Blasphemie für Anfänger und Fortgeschrittene

FREITAG, 20.10.17 ab 20 Uhr @ Periplaneta Berlin
Morbus Dei 2.0 – Blasphemie für Anfänger und Fortgeschrittene von und mit ToM Manegold

Jeder kann glauben was er will. ToM glaubt, dass Glauben und Vermuten ein und dasselbe ist. (Ok, da müsste „sind“ stehen … sagt die Lektorin, aber ToM sagt, dass er glaubt, dass er es weiß …)  Wenn aber jemand etwas behauptet, dass der andere für richtig erachten soll, so steht der Behauptende in der Bringschuld eines Beweises. Deshalb will ToM über Religion reden. Er redet sich dabei natürlich um Kopf und Kragen, denn es gibt keine absolute Wahrheit. Und sogar ToM kann sich irren, was bis dato natürlich noch nie passiert ist…

Morbus Dei 2.0 … Blasphemie für Anfänger und Fortgeschrittene ist eine Solo-Lesung, die Pfingsten 2017 im Haus Leipzig Premiere hatte. Und weil ihn dabei nicht der Blitz erschlagen hat, liest ToM noch einmal neue und alte Geschichten und Tiraden über Götter und ihre Gläubiger.

Der Eintritt ist frei, man zahlt, um zu gehn.

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Meine ganz persönliche Hochrechnung

Deutschland im Herbst 2017.

Diese Bundestagswahl kostet den Steuerzahler rund 100 Millionen Euro. Ja, wir bezahlen den ganzen Rummel, der alle vier Jahre landesweit veranstaltet wird. Wir bezahlen die Luftballons mit den drei Buchstaben, die Fotosession, mit der Christian Lindner die Hausfrauen und Singlemänner über 40 wuschig gemacht hat, die Hetzreden gegen diejenigen, die wir nicht mehr Neger, Muselmänner oder Flüchtlinge nennen dürfen, obwohl wir sie ausbeuten, diskriminieren und diffamieren lassen, die Hamsterbackenretusche an den Riesenpostern von Angela Merkel, den Logopäden von Martin Chulz … 100 Millionen Euro kostet der ganze Scheiß. Der Wahlk(r)ampf ist eigentlich ein Verteilungskampf und ein Beweis dafür, dass Menschen sehr weit gehen, um was vom Kuchen abzubekommen.

Nach der Wahl reden nun alle über jene 13%, die wie erwartet einer Satirepartei ihre Stimme gegeben haben. (Bei der jetzt wohl 6 Leute aus der Fraktion austreten, damit sie aus 88 Sitzen bestehen kann … Sorry, das musste sein.) Keiner redet über die 75%, die konservativ gewählt haben oder über die 10% davon, die den neoliberalen Scheiß befürworten, gegen den die AfD-Phantasien sich als Kindergarten entpuppen würden.

Keiner redet darüber, dass selbst Abstürze auf 20% nicht reichen, um eine sogenannte Volkspartei zu einem echten Neuanfang zu bewegen. Warum hat so ein Ergebnis keine Konsequenzen, warum fühlt sich keiner der Sozen dafür verantwortlich? Warum tritt keiner derer zurück, die man abgewählt hat? Die Regierenden sind der Meinung, dass „der Wähler“, wer immer das sein mag, sie in die Opposition verwiesen hätte? Gehts noch? Sie können eure Gesichter nicht mehr sehen. Und das Geplapper nicht mehr hören. Ihr seid unglaubwürdig. Und wenn ihr das nicht gerechtfertigt findet, dann feuert eure Imageberater. Aber geht!
Martin Schulz hätte sich vorher überlegen müssen, was seine Themen sind und welche Inhalte und Ziele er vertritt, er hätte sich auch zuvor von der Gro-Ko distanzieren müssen. Danach hätte er sich mit einem konkreten, sagen wir mal, 10-Punkte-Plan als Kanzlerdandidat aufstellen lassen können. Das wäre authentisch gewesen. Ich glaube, dann hätte ich ihn sogar gewählt. Selbst wenn er die Büchermacher vergessen hätte 🙂 Aber so ganz ohne Plan und ohne Inhalte … das Volk ist halt noch nicht blöd genug.

Ich glaube, dass die Bevölkerung es satt hat, dass ständig alle sich jedewede Optionen offenlassen, taktieren und doch eigentlich nur die Interessen ihrer jeweiligen Träger gegeneinander ausspielen, dass es primär um Pfründe und Machterhalt geht und erst sekundär um Glaubwürdigkeit oder gar um Gestaltung. Wer sich verplappert, wird in Brüssel zwischengelagert oder geht in die Wirtschaft oder bekommt eine unverschämte Rente oder schlimmer. (Christian Wulff bekommt für seine nichtmal 2jährige Schlossbesetzung beispielsweise 200 000 € im Jahr, bis er daran erstickt, während er munter weiter als Anwalt und Berater seine Beziehungen versilbert.) Vielleicht wissen ein paar mehr Menschen, dass Korruption und Lobbyismus eigentlich dasselbe ist. Und dass eure Moral mehr als nur doppelbödig ist.

Die regierenden Parteien haben zusammen ca. 15 % verloren. NEIN, NICHT WEIL DIE REGIERUNG NICHT RECHTS GENUG WAR. Niemand kommt auf die Idee, dass diese schlauen 15% die Regierung einfach nicht wiedergewählt haben, weil sie diese Regierung scheiße finden. Weil sie von Wanka und Müller gar nichts gehört haben, weil Hendriks eigentlich immer nur rumheult, dass alle gegen sie sind, weil Dobrindt soviel Sympathiepunkte mit seinem Mautgelaber gesammelt hat, dass man sein Gesicht auf Box-Sandsäcke drucken lassen könnte. Weil Gröhe die Verkommerzialisierung des Gesundheitssystems verwaltet hat, weil Schwesig, Gabriel und Steinmeyer ihre Resorts swingerclubmäßig für den nächsten Posten einfach mal weitergereicht haben, weil Nahles sich für jedes Häufchen, was sie gemacht hat, feiern ließ, als wäre es Schokolade. Und weil Thomas die Misere seinem Namen auch mehr als alle Ehre gemacht hat … Dennoch: Ich habe einen Heidenrespekt vor Herrn Schäuble, Frau Merkel und vor allen, die diesen Zirkus aushalten, ohne abzudrehen. Und ich weiß, dass einige Volksvertreter durchaus Kompetenzen haben und wissen, was sie da tun und warum. Das Problem ist: Ich weiß das nicht und ich habe das Gefühl, dass ich das auch gar nicht wissen möchte.

Der Mehrheit der Deutschen geht es gut. Schon klar. Aber das ist doch nicht alles, zumal es immer darum geht, wie man als Gesellschaft mit den Minderheiten verfährt.  Und „Gutgehen“ ist eine sehr schwammige Bezeichnung. Wir sind satt und selbstzufrieden, haben schnelles W-Lan (Ok, nicht überall), eine Spielekonsole und ein Netflix-Abo. Wir werden immer dümmer, immer dicker und immer paranoider. Wir leben auf Kosten anderer Menschen und künftiger Generationen. Immer weniger Menschen sind intellektuell in der Lage, sich an der Wertschöpfung, an den Entscheidungsprozessen und am Fortschritt aktiv zu beteiligen. Immer mehr Menschen müssen alimentiert werden, nicht nur die Sozialhilfeempfänger, sondern auch diejenigen, die euch in der Elbphilharmonie bespaßen, die euch solche Mafiadenkmäler bauen und die Industrieellen, die ihr bestecht, damit sie die Arbeitlosenzahlen niedrig halten, die Bauern, für die sich Landwirtschaft nicht mehr lohnt, die Arbeiter, die keine mehr sind – und euer ständig wachsender Selbstverwaltungsapparat.

Ihr kuscht vor den Banken, ihr kuscht vor den Diktatoren, ihr bedient die Lobbyisten… gut, das mag sehr nach pauschaler Verurteilung klingen und ist auch so gemeint, denn auch ihr reduziert euer Volk ja auf „den“ oder „die Wähler“ und auf ein paar Prozentzahlen. Man muss nicht immer differenzieren. Manchmal ist es auch ganz einfach: Ihr ward scheiße. So. Und „gutgehen“ tut es uns und den paar Geflüchteten auch nur deshalb, weil ein paar Menschen bis zum Umfallen dafür gearbeitet haben. Meistens umsonst und draußen und meistens gegen eure Bürokratiemühlen und persönlichen Interessen. Jenes „Wir schaffen das“ war extrem zynisch, Frau Merkel, weil es „Ich schaffe das“ hätte heißen müssen und nunmal „Ihr schafft das“ bedeutet hat.

Zieht man die 20% Mitleidswähler der SPD mal ab, haben immer noch 55% erzkonservativ CDU, CSU, FDP und Grüne gewählt. (Und bevor nun wieder die sich ökologisch und progressiv Meinenden losplärren, nein, die Grünen sind keine Fortschrittspartei mehr. Und schon gar nicht etwas, das man früher mal links nannte. Konservativ bedeutet nur „bewahrend“, also „weiter-so“, ihr habt früher dazu „spießig“ gesagt … ) Diese 55% sind der eigentliche Skandal, denn diese Parteien, die wahrscheinlich die neue Regierung bilden werden, sind, schon allein weil sie drüber nachdenken, im Grunde alle rechts-konservativ, sie stehen für ein System des ständigen Wachstums, der fortlaufenden Kapitalkonzentration und dem Bewahren eines Status Quos, der die Welt früher oder später in die nächste Krise reiten wird.

Es war so exemplarisch für die Grünen, als irgend so eine Quotenfrau heimlich hinterm Haus aus ihrer Luxuskarre in ein repräsentatives Umweltauto umgestiegen ist, um dann vor laufender Kamera mit dem Klischeegefährt vorzufahren …

Die Welt, wie wir sie kennen, verändert sich rasant. Dafür braucht es auch vollkommen neue Konzepte. Einen vollkommen neuen Umgang mit Konfessionen, eine neue Ethik, echte Gleichberechtigung, echte Nachhaltigkeit, Bildungsoffensiven bei den 6, 16 und 60jährigen, Breitbandausbau, neue Orientierung in der Forschung, die Rettung von Journalismus, Meinungs- und Pressefreiheit und der Kulturschaffenden. Und nicht „Machterhalt first“.

„Bedenken second“ war übrigens die einzige offensichtliche Lüge auf dem FDP-Plakaten. Ich denke, dass „Bedenken“ bei Herrn Lindner es nichtmal unter die Top 10 schaffen würde. Aber damit ist er nicht alleine. Das gehört wohl zur Grundausstattung.
Das AFD-Programm ist dann auch nicht verheerender, als das der FDP. Das eine zündet das Haus von innen an, das andere von außen. Aber weder haben die AfD-WählerInnen nur protestieren wollen, noch sind die FDP-WählerInnen nur auf Posing-Christian hereingefallen.  Sie alle wissen im Grunde genau, was sie da gewählt haben. Nationalkonservativ und nationalsozial die einen und  die anderen einen entfesselten Markt in einem schwachen Staat unter Führung eines selbstgefälligen Opportunisten, der entgegen seiner Zitierwut Adam Smith nie gelesen hat 🙂 Zwar hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Beide Programme sind total verschieden. Aber sie sind nunmal reaktionär und menschenverachtend.

Die 700 Abgeordneten und die sonstigen Mitarbeiter des Bundestages allein verursachen jährlich Kosten von rund 500 Millionen Euro. Hinzu kommt die Bundestagsverwaltung und dergleichen. Auch die Liveübertragung in unsere Wohnzimmer kostet extra 🙂

Ich denke, für soviel Kohle haben wir mehr verdient, als stupides AfD-Bashing, Wirtschaftslobbyismus und so eine langeweilige Game-Of-Thrones Adaption, ganz ohne Sex und ohne Fabelwesen und mit adipösen Rentnern und  karierregeilen Nutten beiderlei Geschlechts in den Hauptrollen, die alle das Drehbuch nicht verstanden haben, aber trotzdem die Gagen kassieren. Gagen, die wir bezahlen müssen, egal, wen wir gewählt haben.

P.S.: Warum bildet Frau Merkel nichtmal eine Regierung komplett fraktionsunabhängig mit denjenigen, die gewählt und gleichzeitig am besten qualifiziert für den jeweiligen Job sind?

ToM

 

Ich wollt einfach mal „Danke“ sagen

Nach einem denkwürdigen Jubilat bin ich zwar immer noch ziemlich durchgeschüttelt, aber auch gerührt. Man wird halt nicht jünger. Allerdings dürfte jener Feiertag der wichtigste für mich 2017 gewesen sein: 10 Jahre Periplaneta. 10 Jahre Family und Kulturkampf in einem. Das sagt viel aus. Über meine nicht vorhandene Konfession und Sozialisation.

10 Jahre Hamsterrad. 70 Stunden in der Woche. Dennoch liebe ich, was ich da mache. Auch wenn ich sowieso nicht anders kann. OK. Man könnte mit jemandem Professionellen drüber reden, für Geld. Aber wo bliebe dann der Spaß und die Spannung. Außerdem sind die Fenstertomaten noch so hoch, dass man gar nicht hüpfen könnte. Ich finde, man kann mit seinen Dämonen auch was sinnvolleres machen, als drüber zu reden oder sie im Lotussitz unter Aufsicht zu ignorieren. (Nein, keine Familienaufstellung). Und irgendjemand muss ja dem Krätschell noch die zweite Auflage machen …

10 Jahre … Während dieser Zeit ist viel passiert. Auch viele Tragödien, Enttäuschungen, Katastrophen. Und die drängeln sich leider immer in den Vordergrund. (So wie dieser eine große Mann, der gestern das halbe Buffet alleine gegessen hat 🙂
An die schönen Dinge gewöhnt man sich dagegen sehr schnell. Und dann fallen sie einem gar nicht mehr auf. Deshalb: Danke. Für die Blumen und die Geschenke. Danke für die Glückwünsche. Aber vor allem Danke für die tolle Zeit mit euch, die ihr euch auch immer wieder das Gejammer anhören müsst, wenn etwas nicht klappt, die ihr immer wiederkommt, weil euch das gefällt, was Periplaneta ist. Danke fürs Mögen in guten und in schlechten Zeiten. Danke fürs Mitmachen und Mitmachendürfen. Danke für die Texte, danke für die Musik, danke, dass ihr immer wieder bei uns performed, auch wenn manchmal nix zu holen ist.

Danke fürs Zuhören und fürs Aushalten, auch wenn sich unsere Ansichten vielleicht auch mal nicht überschneiden und man schon wieder nicht unterscheiden kann, wo die Grenzen von Ironie, Sarkasmus, Zynismus und Satire sind. Die Welt hat es nicht anders verdient 🙂

Ihr schon.

Heute weiß ich wieder: WIR sind die Guten.
Auf die nächsten 10.

ToM

David Wonschewski über „Heimathiebe“ (2017)

Sowas kann man rebloggen 🙂 Danke an Herrn Wonschewski!

David Wonschewski | Autor

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von David Wonschewski

„Maniker können mitunter sehr schnell denken und Berge versetzen. Problematisch wird es erst, wenn sie diese Berge hinstellen, wo sie nicht hingehören, und am nächsten Tag nicht mehr wissen, wer den Haufen gemacht hat…und wie sie da ganz oben raufgekommen sind. Bipolar ist ein Tanz auf Messers Schneide, bei dem man sich zwangsläufig blutige Füße holt.“

Wäre Thomas Manegold eine Frau, ohne Umschweife knutschen würde ich ihn, sie, allein dieser paar Zeilen wegen. Stürmisch ginge ich dabei zu Werke, feucht, wild, exzessiv, ein wenig übertrieben. Nun, manisch halt. Denn auch wenn dieser Gedanke, den Manegold in seinem aktuellen Werk „Heimathiebe“ äußert, für mich als bipolaren Menschen keineswegs neu ist – selten habe ich Wunder und Wunden meines eigenen manisch-depressiven Wesens derart kompakt und anschaulich zusammengefasst gesehen. Es ist halt alles gleichermaßen kompliziert wie charmant, so man, ärztlich attestiert, einen an der Waffel hat. Und so einer…

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Periplaneta wird 10! ZEEEEHN! JAHRE!

Jubiläumsfeieritis am 15.09.2017 im Periplaneta Literaturcafé.

Als wir 2007 mit dem Verlag anfingen, da gab es faktisch noch keine E-Books und Facebook war fast so verrucht, wie heute das Dark-Net. Wer by MySpace war, galt als extrem modern und schon ein bisschen exhibitionistisch. Der Download eines einstündigen Hörbuches kostete noch rund 10 €. Bei Mixed-Shows hatte nur jeder fünfte Künstler ein eigenes Produkt und Buchpremieren hatten eine Verkaufsquote von 30 – 40 %.

Heute ist das alles ein bisschen … anders. NIEMAND konnte auch nur erahnen, was da auf uns zukam. Ebenso unwahrscheinlich war es, dass sowas wie Periplaneta auch nur die ersten zwei Jahre überstehen würde. Aber es kam anders. Wir hatten uns was ausgedacht und es gemacht. Und … es hat funktioniert!! Auch inmitten turbulenter Veränderungen, die immer noch andauern.

Jetzt blicken wir auf über 250 Werke. Viele davon mit Audioproduktion. Auf unzählige Veranstaltungen in Berlin und anderswo. Und wir laden zur Geburtstagsfeier ein.

tom manegold - periplaneta

Am 15.09. feiern wir uns selbst. Mit Sekt und Kulturprogramm. Im Periplaneta Literaturcafé. Mit von der Party sind, neben Marry, Sarah und mir, auch Brauseboy Robert Rescue, Dichtungsringer Matthias Niklas, Leseduellant Johannes Krätschell, die musengeküsste Singer/Songwriterin VERA und der Indiepop-Singer-Songwriter Josias Ender. Los gehts um 20 Uhr, der Eintritt ist frei, man zahlt, um zu gehn.

 

 

Die Einsamkeit des Hurenkindes

Die dritte Vision und Wahn Anthologie kommt!

Am 04. September erscheint, im Rahmen des unfassbaren 10jährigen Bestehens von Periplaneta, die dritte Lesebühnen-Anthologie. Wir bedanken uns bei 31 Autorinnen und Autoren für die rege Anteilnahme. Natürlich wird die Vision & Wahn an diesem Montag eine Premierefeier werden, mit Kuchen und Wein und mit den druckfrischen Büchern, die diesmal ein Cover von Nicole Altenhoff ziert.

Der extravagante Titel kommt aus der Welt des Setzens. Ein „Hurenkind“ weiß nicht wo es herkommt. Es ist ein Satzfehler, die Schlusszeile eines Absatzes, die alleine auf der nächsten Seite steht. Wir haben natürlich absichtlich ein paar dieser „Hurenkinder“ im Buch belassen. (Vielleicht machen wir ja als nächstes etwas mit Schusterjungen …)

Mit Beiträgen von Marion Alexa Müller, Robert Rescue, Thomas Manegold, Alma Maja Ernst, Antonia Luba, Arno Wilhelm, Bastian Mayerhofer, Christian Gottschalk, Clint Lukas, Frank Sorge, Gary Flanell, HC Roth, Heiko Heller, Heiko Werning, Johannes Krätschell, Jesko Habert, Laander Karuso, Lucas Fassnacht, Mareike Barmeyer, Maschenka Tobe, Matthias Niklas, Mikis Wesensbitter, Nicolas Schmidt, Nicole Altenhoff, Nils Frenzel, Philipp Multhaupt, René Sydow, Sarah Strehle, Steve Bürk, Theresa Steigleder, Viola Nordsieck.

Das Buch bei Periplaneta

PREMIERE AM MONTAG, DEN 04.09.2017 ab 20 Uhr im PERIPLANETA LITERATURCAFÉ BERLIN. Der Eintritt ist frei. Man zahlt, um zu gehn. #periplaneta10

OWUL RISING

Life after Sommerpause.
OWUL, die allmonatliche Lesebühne in der Z-Bar in Mitte, kommt planmäßig zurück. Wettermäßig war die Sommerpause ja ein Reinfall, aber wir gehen gestärkt … bla… (Rede von Martin Schulz nach der Wahl). 
NEU IST: WIR SIND AB SOFORT WIEDER ZU DRITT!! Denn ab sofort ist MASCHENKA TOBE offizielles Mitglied bei OWUL. Außerdem hat Marien im Sommer nicht nur Festivals besucht und sich Glassplitter in die baren Füße gelaufen, sondern auch noch sein Buch fertich!! Es heißt BAKING BAD.

Freut euch drauf:

  • Lesebühne: OWUL-Ohne Wenn und Laber.
     Thomas Manegold, Marien Loha, Maschenka Tobe
    7. September 2017 um 20:00 – 22:00 Z-Bar Berlin @ Bergstraße 2, 10115 Berlin, Deutschland Ohne Wenn und Laber. Die monatliche nicht nur Lesebühne in der Z-Bar. Sterngast an Stimmband und Gitarre im September: Bastian Mayerhofer. Jeden 1. Donnerstag im Monat wird ab September wieder im Kinosaal der Z-Bar getextet, musiziert, gequatscht und improvisiert. Zudem beantwortet das OWUL-Rakel ALLE eure Fragen.

WWW.OWUL.WORDPRESS.COM

Eine Herzensangelegenheit

Die unterschätzte Kunst des Scheiterns…

Trotz aller Widrigkeiten geht es bei meiner Arbeit für Periplaneta immer weiter. Für den Herbst sind bereits diverse Jubilate geplant, da der Verlag doch tatsächlich 10 Jahre alt werden wird, falls es bis September wieder aufhört zu regnen. Aber weil das Wetter so schlimm ist, sind wir eben nicht andauernd Baden gefahren, sondern haben u.a. den zweiten Teil von „Kalion“ herausgebracht.

Jetzt freue ich mich gerade sehr auf den zweiten Geschichtenband der Chefin. Schon allein deshalb, weil sie am Anfang ja eigentlich nicht wollte, denn so eine Chefin hat es schwer, weil sie so viel extrem ekligen Kram machen muss, wie WaWi und Buchführung und Aufsichtsratssitzungen – weshalb für die eigene Karriere als Starautorin wenig Zeit übrig bleibt.

Aber Marrys „Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren“ ist ein wunderbares Buch geworden. Dolles Cover, Daumenkino und 170 Seiten fabelhafte Erzählungen. Dazwischen die legendären Rechthabewoman-Klugscheißer-Miniaturen, die Geschichten hinter den Geschichten.

Ich durfte Mitlektorieren und Setzen und ich weiß jetzt, wer den Längsten hat, warum Hamster Bandscheibenvorfälle haben und warum Erdferkel so alleine sind. Das Buch kann man schon bei Periplaneta bestellen. Der Vorgänger „Evasapfel“ soll übrigens im gleichen Design neu aufgelegt werden.

 

Im Gedenken an Runfrid

Ich weiß nicht, warum wir die fremden Tragödien betrachten und betrauern und die eigenen immer abschotten müssen. Ich will das nicht. Meine Mutter ist gestorben und derzeit beschäftigt mich das Gedenken an sie mehr als alles andere. Sie war ein großartiger Mensch. Und auch sie hat sozusagen ein Recht, in den Köpfen derer, die sie kannten, weiterzuleben.

Mir war wichtig, dass die Trauerfeier nicht für die Gäste oder die Angehörigen oder für unsere Weltanschaulichkeiten stattfand, sondern für sie, meine Mutter. Deshalb hat die Trauerrede nun auch einen Platz in meinem Blog. Wer sie (nochmal) lesen möchte, klicke bitte >>hier.

 

„Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben …

Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“
(Peter Tauber auf Twitter).

Lieber Peter! Mal abgesehen davon, dass man Ordentliches in diesem Zusammenhang groß schreibt … egal. Du bist weltfremd, dumm und arrogant. Auch mit den weiteren Absonderungen dazu … über Aufsichtsratsposten und dergleichen. Ich kenne Menschen, die leider auf Hierarchien und Leute wie Dich allergisch reagieren, ich kenne Menschen, die drei Mal „ordentlich“ umschulen mussten und immer noch nicht vernünftig bezahlt werden und ich kenne sehr viele Akademiker, die nach ihrem Studium leider nirgendwo landen konnten.

Das Thema ist leider gegenwärtig wichtiger als das Heiraten. Deshalb Wut und eine Sehnsucht nach Prangern auf den leeren Marktplätzen unserer Städte. Ich sage: Fick Dich, Peter. Mit Deinem erhobenen Zeigefinger.  Jaja, geh nur zu Heiko petzen, damit er das löschen kann. Aber fick Dich. Unfuckingwählbar. P.S.: „Dich“ darf man noch großschreiben, wenns persönlich wird. (ToM auf Facebook)

Durchatmen. Puh. Es ist nur ein Tweet, es ist nur ein Tweet …

Ich versuchs mal konstruktiv:
Was ist passiert? Peter Tauber hat etwas getwittert. Peter Tauber hat nur seine Meinung kundgetan, aber diese Meinung bestimmt sein vieles Reden und sein nicht ganz so üppiges Handeln. Und das ist gefährlich, denn Peter Tauber ist ein sogenannter Spitzenpolitiker. Genauer gesagt, er ist Generalsekretär der CDU.

Peter Tauber stellt folgende steile These auf:
Wer was „Ordentliches“ gelernt hat, brauche keine drei Minijobs und mit einer guten Ausbildung verdiene man genug. Und auch Politiker haben mehrere Jobs …

Nee, Peter, erstens stimmt es nicht, Qualifikation macht nicht satt und warm. Jeder kennt unzählige Beispiele in seiner Umgebung, so wie ich sie spontan bei meinem Wutausbruch auf FB aufgezählt habe.

Zweitens sollte es für eine Gesellschaft auch erstrebenswert sein, dass nicht nur jeder, der „ordentlich“ Vermögenverwalten oder „ordentlich“ Häuserverticken gelernt oder sich „ordentlich“ auf einen alimentierten Posten gebuckelt hat, „ordentlich“ (höhö) bezahlt wird. Vielmehr sollen in meinem Land „anständige“ Jobs „anständig“ bezahlt werden.

Drittens verhöhnst Du, lieber Peter, auch alle, die jeden Tag in von „ordentlich“ ausgebildeten … (es ist nur ein Tweet) Politikern als „ordentlich“ deklarierten, aber leider unterbezahlten Jobs Vollzeit arbeiten. (Die Klischees reichen vollkommen: ErzieherInnen, FriseurInnen, Executive Facilitycleaner, Pflegepersonal) … Mit Mindestlohn kriegst Du nämlich keine Kinder mehr groß und später dann auch niemanden dazu, Dir „ordentlich“ den Hintern abzuputzen.

Viertens verdient man nicht etwa mit einer „ordentlichen“ Ausbildung „ordentlich“ Geld. Heute kostet eine Ausbildung. Man verdient nur Geld, wenn man eine Arbeit hat, die „ordentlich“ bezahlt wird. Und die gibt es nicht automatisch, wenn man gut ausgebildet ist. Das, was man damit bekommt, heißt Volontariat.

Fünftens sind gesellschaftlich notwendige Berufszweige mittlerweile nahezu komplett verminijobbt oder verscheinselbständigt. Niemand, wirklich niemand bekäme auch nur ein verschissenes Zalandopaket oder Amazonpäckchen oder Lieferandofutter geliefert, wenn jene exekutiven Logistiker aufhören würden zu arbeiten, die schlecht bezahlt sind. Die werden nämlich alle pro Ablieferung bezahlt, nicht pro Stunde. Und viele von denen, die unsere Pakete spazierenfahren, haben eine gute Ausbildung.

Sechstens muss es auch gestattet sein, diesen einen, von Dir so schön vorgelebten und mit Deinen Auswürfen so schön umrissenen German Way of Life nicht zu wollen, ohne abzustürzen. Auch eine stinkreiche, weltfremde Ausbeuterbürokratie wird daran gemessen, wie sie die Andersdenkenden behandelt. Ich bin so einer, glaube ich, und meinetwegen könnt ihr euch soviele Diäten und Aufsichtsratspöstchen in den Ar … (es ist nur ein Tweet) schieben bis ihr platzt. Ist mir egal. Aber die Zweit- und Drittbeschäftigungen der Volksvertreter mit den Minijobbern zu vergleichen, das muss einem erst einmal einfallen. Das ist absurder als der Kuchen-statt-Brot-Satz, den Marie-Antoinette nie gesagt hat!

Irgendwann kommt der Mob zu euch in den Glaspalast gerannt. Dann heißt auch Lobbyismus wieder Korruption und euer Redenhalten für zuviel Geld und diese Aufsichtsratsalibiposten werden wieder Bestechnung genannt werden. Es wird eine schöne Zeit. Du wirst merken, dass unter den Menschen, die mit 1000 EUR im Monat auskommen müssen, welche sind, die sogar schlauer sind als Du. Und Du würdest Menschen kennenlernen, denen der Preis zu hoch ist, so wie Peter Tauber zu sein.

Du bist ein „Volksvertreter“ lieber Peter. Vergiss das nicht. Entschuldige Dich wenigstens. Es ist eben nicht nur ein Tweet. Er zeigt, wie tief der Graben ist zwischen euch und uns. Er zeigt, wie weltfremd diejenigen sind, die die Welt regieren. In einer Zeit, in der genau solche asozialen Bürokraten wie Du uns sprechende Kühlschränke, selbstfahrende Autos und vollautomatische Fabriken als geile Zukunft verkaufen wollen, anstatt sich darum zu kümmern, dass bei der Digitalisierung der Wirtschaft keiner auf der Strecke bleibt, spricht so ein kleiner Tweet Bände. Er ist abgrundtief böse und entlarvend. Früher sind Menschen für weitaus weniger aus dem Fenster geworfen worden.

#wasOrdentliches #TauberPeter

http://www.manegold.de

 

 

 

Hitzefrei fällt aus

Vision & Wahn im Juli

„Was? Nee, keen Urlaub … naja, ist irgendwie allumfassend ins Wasser gefallen … Nee, keene Sommerpause … Warum? Na weil es bei uns das ganze Jahr über cool ist. Und wir aufm Prenzlberg physikalisch gesehen die Letzten sein werden mit trockene Füße …“

Die allmonatliche Lesebühne des Periplaneta Verlags begrüßt am 3. Juli 2017 als Gäste den Berliner Autor Clint Lukas und Singer-Songwriter Johannes Kubin.

Thema zum Tag des Ungehorsams: Die Aufrührer!

Vision & Wahn ist die hauseigene Lesebühne von und mit Marion Alexa Müller, Thomas Manegold (falls er eine Wasserstraße nach Hause findet) und Robert Rescue. Jeden ersten Montag im Periplaneta Literaturcafé zu Berlin.

Ab 20 Uhr. Der Eintritt bleibt frei. Man zahlt, um zu gehen.

www.berlin.periplaneta.com