Soundtrack Of My Life (008 „Die Interimsliebenden“)

Einstürzenden Neubauten: „Die Interimsliebenden“
In ihrem gemeinsamen Mund
Lebt ein Kolibri
Mit jedem seiner Flügelschläge
Dafür das Auge viel zu träge
Kulturen erblühen und vergehen
Ganze Kontinente untergehen
Hier gibt es keine harmlosen Worte
Alle viel zu groß
Und das einfachste Beispiel explodiert
In 10 hoch 14 fuer die Interimsliebenden …
(Release: Einstürzende Neubauten: „Tabula Rasa“ 1993)

 


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Soundtrack Of My Life (007 „I Did My Time“)

Korn „I Did My Time“

Ich weiß, ich kann niemals gewinnen.
Und manchmal fühl ich mich, als hätte ich versagt

Ich weiß nicht, ob ich jemals etwas hinterlassen werde.
Deshalb bettel und flehe ich einfach darum,
dass dieser Zustand endlich aufhört.

Ich fühle mich versklavt und angeschlagen.
Und  verbrachte meine Zeit …

Aber sag mir, warum sollte ich mich schämen?
Ich bin derjenige, der diesen Weg wählte!
Ich bin derjenige, der es nicht lassen kann!
Ich bin derjenige, dem das Leben entrissen wurde!
Und ich spüre, wie der Zorn mich verändert!
(Release: Korn „Take A Look In The Mirror“, 2003)

Subkultur Nacht am 23.03.2018

Literatur und Musik abseits des Mainstreams bei Periplaneta Berlin.

Die neue Angepasstheit grassiert, der neue Konformismus boomt, die neue Spießigkeit greift um sich. Und ja, es gibt Menschen, die nichts anderes kennen. Aber Kunst muss manchmal auch wehtun. Anecken. Kontroversen auslösen. Die Edition Subkultur soll ein Label für ebensolche Kunst sein. Und von Zeit zu Zeit findet eine Subkultur-Nacht statt. Mit Literatur und Musik abseits des Mainstreams. Am Freitag ist es uns eine besondere Ehre, Carsten Klatte mit im Team haben, der uns als Widukind bereits drei aufregende Tonträger beschert hat.

Am Freitag den 23.03.2018 im Periplaneta Literaturcafé zu Berlin begrüße ich als Gastgeber folgende Gäste:

CALVIN KLEEMANN (Lyriker und Performer aus Dortmund)
JANE STEINBRECHER (Autorin aus Berlin)
MUSIK: WIDUKIND (aka Carsten Klatte)

Beginn  ist 20 Uhr. Der Eintritt ist auch diesmal frei und man zahlt, um zu gehn!

 

Soundtrack Of My Life (006 „Down In A Whole“)

Alice In Chains „Down In A Whole“

Begrab mich sanft in diesem Schoß.
Ich gebe diesen Teil von mir für dich.
Sand regnet herunter und hier sitze ich …
halte seltene Blumen in meiner Hand,
die so unsagbar schön blühen.

Ich weiß nicht, ob ich gerettet werden kann
Sieh hier, mein Herz, ich habe es wie ein Grab dekoriert.
Du wirst nicht verstehen, wie sie bald über mich urteilen werden.
Sieh mich jetzt an: Ich bin ein Mensch, der nicht er selbst sein kann

Ich habe die Sonne gegessen und mir den Mund verbrannt
und will nicht mehr über meine Gefühle sprechen.
Ich sitze hier tief unten in diesem Loch.
Fühle mich so klein, hab meine Seele verloren.
Ich versuche zu fliegen,
aber meine Flügel sind viel zu schwach, um mich zu tragen.

(Release: Alice In Chains „Dirt“, 1992)

 


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Soundtrack Of My Life (005 „Hate Is A Four Letter Word“)

 

Shock Therapy:  „Hate Is A Four Letter Word“

 


Was hat mich verwandelt in etwas, das ich nicht wiedererkenne?
Warum fühle ich nichts mehr, außer Hass und Verachtung?
Was hat mich so geblendet, dass ich niemandem mehr in die Augen sehen kann?
Warum finde ich keine Ruhe
und begegne im Traum immer wieder
diesem Mann ohne Gesicht, der mich anschreit?
Warum schreie ich nicht zurück und verstecke meinen Groll
in einem alten Schrank im Keller meiner Seele?
Weil Hass nur ein leeres Wort ist.
Weil das Heute nur ein alter Film ist,
der auch morgen wieder laufen wird,
nur mit noch mehr Werbeunterbrechungen.
In meinem Keller modern die Erinnerungen
und vergären zu fauliger Schuld.
Die Pillen sind bitter
und selbst das Bier schmeckt schal.
Ich würge, schlucke und spüle den Hass immer wieder herunter.

Mein Leben und mein Sterben
sind höchstens dritte Wahl.
Nein, ich will nicht wissen,
warum ich nie etwas auf die Reihe bekommen habe.
Nein, ich will nicht darüber reden, was der Mann getan hat.
Kein Mitleid, keine Vergebung, kein Frieden
wird meine Ruhe stören.
Hass ist nur ein Kraftausdruck für kraftlose Zungen,
die das Küssen verlernt haben.
Hass ist nur ein unanständiges Wort.

(Aus „Gespräche mit Goth„)


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Soundtrack Of My Life (004 „We`re In This Together“)

Nine Inch Nails: „We`re In This Together“

Erwecke den Klang, bevor sie uns die Haut vom Leib ziehen,
bevor sie versuchen, ihre Finger hineinzustecken.
Denn sie wollen das töten, was wir gefunden haben,
Denn sie hassen, was sie fürchten.
Sie wollen, dass es vergeht,
Sie wollen es verschwinden lassen.

Aber du und ich …
Wir sind jetzt in dem vereint, was wir erschaffen haben.
Keiner kann uns jetzt stoppen!
Wir werden es irgendwie da durchschaffen,

Du und ich!
Selbst wenn die Welt zerbrechen sollte,
Bis zu meinem Ende,
Bis zu deinem Ende.

(Release: Nine Inch Nails „The Fragile“ 1999)

 


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Soundtrack Of My Life (003 „Right In Two“)

Tool „Right In Two“

Affe tötet Affe, tötet Affe für ein kleines Stückchen Land.
Gibst Du dem dummen Affen Daumen, dann macht er sich einen Knüppel und schlägt seinen Bruder nieder. Wie sie so fehlgeleitet überleben konnten, ist ein Geheimnis.

(Release: Tool „10 000 Days“, 2006)

 


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Soundtrack Of My Life (002 „Krieger“)

Die Fantastischen Vier „Krieger“

Er wacht auf aus dem Traum, den das Kollektiv träumt, hat mit seinen alten Vorstellungen endlich aufgeräumt, ersetzt die Isolation und er setzt an ihre Stelle die Vision, dass wir eins sind, auf einer Wellenlänge, denn das Leben ist ein Fluss, der fließen muss …

(Release: Die Fantastischen Vier: „Lauschgift“ 1995)

 


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Soundtrack Of My Life (001 „Hunger Strike“)

Temple Of The Dog:  „Hunger Strike“

Es macht mir nichts aus, Brot von den Reichen zu stehlen.
Aber ich will und kann mich nicht auf Kosten der Schwachen ernähren.

Doch der Tisch ist immer gedeckt und das Feuer wärmt.
Und sie züchten sich ihre Kinder heran, während all‘ die Sklaven für sie schuften.
Der Tisch ist voller Blut. Sie ersticken an ihrem Überfluss.

Und ich habe Hunger.

(Release:  Temple Of the Dog „Temple Of The Dog“, 1991)

 


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Das beste zum Schluss. Periplanetanische Feiertage

Ich bin „übers Jahr“ wieder komplett in Berlin. Periplaneta ist also „ganz normal“ geöffnet (11-23 Uhr) und bietet bis zum Jahresende zudem noch drei Außerordentlichkeiten an.

22.12. 2017: Die lange Nacht der Subkultur.
Literatur und Musik abseits des Mainstreams. Ab 20 Uhr

24.12. 2017: Sonntags geöffnet!
Last Minute Geschenke kaufen ab 11 Uhr. Und Kneipenbetrieb bis 23 Uhr.

25.12. 2017: Das beste zum Schluss!
Auszüge aus den besten Neuerscheinungen.
Small Talk und Winterbier zum Specialpreis. OPEN MIC! Ab 19 Uhr

Am 31.12. 2017 und 01.01. 2018 ist Periplaneta geschlossen.

 

Es ist erst vorbei, wenn es zu Ende ist

Weihnachtsansprache.

2017 haben wir, also Periplaneta, also Marry, Sarah und ich, 30 (in Worten: dreißig) Werke in die Welt gesetzt. Ich danke. Marry. Sarah. Dafür und für das beste aller möglichen Leben. Ohne die beiden … gäbe es mich nicht mehr. Sie teilen meine Maxime, meine Überzeugungen und meine Definition von Glück und erfülltem Leben schon sehr lange. Und ich danke den fleißigen Assistentinnen, den Künstlerinnen und Künstlern, die sich eingebracht und den Autorinnen und Autoren, die mit uns diese Abenteuer erlebt haben. Dreißig Publikationen.

Und anno 2017 muss man sagen „trotz alledem“, denn es ist jenseits unserer erfolgreichen  Tätigkeit als Kunst- und Kulturbetrieb, jenseits der so vielen tollen Veranstaltungen, die wir zwischen dem ganzen Büchermachen auch noch gewuppt haben,  so ziemlich alles passiert, was einem nicht passieren sollte: Ich saß zwischenzeitlich schon mit einer Arschbacke im Rollstuhl. Nicht nur ich habe einen geliebten Menschen verloren. Das heißgeliebte Firmenauto hat zwei Jahre vor Ablauf des Verfallsdatums seinen Geist aufgegeben, Betriebsprüfung, Keller unter Wasser  …

Jenseits der Üblichkeiten, wie menschlichen Enttäuschungen und wirtschaftlichen Niederlagen (denn jedes Werk und jede Veranstaltung ist wie eine Wette auf ein manisch-depressives Rennpferd) und dergleichen, ist also dieses Jahr wirklich viel zu viel Scheiße passiert. Die Helden meiner ersten und zweiten Jugend starben wie die Fliegen. Die Folgen des VG-Wort Urteils, eine Bucheinstampfung …

Pressefoto zu "Morbus Animus"
ToM (rechts)

Aber, so what, „venceremos“, ich habe nie gezweifelt. Wir sind in diesem Jahr auch 10 geworden und haben sehr viel bewegt, erlebt und erreicht. Wir haben viel gelernt, sind weiter gewachsen. Unser Literaturcafé ist für immer mehr Menschen Hort und Heim geworden. Und wir haben wirklich einzigartige, grandiose Sachen produziert. Hinter unseren Werken stecken mitunter jahrelange Geschichten. Sie sind alle Inlandsproduktionen. Das heißt, für ihre Herstellung wurden Menschen ordentlich bezahlt und keine LKW um die halbe Welt geschickt. Unsere Hersteller haben alle ihre Kohle dafür von uns schon bekommen.

Jetzt beginnt die Weihnachtszeit. Wir müssen also die ganzen nicen, smoothen und cuten Dinge, die wir hergestellt haben, unter die Bäume bringen 🙂

Helft uns dabei. Und tut euch und euren Mitmenschen etwas Gutes, indem ihr wirklich originale, originelle, nachhaltige, ehrliche, schöne, wahre, gute und nicht aus Funk und Fernsehen bekannte Teile verschenkt, die schlau und lachen und weinen machen, aber eben nicht dick 🙂

Wer in Berlin weilt, kann uns 6 Tage die Woche besuchen und hier trinken und shoppen. Wir freuen uns auf euren Besuch, egal ab virtuos, virtuell oder persönlich. Denn 2018 wird es weitergehen. Mit Kunst, Kultur und Werken abseits des Gewöhnlichen. Auch wenn dann nochmals alles anders und viel verrückter werden wird, als es jetzt schon ist.

Wir lieben, was wir tun.

ToM

 

Periplaneta Online Shop

Periplaneta Online Shop

P.S.: Und weil diesen Text, den Gesetzen des Netzwerkes folgend, Leute lesen werden, die eh schon Mitglieder der Kirche sind, möchte ich euch last but not least von Herzen danken. Für eure Unterstützung und eure Anteilnahme. Bitte teilt diesen Text.

 

 

 

 

 

10er Text ohne „Penis“

oder: Kontent, Grammatik und Metrik werden öfters viel zu sehr überbewertet

Und das Leben besteht nicht aus Atmen.
Sondern aus den Menschen, die uns den Atem rauben.
Aus Glückskekssprüchen für Glutenallergiker
und Reden für die Tauben,
die wir aufsaugen und dran glauben
und dafür zahlen, uns zu aalen
in fremden Qualen, die keine sind.

Sie dann verwegen im Regen zu Papierschiffchen der Liebe
mit Spucke uns zusammenkleben.
Und ein Traumfänger ruft: Wir weben wir weben.
Und ein Träumer: Von hier an blind.

Wir fühlen uns wie kleine Kinder im Bällebad der Gefühle.
Wie auf einer Reise nach Jerusalem – nur halt ohne Stühle.
Träume sind Schäume. Ein Schaumbad der Gefühle
Baumpflanzen, Namentanzen, EIn Jahr für Sen … ioren.

Und wir wissen, dass das Leben zwar anderswo
viel mehr beschissen ist als wie hier,
doch wir lieben uns selbst noch nicht mal so,
wie damals unser Einschlaf-Stofftier.
und unsere Lover auch nur zwischen Yolo, Joint, E und Bier.
Davor plagt uns das Gewissen und danach — ach drauf geschissen.

Vorwärts immer rückwärts nimmer – hat Sugardaddy mal gerufen.
Dazwischen fickt ein Aphorismus einen Anglizismus auf Hesses Stufen.

Und wenn das Leben uns in die Knie zwingt,
tanzen wir Limbo oder Gangman oder Gangbang
Reimen uns wund im öffentlichrechtlichem Ghettoslang
Glück auf zurück
und Herz auf Schmerz
und Tanz auf Schw … (peep)

Wir fühlen uns wie kleine Kinder im Bällebad der Gefühle.
Wie auf einer Reise nach Jerusalem – nur halt ohne Stühle.
Träume sind Schäume. Ein Schaumbad der Gefühle
Baumpflanzen, Namentanzen, ein Jahr für Senile.
Dann Fairtradevollkornbrot und Spiele …
Nunn ja, es gibt der Weisheiten so viele.
Und zwei grundverschiedene Fahrradventile.

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben,
sondern den Tagen mal eben mehr Leben.
Und so bleiben wir in unserem Streben
mal eben an solchen Sätzen kleben.
Das ist sowas von daneben.

So wie StarWars ohne Space
oder House Of Cards ohne Spacey
Wie ein Book ohne Face
Ein Let’s Go ohne GRAZY
Wie Pitt ohne Brad
Breaking ohne Bad.

Wie ein Poem von Bohlen oder Ralf Siegel,
hat weder ne Botschaft, noch den Arsch von Gefügel. (PO ENTE)
Wie ein King ohne Thron, Games without Throne, ein Ei ohne Phone.
Wie ein Blowjob unter Mindestlohn, egal ob im Sportwagen oder im Van.
Und Du tankst so viel Weisheit, wie beim Lesen von Spam
oder beim Hören von Last Christman von Wham!.
oder bei Julia, der Helene Fischer des Slam.

Wir fühlen uns wie kleine Kinder im Bällebad der Gefühle.
Wie auf einer Reise nach Jerusalem – nur halt ohne Stühle.
Träume sind Schäume. Ein Schaumbad der Gefühle
Baumpflanzen, Namentanzen, Ein Jahr für Senile.
Dann Fairtradevollkornbrot und Spiele …

Und ein Semester gegen irgendein Krieg
Ein Jahr mit drei Texten durch die Republik.
Zwei Peditionen unterschreiben.
Fürs Tier- und Asyslantenheim.
Einmal kommen zwei Mal bleiben.
Gemeinsam ist man weniger allein.
Den Mund weit auf und Augen zu.
Dann Haus, Kind, Hund und CDU.

Ein leises BUHH? Ok, nur zu.

Also höre gut hin und dabei nicht auf zu denken.
(Man denkt über dem Mund und nicht zwunter* den Lenden)
Die, die nicht denken, kann man sehr einfach lenken,
und eben beschränken und in Flüssen versenken.

Und glaube nicht alles, was gut aussieht und klingt.
Auch nicht, dass der Fisch vom Kopfe her stinkt.
Auch nicht den Käse, dass der Weg schon das Ziel ist.
Und nicht das Gewese, dass das Leben ein Spiel ist.

NEIN! Nichts wird wahrer, wenn man’s oft wiederholt.
Es tut Kindern nicht gut, wenn man Hintern versohlt.
Also iss den Keks nicht und lies nicht diesen Zettel.
Und wenn doch, verwends nicht für die Poetry-Battle.

Dein Traum ist nur Schaum. So kleines Kopfbeben.
Also: Leb Dein Traum nicht, sondern lebe Dein Leben.

(ToM 2017 – Das MUNDWERK 9 – OPENER-GEDICHT)

*zwunter ist etwas zwischen zwischen und unter