eine Ära geht zu Ende.
Dankbar und traurig. ToM

 

P.S.: Und jetzt, da ich zwangsläufig  all die zahllosen Ereignisse wiedererlebe, zu denen diese abgrundtief geile Musik gelaufen ist, erinnere ich mich wieder … Chris Cornell ist auch daran schuld, das ich niemals versucht habe, in einer Band zu singen. Dafür muss die Welt ihm auf jeden Fall für alle Zeit dankbar sein. Und sie muss sich fragen, warum es trotz „Four Walled World“ oder „Say Hello To Heaven“ oder „Wooden Jesus“ so viele talentfreie Menschen versucht haben, es ihm gleichzutun.

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Neue Webseite für den Goettertanz

Viele meiner Mitmenschen wissen es bereits. Ich bin krank,  hab eine kaputte Wirbelsäule – und muss dringend an meiner Genesung arbeiten. Kreuzschmerzen bedeuten auch, zuviel Stress und zuviel Lasten auf den Schultern. Von einigen Dingen, die nicht funktionieren, werde ich mich also verabschieden (müssen) – und ein paar Dinge, die immer nur halbherzig gemacht worden, weil zu wenig Zeit war, bekommen wieder mehr Raum. Man muss die Dinge ganz oder gar nicht tun.

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