Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Lauterbach zitiert Hegel

Headline des Grauens: „Lauterbach zitiert Hegel“ (NTV)…

Das ist jetzt eine Headline? Ok, wenn er ihn gelesen hätte, den Hegel … aber ein Politiker zitiert einen Philopsophen. Das ist jetzt ein Ereignis für die Journalie? Wow!

Wenn das Thema hierbei nicht so wichtig wäre, würde man sagen: Ok. Kollektive Bankrotterklärung. Insolvenzverfahren und gut. Aber ausgerechnet: „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit“ zu nehmen, um was genau zu rechtfertigen? Den Zwang, sich mit einem nicht zugelassenen Impfstoff penetrieren zu lassen, der nicht wirkt (der keine sterile Immuniät bringt)?

Selbst Hegel hatte irgendwann eingesehen, dass da ein Subjekt ist, das ohne wie auch immer geartete Freiheit nicht existent wäre. Hegel würde dem Karl diesen Kalenderspruch übrigens um die Ohren hauen. Erstens hat er das so nie gesagt, zweitens meint das im Zusammenhang, dass die Einsicht in die Notwendigkeit einer Sache die Freiheit ihr gegenüber bewirkt, weil sie dann nicht mehr als Zwang empfunden wird. Also Karl, WENN ICH EINSÄHE, DASS DAS ALLES SINN MACHEN WÜRDE, DANN WÜRDE ICH DEINEN SPRITZENFETISCH NICHT MEHR ALS EINSCHRÄNKUNG BETRACHTEN. Das hat Hegel gesagt. Das kann man nicht einfach so rumdrehen. Nur weil Wasser nass ist, ist nicht alles, was nass ist, Wasser, lieber Karl. Diese Sichtweise, dass die Pflicht über Regress zur Freiwilligkeit führt, und diese Freiwilligkeit, die keine ist, dann mit Freiheit gleichzusetzen sei, ist einfach nur krank und sowas von 1984. Oder anders gesagt: Wenn du diesen Kalenderspruch mit dem Impfzwang in Verbindung bringst, kommt verkürzt nichts anderes heraus als „Impfen macht frei“. Ist einfach so. Dieses Weltbild ist aber nicht Bestandteil unserer demokratischen Grundordnung.

Auch wenn Du, lieber Karl, weder von Hegel im Speziellen noch von Philosophie im Allgemeinen einen Ahnung zu haben scheinst: Selbst, wenn es Hegel gesagt hätte, wäre das heute nicht unsere Definition von Freiheit. Freiheit ist so vieles, die Freiheit der Andersdenkenden zum Beispiel, wobei das die Rosa Luxemburg so nicht gemeint hat, und diese Freiheit steht in allen erdenklichen Formen im Grundgesetz. Die Aberkennung eines Teils dieser Rechte, nur weil man sich nicht freiwillig impfen lässt, bringt vielleicht irgendwann bei einigen die Einsicht, dass man gezwungen wird. Aber das dann mit „Freiheit“ zu bezeichnen ist mehr als zynisch! Und alle, die jetzt ein Kind von Karl wollen, nur weil er einen Philosophen zitiert hat: „Schande über euch!“ (Das war von Sebastian Krämer, auch wenn er das so nie gesagt hat.) Dieser Mensch ist maßgeblich daran beteiligt (hach, was für ein schönes doppeldeutiges Wort), dass wir ein Gesundheitssystem haben, welches auf Profit aus ist und in einer Dauerkrise am Limit gehalten wird. Der Olaf hat dann den Bock zum Gärtner gemacht. (diese Redewendung stammt von Hans Sachs, und der hat sie irgendwo aufgelesen.)

Und noch was Konstruktives: Ihr braucht einen zugelassenen Impfstoff, der sterile Immunität schafft – und ihr braucht ein ordentliches Verfahren, in dem ihr feststellt, wer schon immun ist, – um über eine Pflicht überhaupt nur zu reden. Dann könntet ihr mit der Debatte beginnen. Und diese würde dann, wenn alle Hegel und ein paar andere Philosophen und das Grundgesetz gelesen haben, bei einer Empfehlung enden.

Keiner sagt, dass das Produkt generell scheiße ist, aber so gut, dass es alle zwischen 18 und 108 sich nach Karls Dünken reinpfeifen lassen müssen, ist es halt nun auch wieder nicht. Dafür haben viel zu viele, gerade von den jungen, Herzprobleme, Tinitusse und Schlaganfällchen. Und wir eine Übersterblichkeit, die allein mit der Einsicht in die Notwendigkeit nicht zu erklären ist.

Meine Bücher gibt es hier.

ToM Manegold live @ WGT 2017 (Bild: MarioN Alexa Müller)

„HEIMATHIEBE“

Diese Veröffentlichung hat nichts an Aktualität verloren. In diesen Zeiten kann sie Trost spenden, weil sie zeigt, dass es damals, also früher … genauso schlimm war wie heute 🙂 Jetzt bei Audible und immer noch im Shop.

„Manegolds Bühnentexte bereiten zugleich Unbehagen und Vergnügen. Sie erklären Sachverhalte, die man eigentlich gar nicht so genau verstehen will.“

„Über asoziale Primaten, die Arroganz der Dummen, über Maden, Würstchen, Heringskälber und die Unerträglichkeit des Seins. Ein satirisches Textinferno, das Lachen und Weinen macht – nur eben nichts dazwischen.“

Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Zu Reißerisch

Der Anlass des folgenden Textes ist die Züricher Zeitung. Die hatte nämlich festgestellt, dass „immer mehr Menschen“ in Deutschland auf die Demos gegen die Corona-Maßnahmen gehen. Dieses „immer mehr“ war einem folgsamen Bürger, nennen wir ihn Klaus, zu reißerisch, was er bei Facebook auch so postulierte … mit der Behauptung, das 63 Millionen Menschen die „Maßnahmen“ befürworten würden.


Hallo Klaus. Ich kenn dich nicht, aber dieses „reißerisch“ ist mir sauer aufgestoßen. Wenn die ZZ schreibt, es kämen immer mehr Menschen zu den Demos, das ist dann zu reißerisch?

Reißerisch ist es, von „Ausbrüchen“ zur reden, wenn sich zwei Menschen infizieren, oder von „Wellen, die uns mit Wucht treffen“ und die „wüten“. Reißerisch ist es, im September von einer Pandemie der Ungeimpften zu sprechen, ohne den Impfstatus der Betten-Insassen zu kennen … und Ende November erst damit anzufangen, überhaupt Daten zu erheben. Reißerisch ist die ganze Pandemieberichterstattung. In der Überschrift der ZZ steht doch nur, dass es „immer mehr“ werden. Was ja stimmt.
Überspitzt gesagt: Wenn in einer Stadt Montag zwei Menschen positiv wären und einen Monat später vier, dann spräche das RKI von einer Verdopplung der Fallzahlen. Und würde erst auf Seite 14 des Berichts erwähnen, dass sie dafür einen Monat gebraucht haben. Das ist reißerisch.
Und weil das so ist, haben die Menschen Angst. 63 Millionen Menschen begrüßen die Maßnahmen? In Europa? So viele freundliche Menschen gibts doch in Deutschand gar nicht. Woher weiß man das?

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22 neue Bücher

22 (Zweiundzwanzig) Werke haben wir im denkwürdigen Jahr 2021 realisieren können. 8 Kurzgeschichtensammlungen, davon 3 Anthologien, 2 Musikproduktionen, 6 Romane, davon einen auch als ungekürzte Hörbuchfassung, 2 Erzählungen, 5 Hardcoverproduktionen, 7 Werke in der Edition Subkultur, 7 Bücher in der Edition MundWerk, 3 für die Edition Periplaneta, 2 Bücher in der Edition Drachenfliege und ein Kinderbuch. Wir meinen, das kann sich sehen lassen.

Leider mussten wir einige Werke auf 2022 verschieben. Und wir bitten alle, die auf ein paar angekündigte Werke vergeblich gewartet haben, um Entschuldigung. Aber das ist, angesichts der Umstände unter denen wir und später auch die Hersteller und Logistiker gearbeitet haben, leider nicht zu vermeiden gewesen. Auch das Lektorat und die vielen Bewerbungen konnten nicht vollständig beackert werden.

Doch wir machen weiter, erste Produktionen für 2022 sind in Arbeit. Wir danken allen, die unsere Werke gekauft haben, den Autorinnen und Autoren für ihr Vertrauen, allen, die an den tollen Projekten mitarbeiteten – und darüber hinaus allen, die uns in den letzten zwei unfassbaren Jahren beistanden und uns unterstützt haben. All unsere Bücher gibt es im Buchhandel und vor allem in unserem ONLINESHOP.

Alle Periplaneta Bücher 2021

„KLIMANEUTRAL“ auf der Umverpackung von feuchtem Toilettenpapier

(Thomas Manegold für „Wider die Masse“ – Edition Subkultur)

Es kotzt mich an, wie wir aus dem Klimawandel einfach ein Mega-Geschäft machen.
Und es kotzt mich an, dass die Youngsters diese Selbstverarsche in ihrer unendlich kapitalinfantilen Art einfach mitmachen, weil sie es nicht anders kennen. Man ist vorlaut und naiv, so lange man Pampers trägt. Und in der Übergangszeit, in der alle unten ohne rumlaufen, teilen sie sich dann auf in Schinder und Geschändete. Und dann wird die Gesinnung immer brauner, wie der Chitinpanzer einer Kakerlake, die sich nicht mehr häuten kann. Erst verhärtet das Exoskelett, dann brechen die Antennen ab, dann vertrocknen die Geschlechtsteile und schließlich geben die Beine den Geist auf.

Die Kinder gehen diesen Weg, der kein leichter ist und den im Grunde keiner gehen müsste, weil die Alten es genau so vorgelebt haben, gut, die ganz Alten halt ohne Wegwerfwindeln, aber im Prinzip machen wir das so, seit der letzte Krieg vorbei ist.

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Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Betonpizza, Koks und Blaue Pillen

Synchronicity Pt. 3

24 Stunden nachdem ich „Harter Stuhl“ gegoogelt habe, überrascht mich Facebook mit Abführmitteln und Holzmöbeln. Und mit „1984- Sex Crime“ von den Eurythmics.

Die Pizzeria meines Vertrauens hatte selbiges gerade verspielt, weil eine Pizza sich kurz unterhalb meiner Speiseröhre zu einem Betonklumpen verdichtet hatte, der seitdem langsam die Eingeweide entlangschleicht.

Weil sich Facebook sicher ist, dass ich noch lebe und mir Medikamente verkaufen will, die über den Placebo-Effekt und Geldbeutelinhaltsverkleinerung hinaus keine Wirkung zeigen, beruhige ich mich. Weil die Kugel in meinem Inneren zu stechen anfängt, mache ich einen Corona-Test.
Negativ.
Ich versuche zu arbeiten.
Negativ.
Ich versuche, etwas Sinnvolles zu machen. Abwaschen.
Negativ. Das kleine Alien in mir bestraft jede Form der Bewegung.
Also beschäftige ich mich mit dem, was Facebook mir vorschlägt: Dünnschiss und Verstopfungen. Risiken und Nebenwürgungen.

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Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

We are the good guys

Synchronicity PT. 2

Frankfurt am Main 2021. Buchmesse. Die erste seit der Pandemie. Dass sie mit Publikum ist, muss man extra erwähnen. Sieht man nicht. Wenn ich einen Verlag hätte, wäre der nicht dabei, weil mir ein paar Tausend Euro für eine Butze in einer leeren Halle einfach zu teuer wären.

Jetzt boykottieren einige als Vorlesende angekündigte Autorinnen und Autoren medienwirksam die mehrere Quadratkilometer große Messe, weil ein paar Verlage daran teilnehmen, die sie dem neurechten Spektrum zuordnen. Manche rufen gar zum Boykott der ganzen Messe auf. Obskure Kleinverlage erstehen aus der Versenkung auf und behaupten jetzt, dass sie die Messe aus Überzeugung boykottiert haben. Und da wird auch mal Karl Popper bemüht und die Theorie vom Ende der Toleranz, weil die Nicht-Toleranten die Toleranten wegbeißen werden. Das ist keine Philosophie. Das ist eine langweilige Selbstverständlichkeit, wie „Wasser ist nass.“ Ebenso so, wie der Umstand, dass die Beißenden in diesem Bild am Ende die Intoleranten sind. Wer zuerst beißt, hat halt gewonnen.

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Herr Gottschalk und die Lizenz zum Zurückblicken

Christian Gottschalks Neuauflage von „Vereinigung der Freunde des Münzfernglases“

Eigentlich darf das niemand: Von früher erzählen. Auch wenn Christian Gottschalk erst der zweiten Generation angehört, die dann nicht von Krieg erzählt, ist das eigentlich immer peinlich. Aber unser damals ältester Mundwerk-Jungautor darf das immer noch: Über die 80er schreiben und seine Kindheit und Jugend Revue passieren lassen. Denn er wird dabei weder weinerlich noch übertrieben nostalgisch und …  er vermeidet es, dabei über Gegenwärtigkeiten herzuziehen.

Nach 7 Jahren gibt es das Buch nun als Version mit moderner Digital-Audio-Funktion. Das Album zum Buch kann man nun mittels QR-Code strömen und herunterladen, auch wenn wir über eine Auflage mit Magnetbandkassette kurz nachgedacht hatten …

Wir sind Helden …

SYNCHRONICITY PT.1

Dieses Bild habe ich gemacht. Es ist ein Urlaubsbild. Ich war mit meinem Sohn und der anderen Liebe meines Lebens für sechs Tage in der Uckermark. Seit vielen Jahren war das unsere erste Auszeit. Vater, Mutter, Kind.

Wir leben autark, outside the Box, wie man so sagt, inside of Hamsterrad, wie es sich anfühlt, wir machen was mit Medien. Wir sind Unternehmer. Wir gehören zum Mittelstand. Also zu jenem Mittelstand, der finanziell besser dran wäre, wenn er Hartz 4 bekäme und nebenbei ein bisschen schwarz arbeiten würde … (also arbeiten ohne gültigen Fahrschein, wie das heute heißen muss …) und der das auch machen würde, wenn man ihn in der Kindheit nicht verhauen hätte. Aber wir haben eine Vision …

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OHNE WENN UND LABER (Episode 3)

Donnerstag, 16.09.21 ab 20 Uhr in der Z-Bar in Berlin Mitte

Die Lesebühne „Ohne Wenn und Laber“ ersteht wieder auf. Ab September 2021 in neuer Besetzung. Mit von der Party ist nun, neben dem letzten verbliebenen Gründungsmitglied ToM Manegold, der ehemalige Surfpoet, Skandälchenkolumnist und Autor Clint Lukas. Der bringt seinen neuen Roman „Asche ist furchtlos“ mit. Ab und zu laden wir uns noch einen Gast ein, aber wir haben uns gedacht, je kleiner die Crew, desto mehr passen rein. Wir werden lesen und lüften. Und vielleicht singt jemand. Zum Auftakt begrüßen wir als *Gast Mauerparkpoet Dan K. Sigurd. Es gelten die aktuellen Pandemie-Regeln (HAGAGALG), deswegen machen wir auch 2 Pausen. Der Eintritt kostet 5 EUR.

Der Periplaneta Sommer 2021

Wir machen was wir können und (noch) dürfen: BÜCHER

Im Periplaneta Verlag konzentrieren wir uns gerade auf unser Kerngeschäft. Wir machen Bücher. Lesungen und Kneipe ging ja nicht. In den Sommermonaten gab es daher viel Neues zu bewundern, Pandemiebedingt haben wir das zwar meistens alleine gemacht, aber wir müssen ehrlicherweise sagen, dass wir uns stellenweise sehr beeindruckend fanden 🙂 Hier sind unsere Neuheiten aus diesem Sommer:

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