Wir laden uns wieder Gäste ein

Vision & Wahn

Vision und Wahn mit Murielle Müller und Bastian Mayerhofer.

Am 5. August 2022 findet unsere Lesebühne, das erste mal seit Seuchenausbruch und Kriegsbeginn, wieder mit mehreren Gästen statt. Als Musikant hat sich der zwischenzeitlich verschollene Bastian Mayerhofer angekündigt, der vor allem mit seinen Kleinskunstbühnensmashhits „Wirsing fürs Volk“ und „Schlüssel aus Gold“ Ruhm und Ehre einheimsen konnte. Der im Berliner Exil auch als Slammer und Aerobic-Trainer bekannt gewordene Österreicher ist außerdem mehrfacher Gewinner und Zweitplatzierter des Kleinkunst Triathlons.

Murielle Müller

Ebenfalls mit von der Party bei Vision und Wahn im August ist Murielle Müller, die seit ihrem Debüt auf der Lesebühne Rühmchen eine gern gesehene und gehörte Vorleserin auf unserer Bühme ist. (Trotz ihres eher seltenen Nachnamens ist sie weder mit unserer Chefin noch mit dem bekannten Fußballer verwandt.) Sie schreibt Texte auf Deutsch und Englisch für verschiedene Magazine.

https://www.muriellemueller.com

Vision und Wahn: Jeden ersten Freitag des Monats im Periplaneta Lizeraturcafé…

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Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Das ewige Lied über Zensur

Dieser Kelch ist bislang an mir vorübergegangen. Doch jetzt ist er über unser aller Köpfe ausgeleert worden. Dieser Kelch voller Gülle und abgestandenem Sperma. Die Ausgeburt des Dummen. Eine Mischung aus verstümmeltem Schlager, Technobumms und unterirdischen Wortgruppen.

Dabei ist eigentlich nichts passiert, würden sowas nicht Horden besoffener Dumpfbacken ständig zur Nationalhymne ausrufen. Der Hit war, wie viele Hits, einfach nur ein Joke. Im Video ist Layla wohl auch eine Lola, also ein Mann. (In Anlehnung an die Kinks)

Der Mensch neigt dazu, sich zusammenzurotten, sein Hirn zu betäuben und dann zu kopulieren oder zumindest davon zu träumen. „Ficken, Bumsen, Blasen, alles auf dem Rasen“, sangen schon die Toten Hosen. Selbst Freddie Mercury sang darüber, dass die Mädchen mit den dicken Hintern den Rock´n´Roll rundlaufen lassen.

Die Sehnsüchte sind immer die gleichen. Früher wollten untervögelte Männer das Wort Begehren buchstabieren. Heute sind wir nicht mehr so verklemmt, aber auch viel weniger poetisch. Wir können immer noch nicht damit umgehen und wir verbieten anderen, es zu thematisieren, dass wir nicht damit umgehen können. Wir tabuisieren noch immer und stürzen uns hernach wie die Geisteskranken drauf. Wir sind nicht aufgeklärter. Was früher heimlich verschämt ins Taschentuch gewichst wurde, hat man einfach nur hemmungslos verkommerzialisiert. Die letzten, die künstlerisch zum Thema Sex und Trieb etwas ordentliches beitrugen, waren Rammstein. Danach wurde es zappenduster.

Der Mensch liebt die gegenseitige Erniedrigung. Hat er keine Kultur und keine Skills, kann er darüber keine Lieder schreiben und seine Fantasien nicht in Stein meißeln. Dann entkleidet er sich und hält seinen Arsch in die Sonne, bis er rot ist. Und wenn Du sowas wie Freiheit, Dekadenz und Drogen oder eben jenen Kelch mit dem Gülle-Sperma-Gemisch über eine Horde von Affen auskippst, dann endet das nunmal unweigerlich in kultureller Kamikaze: Das Festival der Volksmusik auf Viagra oder kurz: BALLERMANN. Und der wird ab einem gewissen Umsatzvolumen Weltkulturerbe und schwappt auf die Festivals der Volksmusik ohne Viagra.

Ein paar Leute, die solche „Events“ in Deutschland organisieren, können sich das nicht mehr schönsaufen und wollen verbieten, was sie nicht mehr ertragen können. Unsere Multiplikatoren, die „Medien“ bescheren uns den Rest: Plötzlich reden gefühlt alle über die geile Layla. Und über die Frage, ob das Kunst ist oder weg kann oder weg muss. Nein, nein und nochmals: nein!

Es ist einfach, ein Tabu wegen etwas zu brechen, was überhaupt nicht wichtig ist. Wenn ich die Möglichkeit eines Verbots von Inhalten durchsetzen will, beginne ich mit etwas Belanglosem oder mit etwas, was die Menschen mehrheitlich sowieso Scheiße finden. Oder glauben, Scheiße finden zu müssen. Die meisten gesellschaftlichen Verwerfungen wie Zensur, Verbot, Diffamierung, Diskriminierung, Verfolgung, Ausgrenzung … folgen keinem Plan. Es fängt immer klein an und bekommt dann oftmals eine gespenstische Eigendynamik. Und wenn wir anfangen, Sauflieder über Puffmütter zu verbieten, dann könnte das ganz schnell so weit gehen, dass man eben auch die Lieder verbietet, die ich singe. Oder ganze Themenkomplexe im gesellschaftlichen Diskurs ausklammert. Dieses Lied ist vielleicht sexistisch, blöd und frauenverachtend. Das nächste ist kapitalismuskritisch und politikerfeindlich.

Also: „Wehret den Anfängen.“ Und nein, das ist keine Verharmlosung einer Warnung vor der Wiederkehr politischer Verhältnisse. (Das Zitat stammt von OVID … irgendwann um das Jahr 0 … und es ging ursprünglich um die Folgen des Sich-Verliebens …) Hier gehts nicht um die Gleichsetzung von unterschiedlichen und zum Teil ungleich schlimmeren Ereignissen, sondern darum, dass es immer das gleiche Prinzip ist.

Und wenn jemand auf der Basis von Hausrecht es nicht dulden will, dass sich Menschen so oder so verhalten, darf er das natürlich. Nur muss er sich bei der Bewertung der musikalischen Untermalung solcher „Events“ fragen, ob es kommerziell sinnvoll ist, da ein gewisses Niveau einzufordern.

Gefährlich ist die Vermischung einer inhaltlichen Diskussion mit der Diskussion über das Verbot an sich. „Soll das Lied verboten werden oder ist es nur ein Partylied?“ Zwei Mal ganz klar: Nein. Eine Zensur findet nicht statt. Lieder verbieten hat noch nie funktioniert. Auch wenn es nicht nur ein Partylied wäre, sollte es nicht verboten werden. Und überhaupt: Es wird vielleicht auf Partys gespielt, aber das ist doch kein Lied! Weniger als erbärmlich (was ja ein Synonym für bemitleidenswert ist.) Man könnte ihm unterstellen, dass es frauenverachtend ist und Prostitution glorifiziert. Aber soviel inhaltliche Substanz sehe ich da nicht. Früher brauchte es für so ein Urteil Inhalte.

Aber man kann sich schon mal fragen, was mit diesen unfassbar vielen Leuten nicht stimmt, die sowas abfeiern. Und warum Schlagerfazken in den letzten Jahren ihrer Karriere mehr Geld mit der Zurschaustellung ihres Alkoholproblems machen, als in ihrem ganzen Leben zuvor. Warum Horden von Menschen, die jahrzehntelang Kultur und Bildung schutzlos ausgesetzt waren, einer bedirndelten Blondine zujubeln, die ihnen ins Gesicht lügt, dass sie die Geilsten sind.

Es ist nun wirklich nicht neu, das der Mensch dazu neigt, sobald man ihn von der Kette lässt, abzuschalten, dass er gern über sexuelle Handlungen redet und singt – und wenn er es nicht hinkriegt, das mit dem Sex, dem Reden oder dem Singen, gerne zuhört oder zuschaut, wenn das andere machen, und dafür mitunter sehr viel Geld ausgibt.

Aber es ist schon offensichtlich, dass wir von der Verklemmtheit der Fünfziger hin zu einer Gesellschaft von sexuell freien und selbstbestimmten Menschen irgendwann mal falsch abgebogen sind. Wir haben immer noch ein kollektives Problem mit Toleranz und multikulturellem Miteinander, eine ewige Diskussion über sexuelle Orientierungen – und wir haben Ballermann. Und übrigens auch Vorbestraften-Sprechgesangskünstler, bei denen junge Frauen Schlange stehen, um sich auf der Bühne mit dem Bühnenhandtuch den Hintern versohlen zu lassen. Wir haben Verkupplungsshows, Dschungelcamps und Akteure, deren Hemmschwelle, deren Schamgefühl und deren Niveau sich gemeinsam mit dem Hosenbund auf Kniehöhe verabschiedet haben.

Ich würde eine Deutschlandtour organisieren. „Ballermann Hits“. Große Hallen. Jedes Kaff. Und alle, die kommen und mitsingen, würde ich nach der Tour abholen lassen, sterilisieren und in Lager stecken, weit, weit weg, dort, wo der Permafrostboden gerade auftaut. Jeden Morgen gehts in so eine Mischung aus Melkkarussell und Bolzenschussanlage zur Zwangspenetration, während dieses Lied läuft, was ich jetzt nicht mehr aus dem Kopf bekomme. (Das hat jetzt schon was Kafkaeskes, oder?)

Man könnte das auch noch auf bestimmte Radiosender ausdehnen. Die Alexas dieses Landes abfragen, was für Musik die alle so freiwillig hören. Und alles, was in meinen Ohren entartet ist, wird ebenfalls interniert.

Die Mieten würden fallen, es gäbe keine Staus mehr auf den Autobahnen und die Züge wären nicht mehr so voll. Es wäre friedlich und die Musikanten, die Comedians und Poetryslammer würden sich endlich wieder Mühe geben. Aber so funktioniert das halt nicht in einer Gesellschaft. Und so stehts wohl auch nicht im Grundgesetz.

P.S.: Naja, vielleicht war es ja auch nur eine extrem geile Marketingidee, auf die alle außer mir reingefallen sind. Meiner Bücher gibt es hier. Vielleicht taugt ja das eine oder andere für einen handfesten Skandal.

Gehört: „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“ von Kurt Krömer

Trigger: Kurt Krömers „Coming Out“ hat mich an mehreren Stellen ziemlich aufgeregt. Es funktioniert vielleicht als Lebensbeichte und als Tatsachenbericht. Aber nicht als Ratgeber. Auch dann nicht, wenn es ganz offensichtlich versucht, Ratschläge zu geben. Es basiert zudem auf den Notizen, die der Autor sich als Patient gemacht hat, so wie andere Patienten auch und das merkt man dem Buch an.

Kurt Krömer kreidet u.a. die Zweiklassenmedizin an, plädiert für ein System, in dem alle einkommensabhängig einzahlen müssen, verlässt aber selbst die Künstlersozialkasse, die genau so ein System ist, und wird Privatpatient. Er ist ein Alleinerziehender, der Oma und Nanny im eigenen Haus hat. Bekommt im Gegensatz zu den meisten anderen Betroffenen nicht nur die Arzttermine und Tagesklinikplätze, die er braucht, zu den Terminen, die ihn in den Kram passen, sondern auch die, die seine Hypochondrie einfordert. Wer hat noch einen Urologen, mit dem er sein kaputtes Leben besprechen kann?

Somit taugt „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“ als Ratgeber oder Spiegel nur für die Depressiven seiner Einkommensklasse. Eine ganz sicher ungewollte unterschwellige Botschaft des Buches ist „Depressionen muss man sich leisten können“. Ich halte in dieser Problematik aber für wesentlich, dass die meisten Betroffenen neben dem Leidensdruck auch massive existenzielle Probleme und reale Ängste haben, während sich Kurt Krömer in seiner Depression mit Angststörungen herumschlägt.

Ich kann mir das alles auch nur einbilden. Will hier auch keine Neiddebatte beginnen oder Kritik an derlei Lebensentwürfen äußern. Ich halte den beschriebenen Werdegang für beeindruckend, auch Krömers Offenheit verdient Respekt, nur impliziert der Titel und der Medienrummel etwas, dass dieses Buch halt nicht ist. Es ist nunmal überhaupt nicht repräsentativ. Die Masse derer, die das nicht aus Voyeurismus konsumieren und Parallelen zu ihren Leben und Leiden suchen, werden sie nicht finden. Es ist ein Unterschied, ob man sich gegen Honorar auf Bühnen abfackelt oder an der Welt verzweifelt. Dafür kann Kurt Krömer nix. Es ist halt sein Leben. Und sein depressiv sein. Und nicht das der anderen. Er gestattet uns Einblicke in das Leben, Lieben und Leiden eines Künstlers, eines Menschen mit „Vollmeise“.

Und vielleicht ist es auch ein Segen, dass Menschen wie Krömer und Sträter das Thema aufmachen. Trotzdem musste ich an einigen Stellen die Stirn einfalten und den Kopf schütteln. Vielleicht ist das ja auch Parkinson. Ich sollte mal zum Arzt. … Wann … September …. ja, ok … was? … ach, 2023 … hmm.

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1062273434

„Herzschrittmacherin“

ToM liest „Herzschrittmacherin“ aus „Heimathiebe“

Weiterlesen „„Herzschrittmacherin““

Die Neuen Bücher

Periplaneta hat dieses Jahr, stand April, bereits 7 Bücher fertig. Was in früheren Jahren vielleicht normal war, grenzt derzeit an ein Wunder. Ich durfte die Druckvorstufe machen, also den Satz und das Layout – und machmal auch lektorieren. Hier sind: ein Kinderbuch, ein Lyrikband, ein Roman, eine Biografie, eine Krimi-Parodie, ein Wissenschafts-Thriller und eine satirische Dystopie! Ja, ich glaub, wir lieben immer noch, was wir tun:

Akte Ahhh…! Nachbarn des Grauens

8,99 € – 12,00 €

BJÖRN BERENZ: „Akte Ahhh…! – Nachbarn des Grauens“ Alienalarm! Kimi Kaballo muss schon mit 11 Jahren die Menschheit retten! Illustriert von Stefanie „Stew“ Wegner und Timo Müller-Wegner. Für Kids ab 11 Jahren.

  • Edition Drachenmücke
  • print ISBN: 978-3-95996-231-5
  • epub ISBN: 978-3-95996-232-2
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Gib mir 3 Worte – Mauerparkpoesie

9,99 € – 13,00 €

DAN K. SIGURD: „Gib mir 3 Worte“ Mauerparkpoesie. Der Mauerparkpoet Dan präsentiert seine besten Mauerparkgedichte und Geschichten, wie es dazu kam. Coverbild by Merlot Levert.

  • Edition MundWerk
  • print ISBN: 978-3-95996-237-7
  • epub ISBN: 978-3-95996-238-4
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Blaues Blut

9,99 € – 14,90 €

DAVID WONSCHEWSKI: „Blaues Blut“ – Eine Biedermeiersehnsucht. Sieben Jahre nach „Zerteiltes Leid“ erschafft der Meister des psychisch auffälligen Kammerspiels einen neuen, verstörenden Mikrokosmos, mit vom Autor eingelesenen Audiofiles und einem sechs Lieder umfassenden Soundtrack von Christoph Theussl. Coverfoto: Jeremy Bishop.

  • Edition Periplaneta
  • print ISBN: 978-3-95996-219-3
  • epub ISBN: 978-3-95996-220-9
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Tanz der Viren

9,99 € – 14,90 €

FOLKE INGMAR HESS: „Tanz der Viren“ – Science Thriller – Ein erhellender Exkurs in die dunkle Geschichte der gefährlichsten Infektionskrankheiten. PPM, Lektorat und Layout: Thomas Manegold, Coverfoto: Qadisiyah, Baghdad, Iraq by NASA on Unsplash.com

  • Edition Totengräber, ca. 296 S.
  • print ISBN: 978-3-95996-235-3
  • epub ISBN 978-3-95996-236-0
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Und die Reste ins Meer

8,99 € – 14,50 €

Andrea Limmer: “Und die Reste ins Meer” Ein Roadmovie aus der nahenden Zukunft. Ein Pflegeroboter und ein Heimbewohner wollen an die Ostsee. Lektorat: Stephanie Maucher, Korrektorat: Juliane Fröhlich, Cover: Marion Alexa Müller, Satz & Layout: Thomas Manegold, Audioproduktion: Jürgen Schweiger.

  • Edition Periplaneta, ca. 262 Seiten
  • print ISBN: 978-3-95996-229-2
  • epub ISBN: 978-3-95996-230-8
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Der Verwahnsinnigungsapparat

8,99 € – 13,50 €

THORSTEN MORAWIETZ: „Der Verwahnsinnigungsapparat“- YYYYY.online.  Ein WahnsinnsThriller. Der abgründigste aller Serienkiller ist wieder aktiv. Mit seiner mysteriösen Webseite treibt er Menschen in den Wahnsinn und formt sie zu Amokläufern und Attentätern. Lektorat: Stefanie Maucher, Cover: Holger Much,

  • Edition Totengräber
  • print ISBN: 978-3-95996-227-8
  • epub ISBN: 978-3-95996-228-5
  • KAUFEN

„Roland Albrecht: Der Chef der Familie”

8,99 € – 13,00 €

CLINT LUKAS: „Roland Albrecht: Der Chef der Familie“. Die Biografie des ehemaligen Gastronomischen Leiters im Palast der Republik, zwischen DDR-Sozialismus und Raubtierkapitalismus

  • Edition Blickpunkt
  • print ISBN: 978-3-95996-225-4
  • epub ISBN: 978-3-95996-226-1
  • KAUFEN

Soundtrack of my LifE 022: Wir sind Helden

„Wir sind Helden“ haben 2000 mit ihrem Erscheinen auf der Bildfläche und mit ihrem Debüt „Die Reklamation“ 2003 die deutsche Musikszene reformiert, reanimiert, revolutioniert … Keiner hatte sowas kommen sehen. Kam aber trotzdem. Niemand hat seitdem deutschsprachige Popmusik mit mehr Inhalt gemacht. Judith Holofernes Textwerk hatte es mir schwer angetan. Über die vier Alben haben sich die Themen logischerweise geändert und einige davon haben mich auch nicht interessiert. Aber die Art, relevante Verse mit eingängigen Melodien zu Ohrwürmern zu verschmelzen und durch Haufenreime, geistreiche Wortspiele, Sinnverschränkung und Metaphern das Mitsingen zu erschweren, hat mich nachhaltig berührt. Insbesondere ihre Zeilen für die Suizidalen und chronisch Traurigen sind mir im Kopf geblieben.

Ich erkenn‘ hier nichts wieder. Alles müde und alt.
Und ich male uns beide als Umriss aus Kreide auf den Asphalt

Du erkennst mich nicht wieder. Unerkannt
hab‘ ich dann drüben im Park meine Kleider verbrannt.

Ich erkenn‘ mich nicht wieder. Nur mein Herz, das noch schlägt
Und ich hebe die Arme, um zu sehen ob die warme
Nachtluft mich trägt.

Du erkennst mich nicht wieder. Unerkannt
flieg‘ ich ans Ende der Stadt, ans Ende der Welt –
und über den Rand.

Rund zehn Jahre nach diesem Song hier war dann leider Schluss. Und weitere 10 Jahre später, also heute, ist die deutschsprachige Popmusik in einem so schlimmen Zustand, als hätte es „Die Reklamation“ nie gegeben. Kann Frau Holofernes aber nix für. Ihre Soloschreiben reichen nicht so ganz an die alten Helden heran … haben aber auch ihre Momente für die Ewigkeit, wie „Der Krieg ist vorbei“.

#wirsindhelden #judithholofernes

Thomas MAnegold - Vision und Wahn 2019

Ab April …

Ich habe drei Termine (!) für Events (!!) in meinen Kalender eingetragen. Wir fangen wieder los. Mit der „Vision und Wahn„, mit „Ohne Wenn und Laber“ und dem „TresenLesen„. Die Lesebühne Vision und Wahn soll ab sofort nun jeden ersten Freitag im Periplaneta Literaturcafé stattfinden. Alle anderen Freitage soll es ein TresenLesen mit einem Gast geben. Für die Lesebühne „Ohne Wenn und Laber“, nunmehr am 2. Donnerstag, haben wir mit der Z-Bar in Mitte zunächst drei Termine vereinbart.

Seid gespannt, ich bin es auch.

Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Lauterbach zitiert Hegel

Headline des Grauens: „Lauterbach zitiert Hegel“ (NTV)…

Das ist jetzt eine Headline? Ok, wenn er ihn gelesen hätte, den Hegel … aber ein Politiker zitiert einen Philosophen. Das ist jetzt ein Ereignis für die Journalie? Wow!

Wenn das Thema hierbei nicht so wichtig wäre, würde man sagen: Ok. Kollektive Bankrotterklärung. Insolvenzverfahren und gut. Aber ausgerechnet: „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit“ zu nehmen, um was genau zu rechtfertigen? Den Zwang, sich mit einem nicht zugelassenen Impfstoff penetrieren zu lassen, der nicht wirkt (der keine sterile Immuniät bringt)?

Selbst Hegel hatte irgendwann eingesehen, dass da ein Subjekt ist, das ohne wie auch immer geartete Freiheit nicht existent wäre. Hegel würde dem Karl diesen Kalenderspruch übrigens um die Ohren hauen.

Weiterlesen „Lauterbach zitiert Hegel“
ToM Manegold live @ WGT 2017 (Bild: MarioN Alexa Müller)

„HEIMATHIEBE“

Diese Veröffentlichung hat nichts an Aktualität verloren. In diesen Zeiten kann sie Trost spenden, weil sie zeigt, dass es damals, also früher … genauso schlimm war wie heute 🙂 Jetzt bei Audible und immer noch im Shop.

„Manegolds Bühnentexte bereiten zugleich Unbehagen und Vergnügen. Sie erklären Sachverhalte, die man eigentlich gar nicht so genau verstehen will.“

„Über asoziale Primaten, die Arroganz der Dummen, über Maden, Würstchen, Heringskälber und die Unerträglichkeit des Seins. Ein satirisches Textinferno, das Lachen und Weinen macht – nur eben nichts dazwischen.“

Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Zu Reißerisch

Der Anlass des folgenden Textes ist die Züricher Zeitung. Die hatte nämlich festgestellt, dass „immer mehr Menschen“ in Deutschland auf die Demos gegen die Corona-Maßnahmen gehen. Dieses „immer mehr“ war einem folgsamen Bürger, nennen wir ihn Klaus, zu reißerisch, was er bei Facebook auch so postulierte … mit der Behauptung, das 63 Millionen Menschen die „Maßnahmen“ befürworten würden.


Hallo Klaus. Ich kenn dich nicht, aber dieses „reißerisch“ ist mir sauer aufgestoßen. Wenn die ZZ schreibt, es kämen immer mehr Menschen zu den Demos, das ist dann zu reißerisch?

Reißerisch ist es, von „Ausbrüchen“ zur reden, wenn sich zwei Menschen infizieren, oder von „Wellen, die uns mit Wucht treffen“ und die „wüten“. Reißerisch ist es, im September von einer Pandemie der Ungeimpften zu sprechen, ohne den Impfstatus der Betten-Insassen zu kennen … und Ende November erst damit anzufangen, überhaupt Daten zu erheben. Reißerisch ist die ganze Pandemieberichterstattung. In der Überschrift der ZZ steht doch nur, dass es „immer mehr“ werden. Was ja stimmt.
Überspitzt gesagt: Wenn in einer Stadt Montag zwei Menschen positiv wären und einen Monat später vier, dann spräche das RKI von einer Verdopplung der Fallzahlen. Und würde erst auf Seite 14 des Berichts erwähnen, dass sie dafür einen Monat gebraucht haben. Das ist reißerisch.
Und weil das so ist, haben die Menschen Angst. 63 Millionen Menschen begrüßen die Maßnahmen? In Europa? So viele freundliche Menschen gibts doch in Deutschand gar nicht. Woher weiß man das?

Weiterlesen „Zu Reißerisch“

22 neue Bücher

22 (Zweiundzwanzig) Werke haben wir im denkwürdigen Jahr 2021 realisieren können. 8 Kurzgeschichtensammlungen, davon 3 Anthologien, 2 Musikproduktionen, 6 Romane, davon einen auch als ungekürzte Hörbuchfassung, 2 Erzählungen, 5 Hardcoverproduktionen, 7 Werke in der Edition Subkultur, 7 Bücher in der Edition MundWerk, 3 für die Edition Periplaneta, 2 Bücher in der Edition Drachenfliege und ein Kinderbuch. Wir meinen, das kann sich sehen lassen.

Leider mussten wir einige Werke auf 2022 verschieben. Und wir bitten alle, die auf ein paar angekündigte Werke vergeblich gewartet haben, um Entschuldigung. Aber das ist, angesichts der Umstände unter denen wir und später auch die Hersteller und Logistiker gearbeitet haben, leider nicht zu vermeiden gewesen. Auch das Lektorat und die vielen Bewerbungen konnten nicht vollständig beackert werden.

Doch wir machen weiter, erste Produktionen für 2022 sind in Arbeit. Wir danken allen, die unsere Werke gekauft haben, den Autorinnen und Autoren für ihr Vertrauen, allen, die an den tollen Projekten mitarbeiteten – und darüber hinaus allen, die uns in den letzten zwei unfassbaren Jahren beistanden und uns unterstützt haben. All unsere Bücher gibt es im Buchhandel und vor allem in unserem ONLINESHOP.

Alle Periplaneta Bücher 2021