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Sterben 2.0

In unserer Welt wird gerade viel gestorben. Sorry, es muss heißen: In UNSERER Welt wird gerade viel gestorben. In der Welt an sich gibt es deshalb keine statistische Verschiebung. Sechsstellige Leichensummen pro Krisenherd werden von 300 Flugzeuginsassen und 500 Abschüssen in irgendeinem Ghetto nicht aufgewogen. Denn das einzige, woran wir uns aufgeilen können, sind Superlative und Tabubrüche. Pietät ist nur ein leeres Wort.

Als ich nachschauen wollte, wieviele unbeteiligte Erstweltler im Himmel über der Ostukraine verreckt sind, da stand doch an der selben Stelle, wo noch gestern der Abschuss-Liveticker war, dass die Anzahl der Fettleibigen bis 2030 wahrscheinlich zunehmen wird. Vor dem Abschuss der Passagiermaschine waren wir noch Weltmeister. Wenn werauchimmer das Flugzeug eine Woche vorher vom Himmel geholt hätte, dann hätten wir es wohl in der Weltmeistereuphorie gar nicht mitbekommen, so wie die feierliche Eröffnung des werweißwievielten Krieges im Nahen Osten.

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