2017 – Eine Vorschau

Weil alles zurückblickt, ein Blick in die Zukunft.

2017 wird ein tolles Jahr. Frau Merkel wird mit Hilfe der Grünen und der SPD wieder Bundeskanzlerin. Und ein Möschdegärngöbbels wird auf einem totsanierten Marktplatz irgendwo in Sachsen stehen und die sich im Regen langsam auflösende Mengele fragen: „Wollt ihr den totalen Krieg?“

Die AfD wird mit über 25% der Stimmen in den Bundestag einziehen. Und jenseits unserer Grenzen werden in mit unseren noch unbezahlten Steuergeldern erbauten Konzentationslagern Menschen die Beine breit machen, um an der osmanischen Security vorbeizudürfen – hinein in die große Freiheit, in den größten Knast der Welt, in die Festung Europa.

2017 wird wieder eine ganze Horde Künstler wegsterben. Einige sogar an den Folgen ihres ausschweifenden Lebens. Ein paar werden wir vielleicht sogar vermissen. Die Anzahl der Kriegsopfer wird in etwa gleichbleiben. Vielleicht sogar ein bisschen zurückgehen. 15% Wirtschaftswachstum sind auf Dauer einfach nicht zu halten. Es werden Menschen ertrinken, im Mittelmeer, im Atlantik, in Unwettern und Tsunamis – und wir werden nichts dagegen tun.

2017 werden wieder über 50 000 Tierarten aussterben. Und wir Deutschen werden wieder wegen ihres Fleisches eine Milliarde Tiere töten und danach rund 333,33 Millionen davon wegwerfen.

Das neue iPhone wird kommen und vielleicht sogar noch ein Samsung Galaxy. Und wir werden endlich in Fahrzeugen herumfahren, die serienmäßig einen eigenen Peilsender haben. Wir werden schrittweise unsere Dieselmotor-Autos verschrotten und in dem Glauben, die Welt zu retten, uns neue Fahrzeuge mit Batteriebetrieb kaufen.

Auch werden wieder viel zu viele Zurückgebliebene einen eigenen Internetanschluss und somit eine Stimme bekommen, ohne eine Sprache zu beherrschen. Es werden also noch mehr Idioten in unseren Netzwerken herumkrakeelen. Das Niveau der dort abgesonderten Inhalte wird nicht steigen. Aber auch nicht fallen, weil es nicht tiefer sinken kann. Die „Ich“-Dichte in den Kommentaren wird weiter zunehmen.

Es werden ein paar verhaltensgestörte, narzistische, gewaltbereite, dumme und deshalb gefährliche Arschlöcher sich wieder an der Vernunft vergehen und Leben auslöschen. Wir werden uns deshalb in Gruppendiskriminierung üben, die Sippenhaft fordern und einige von uns werden wieder präventiv selbst Hand anlegen. Weil die Halbwertszeit von Ängsten immer gleich ist, werden wir auch 2017 als Volk uns an einiges gewöhnt haben und demzufolge auch neue Bedrohungen vorgesetzt bekommen: Altersarmut, Atomkraftwerke, deren Strahlung sich nicht an Ländergrenzen hält, Supervulkane, deren Ausbruch die CO2 Bilanz gefährdet, der Virus H73N42 und die nächste Wirtschaftkrise.

Wir werden weiterhin in regelmäßigen Abständen Beweise für die Machenschaften derer bekommen, die Macht über uns haben, weil wir diese Menschen verehren oder weil wir sie wählen oder weil wir den Mist kaufen, den sie verzapfen oder anpreisen – und wir werden diese Enthüllungen mit ein bisschen hühnerstalleskem Gegacker kommentieren und danach weitermachen wie vorher.

Genau deshalb wird 2017 das Jahr der ewig pubertierenden Staatsmänner. Das  Testosteron in den Flecken auf den Chefsesseln dieser Welt wird unerträglich stinken und die Konversation zwischen den Alphamännchen dieser Scheißkugel wird endlich Kindergartenniveau erreichen. Trump und Erdogan sind nur der Anfang eines Trends, dass die Menschheit sich vermehrt freiwillig von verhaltensgestörten, narzistischen, gewaltbereiten, dummen und deshalb gefährlichen Männern f… regieren lässt.

Doch auch 2017 werden wir Deutsche satt und sediert in einem Land leben, dessen politische Elite korrupt ist und die ihr Totalversagen mit leeren Phrasen, einer monströsen Bürokratie und mit faulen Kompromissen kaschiert. Vielleicht merken ja ein paar Menschen, dass man Dummheit durch Bildung und Unwissenheit durch Aufklärung lindern kann und nicht mit Toleranz. Dass man Kriminalität jeder Art durch die konsequente und schnelle Anwendung von Gesetzen begegnet und nicht mit dem Verkauf sicherer Fenster oder mit schwülstigen Reden und einer vollkommen paranoiden Berichterstattung. Vielleicht zügeln ein paar Medienschaffende und Redakteure mal ihre Gier nach Aufmerksamkeit und realisieren, dass man die Opfer von Gewalttaten verehren und die Täter beschämen sollte, nicht umgekehrt.

Hoffen wir, dass 2017 zu Weihachten nicht wieder irgend so ein verhaltensgestörtes, narzistisches, gewaltbereites, dummes und deshalb gefährliches Arschloch auf unseren Titelseiten zu sehen ist. Hoffen wir, dass der beleidigende Spott gegenüber den noch blöderen Mitmenschen endlich aufhört. Hoffen wir auf neue Idole und auf runderneuerte, wache Menschen mit ungleich höhrerem Selbstwertgefühl und mit geraden Rücken.

Manegold Heimathiebe PeriplanetaHoffen wir auf die Wiederkehr von jener Restwürde in uns allen, die uns vielleicht verbietet, vor den Schlachtbänken, überteuerten Wohnungen und Versuchungen dieser Welt Schlangezustehen. Und die uns über die Gockel dieser Welt lachen lässt, anstatt sie dafür zu bezahlen, dass sie als Götzenbilder und Clowns mit Jonglagen und Verheißungen unsere tief empfundene Leere füllen.

Und wenn wir genug gehofft haben, fangen wir einfach mal an, es besser zu machen und es vor allem besserzumachen – als 2016 oder 2015 … oder 1989 oder 1933.

Prost Neujahr!

Thomas Manegold

Noch mehr Heimathiebe?

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Last Grexit For The Lost

Meine lieben korrupten, machtgeilen und verantwortungslosen Volksverdreherinnen und Volksverdreher!
Ui. Da haben wir am Ende Europas nun fast schon demokratische Zustände. Das ist in euren Augen der schlimmste Zustand, den man haben kann. Demokratie! Das ist das Ende! Wenn demos, das Volk, herrscht, wenn auch nur für einen Tag.
Erinnern wir uns: Die Griechen wurden nach ihrer Meinung gefragt. Und haben sie verkündet. Ihr habt ihnen gedroht, sie gefickt und gedemütigt. Ihr habt uns und ihnen den Weltuntergang prophezeit, sollten sie nicht nach eurer Pfeife tanzen. Trotzdem haben sie euch den Stinkefinger gezeigt. Die Griechen, das kleinste und ärmste Volk im größten Knast der Welt. Und?
Die Welt ist nicht eingestürzt. Es gab immer noch Bananen bei Netto und Oliven bei Aldi. Und es ist danach kein Urlauber verhungert.
Auch jetzt werdet ihr nicht müde zu behaupten, dass es euch überhaupt nichts ausmacht, wenn die Griechen baden gehen und dass es euch auch vollkommen egal sein könnte, was da im Land von Schafskäse, Lammfleisch und Riesenbohnen so passiert. Ist es aber nicht.
Im Gegensatz zu euch, ihr korrumpierten Aale, die ihr euch im Kopf der geschlachteten Rösser festgesaugt habt, haben die Griechen nämlich nichts mehr zu verlieren. Nur noch ihre Ketten. Das haben sie euch gesagt.
Gut, wie sie es euch gesagt haben, das war alles ein bisschen dick aufgetragen, diese linke Arbeiterpolemik in einer Zeit, wo es Arbeiter in dem Sinne von 1910 gar nicht mehr gibt.

Wacht auf, Verdammte dieser Erde, die stets man noch zum Hungern zwingt!

Autsch. Ostzonenkindheitsmusikunterrichtstrauma. Und auch völliger Quatsch. Keiner muss mehr hungern. Im Gegenteil. Wir sollen konsumieren … und wir fressen inzwischen doch alle viel zu viel. Okay, ein paar Germany’s-Next-Top-Model-Guckende kotzen es wieder aus, der Rest jedoch neigt zu Speckröllchen.

Weiterlesen „Last Grexit For The Lost“

Das Gefick mit der reinen Vernunft (1)

Ich will in Schubladen denken können, endlich das Vorurteil erleben, das Trampelpfade asphaltieren kann und Worte ungeschehen macht, die ich nie begangen habe.
Ich will weisungsgemäß jene verurteilen, die glauben, dass sie fürs Töten in den Himmel kommen und man ihnen dort Frauen schenkt, die sie ungefragt zerficken dürfen. Und ich will einer von denen sein, die glauben, nie getötet zu haben und dass man sich für Geld alles kaufen kann – Frauen und Kinder zuerst.
Ich will Menschen trennen können wie Müll: die guten ins Kröpfchen, die schlechten in die gelben Fässer und auf die Deponie, fremde Moral zur Schau stellen vor alarmgesicherter Haustür in bunten Plastiktonnen.
Ich will denunzieren können, wie einst die gescheitelten Kinder des Dritten Reichs oder diese 283.333,333 Stasispitzel im Vierten oder die Knöllchenschreiber und Gebühreneinzugsbataillone im Fünften.
Ich will small-talken, klein-reden, Scheiße labern und Korinthen kacken.
Ich will glauben, dass man Schweine essen kann, die glücklich gestorben sind.

(Aus: „Das Gefick mit der reinen Vernunft“, HEIMATHIEBE, Release November 2016) )

SONNTAG, 26.10.14 : Konzert-Lesung im KON71

MANEGOLD MORGENSTERN Periplaneta

Einen Tag nach dem Göttertanz wird ToM Manegold (txt) zusammen mit Lisa Morgenstern (piano & gesang) im Kon71 auftreten. Die Konzertlesung heißt „Schläfer in der Stadt“ und ist ein Wechselbad aus bissigen bis lyrischen Texten und Musik. Es werden auch bislang unveröffentlichte Texte, neue Kolumnen und ein paar Auszüge aus dem Roman „Gespräche mit Goth“ zu hören sein. Lisa Morgenstern wird einige Soloversionen ihrer Lieder vom Album „Amphibian“ und dem neuen Release „Metamorphoses“ spielen und es werden auch wieder gemeinsame Tracks zu erleben sein.

Der Eintritt kostet 8 €. Für die Menschen, die den Göttertanz in Schloss Thurn besuchen, gibt es bei Vorlage des Götteranz-Tickets einen ermäßigten Eintritt von 5 EUR. Das Kon71 ist ab 18 Uhr geöffnet. Das Event beginnt pünktlich um 19 Uhr.

Wir werden einen kleinen Stand aufbauen, auf dem Bücher und CDs aus dem Periplaneta/ Subkultur Sortiment feilgeboten werden.