„KLIMANEUTRAL“ auf der Umverpackung von feuchtem Toilettenpapier

(Thomas Manegold für „Wider die Masse“ – Edition Subkultur)

Es kotzt mich an, wie wir aus dem Klimawandel einfach ein Mega-Geschäft machen.
Und es kotzt mich an, dass die Youngsters diese Selbstverarsche in ihrer unendlich kapitalinfantilen Art einfach mitmachen, weil sie es nicht anders kennen. Man ist vorlaut und naiv, so lange man Pampers trägt. Und in der Übergangszeit, in der alle unten ohne rumlaufen, teilen sie sich dann auf in Schinder und Geschändete. Und dann wird die Gesinnung immer brauner, wie der Chitinpanzer einer Kakerlake, die sich nicht mehr häuten kann. Erst verhärtet das Exoskelett, dann brechen die Antennen ab, dann vertrocknen die Geschlechtsteile und schließlich geben die Beine den Geist auf.

Die Kinder gehen diesen Weg, der kein leichter ist und den im Grunde keiner gehen müsste, weil die Alten es genau so vorgelebt haben, gut, die ganz Alten halt ohne Wegwerfwindeln, aber im Prinzip machen wir das so, seit der letzte Krieg vorbei ist.

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Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Betonpizza, Koks und Blaue Pillen

Synchronicity Pt. 3

24 Stunden nachdem ich „Harter Stuhl“ gegoogelt habe, überrascht mich Facebook mit Abführmitteln und Holzmöbeln. Und mit „1984- Sex Crime“ von den Eurythmics.

Die Pizzeria meines Vertrauens hatte selbiges gerade verspielt, weil eine Pizza sich kurz unterhalb meiner Speiseröhre zu einem Betonklumpen verdichtet hatte, der seitdem langsam die Eingeweide entlangschleicht.

Weil sich Facebook sicher ist, dass ich noch lebe und mir Medikamente verkaufen will, die über den Placebo-Effekt und Geldbeutelinhaltsverkleinerung hinaus keine Wirkung zeigen, beruhige ich mich. Weil die Kugel in meinem Inneren zu stechen anfängt, mache ich einen Corona-Test.
Negativ.
Ich versuche zu arbeiten.
Negativ.
Ich versuche, etwas Sinnvolles zu machen. Abwaschen.
Negativ. Das kleine Alien in mir bestraft jede Form der Bewegung.
Also beschäftige ich mich mit dem, was Facebook mir vorschlägt: Dünnschiss und Verstopfungen. Risiken und Nebenwürgungen.

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Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

We are the good guys

Synchronicity PT. 2

Frankfurt am Main 2021. Buchmesse. Die erste seit der Pandemie. Dass sie mit Publikum ist, muss man extra erwähnen. Sieht man nicht. Wenn ich einen Verlag hätte, wäre der nicht dabei, weil mir ein paar Tausend Euro für eine Butze in einer leeren Halle einfach zu teuer wären.

Jetzt boykottieren einige als Vorlesende angekündigte Autorinnen und Autoren medienwirksam die mehrere Quadratkilometer große Messe, weil ein paar Verlage daran teilnehmen, die sie dem neurechten Spektrum zuordnen. Manche rufen gar zum Boykott der ganzen Messe auf. Obskure Kleinverlage erstehen aus der Versenkung auf und behaupten jetzt, dass sie die Messe aus Überzeugung boykottiert haben. Und da wird auch mal Karl Popper bemüht und die Theorie vom Ende der Toleranz, weil die Nicht-Toleranten die Toleranten wegbeißen werden. Das ist keine Philosophie. Das ist eine langweilige Selbstverständlichkeit, wie „Wasser ist nass.“ Ebenso so, wie der Umstand, dass die Beißenden in diesem Bild am Ende die Intoleranten sind. Wer zuerst beißt, hat halt gewonnen.

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Wir sind Helden …

SYNCHRONICITY PT.1

Dieses Bild habe ich gemacht. Es ist ein Urlaubsbild. Ich war mit meinem Sohn und der anderen Liebe meines Lebens für sechs Tage in der Uckermark. Seit vielen Jahren war das unsere erste Auszeit. Vater, Mutter, Kind.

Wir leben autark, outside the Box, wie man so sagt, inside of Hamsterrad, wie es sich anfühlt, wir machen was mit Medien. Wir sind Unternehmer. Wir gehören zum Mittelstand. Also zu jenem Mittelstand, der finanziell besser dran wäre, wenn er Hartz 4 bekäme und nebenbei ein bisschen schwarz arbeiten würde … (also arbeiten ohne gültigen Fahrschein, wie das heute heißen muss …) und der das auch machen würde, wenn man ihn in der Kindheit nicht verhauen hätte. Aber wir haben eine Vision …

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Der Periplaneta Sommer 2021

Wir machen was wir können und (noch) dürfen: BÜCHER

Im Periplaneta Verlag konzentrieren wir uns gerade auf unser Kerngeschäft. Wir machen Bücher. Lesungen und Kneipe ging ja nicht. In den Sommermonaten gab es daher viel Neues zu bewundern, Pandemiebedingt haben wir das zwar meistens alleine gemacht, aber wir müssen ehrlicherweise sagen, dass wir uns stellenweise sehr beeindruckend fanden 🙂 Hier sind unsere Neuheiten aus diesem Sommer:

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Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Ein Herz für Annalena

„Baerbock will Bundeskanzlerin werden, es mit den Putins, Bidens und Erdogans dieser Welt aufnehmen, hat aber noch nie irgendetwas regiert – kein Bundesland, kein Ministerium, kein Landratsamt, nicht einmal ein Dorf-Rathaus, und sei es in ihrem Heimatort Patenssen bei Hannover. Ihr fehlt jedwede Regierungserfahrung, doch sie greift nach dem mächtigsten Regierungsamt im Staat.“ (schreibt N-TV)

Vorab: Ich mag weder die Grünen, noch ihr Programm.

Aber die Pressereaktionen, für die dieses Zitat exemplarisch stehen soll, sind gleich auf mehreren Ebenen schlimm. Es wird wieder einmal das gemacht, was man so am besten kann: Stimmung und Angst. Angst, sie wäre zu doof, zu unerfahren und sie könne es mit „den Erdogans und Putins dieser Welt“ nicht aufnehmen. Das wird nun flächendeckend lanciert. In einer Geschwindigkeit, die mir Angst macht. Selbst im Ausland blasen die Medien die gleiche Gülle auf die Felder …

Aber alles das, was man da gerade zum Problem stilisieren will, wirklich alles, wäre für mich ein Grund, SIE zu wählen. Wir haben ja sonst nur Erdogans und Putins zur Auswahl, also in dem weiter gefassten Sinne, dass das alles Männschen sind, die schon sehr lange an der Macht kleben und für eine wie immer geartete, ihren Machtstatus und die von ihnen geschaffene Verhältnisse bewahrende Politik stehen.

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Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Pandemiedemenz Update

Wir leben in einer riesigen Depression, in der nichts mehr richtig funktioniert. Es ist die in dieser Art und in diesem Rahmen vollkommen unnötige Unplanbarkeit des Lebens, die uns verzweifeln lässt, profane Dinge, wie die Stapel der inzwischen verbotenen Arten der Gesichtsbedeckung, die wie Pilze aus dem Boden schießenden, befahrradeten Menschen mit Würfeln auf dem Rücken, die überall rumsitzen und darauf warten, Essen wild durch die Gegend fahren zu dürfen, was sicherer und hygienischer sein soll, als ein Kellner in einem Resaurant mit Hygieneauflagen, die sich ändernden Regelwerke der verschiedenen Verwaltungseinheiten (EU, Bund, Länder, Kommunen), die sich gegenseitig widersprechen und dich permanent beschäftigen, wenn du davon betroffen bist.

Das Monster, was uns bedroht, ist die Bürokratie, die uns als Staat zwar noch eine Selbstverwaltung ermöglicht, aber handlungsunfähig gemacht hat. Was, wenn man satt und dauerbefriedigt ist, nicht weiter schlimm zu sein scheint, außer … wenn man plötzlich handeln muss. Die Bürokratie schützt aber zu allererst die Strukturen, die sie hervorgebracht haben. Das ist ja per Wortdefinition auch das, was das Konservative ausmacht. Die Bürokratie, über die wir vor dem Krieg noch gelacht haben, haut uns aber jetzt die Beine weg.

Wenn ein Staat zu blöd, zu korrupt und zu träge ist, in einem Jahr sein Gemeinwesen und seine Regeln einer neuen Situation anzupassen und stattdessen seine Bevölkerung gängelt, paranoid macht und entmündigt, dann kann er reich und modern sein wie er will, er verliert den Rückhalt seiner Insassen. Der Grad der Abkehr wird davon bestimmt, wie sehr und wie die jeweilige Insasse davon betroffen ist. Menschen, die Kranke sehen oder behandeln, haben eine andere Meinung als Menschen, denen man die Existenz zerstört hat, haben eine andere Meinung als Menschen mit Kindern, haben eine andere Meinung, als Menschen, die schon vor der Pandemie das gleiche Leben geführt haben, wie ihnen jetzt aufgezwungen wird… Und da gibt es ja auch noch die Krisengewinnler … keine der Gruppen ist mehr in der Lage, über ihren jeweiligen Erlebnishorizont zu blicken. Durch das asoziale Distanzieren ist uns dann auch noch unsere Restempathie abhanden gekommen. So zerfleischen wir uns zwingend, zwanghaft und vollkommen logisch in irgendwelchen Kommentarspalten untereinander. Anstatt … (hier beginnt mittlerweile eine Grauzone 🙂

Habt euch lieb. Und bleibt gesund.

Funfact: Eine FFP2 Maske kostet in der Herstellung auch jetzt nicht mehr als 4 ct. Innerhalb Deutschlands belaufen sich die Maschinenkosten in der Herstellung auf 0,1 ct pro Maske (Anschaffungspreis/ Produktionskapazität). Der Einkaufspreis vor der Pandemie lag bei rund 10 ct. Nur, falls sich jemand vielleicht mal gefragt hat, wie man damit so unfassbar viel Asche machen kann, dass es sich lohnt, dafür sogar Politiker zu kaufen.

#novemberhilfe #pandemiedemenz #bananenrepublik

Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

Corona Tagebuch: Pandemiedemenz

18.01.21:
Wenn 40% der Eltern ihre Kinder in Notbetreuung geben, heißt das nicht, dass 40% der Eltern egoistische, verantwortungslose, coronaleugnende Bratzenhasser sind. Es könnte auch sein, dass diese 40% tatsächlich arbeiten müssen. Es könnte natürlich auch sein, dass sie immer noch fest daran glauben, dass Kitas und Schulen mehr sind als arbeitskrafterhaltende Aufbewahrungsanstalten für Geschlechtsverkehrsunfälle. Sind sie in unser Gesellschaft nicht der Ersatz für das sprichwörtliche Dorf, dass es braucht, um ein Kind großwerden zu lassen?

20.01.21:
Jetzt kommt die Mutante. Gerade noch pünktlich, weil ja die Zahlen nun doch wieder runtergehen. Dass wir bereits den zweiten Lockdown mit einer aus Spanien eingeschleppten Variante verbracht haben, dürfte bekannt sein. Viren mutieren. Die ganze Zeit, nur fangen wir in Deutschland halt jetzt erst an, es zu analysieren. Und irgendwann wird auch der Impfstoff nicht mehr wirken. Was alles auch nicht weiter schlimm ist. Jedenfalls nicht so schlimm, dass man den Karl schon wieder das Ende der Welt verkünden lässt. Ich kann es echt nicht mehr hören.

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20 Periplaneta Bücher 2020

20 Bücher für 2020

Trotz alledem

Wir haben es zwar noch nicht ganz geschafft, aber wir haben uns ein Schulterklopfen verdient. Auch wenn wir das gerade selbst machen müssen. Weil ja keiner da ist. Es ist Pandemie. Niemand hätte es für möglich gehalten, dass dies ein Dauerzustand wird. Nun, wenn wir ehrlich sind, würde es uns längst nicht mehr geben, wenn wir DAS vorher gewusst hätten. So haben wir, neben dem Verlagsbetrieb, Hygienekonzepte erstellt, Dinge weggeschmissen, die wir nicht mehr brauchen, Geld investiert in Hardware und Gedöhns, das man für die Öffnung eines Mischbetriebes jetzt so braucht …, sehr viele Anträge ausgefüllt, neue Veranstaltungsformate erfunden und wieder abgesagt – und manche Monate mehr Pakete bekommen als verschickt. Wir haben uns neu erfunden, unsere Öffnungszeiten jeden Monat geändert und uns von der Poltitik, wer auch immer damit gemeint sein könnte, ein bisschen verarschen lassen.

Wir sind nur noch zu zweieinhalbt, wir stehen seit März im absoluten Krisenmodus. Aber wir stehen. Wir sind. Wir werden sein. Wir mussten zwar ein paar Projekte begraben, ein paar Projekte verschieben, einige ziehen sich zudem schier ewig in die Länge, aber:

Es sieht beinahe aus wie geplant, denn Ende 2020 werden wir in diesem denkwürdigen Jahr genau 20 Bücher gemacht haben.

Wir werden unsere Hardcover-Reihe begonnen und mit Drachenmücke endlich unsere Kinder- und Jugendbuch-Edition haben. Wenn auch ohne viel Geräusch und Gefeier.

Das ging nur mit viel Mut, Wut und Ehrenamt. Und nicht zuletzt mit ein paar Menschen, die uns auch in diesen komischen Zeiten unterstützt haben. Danke.

https://www.periplaneta.com/shop/

Im November bleibt es still

Auch die Vision und Wahn Lesebühne am 5. Dezember wird nicht stattfinden.

Bei Periplaneta sind zwar die Lichter Montag bis Freitag 11-20 Uhr weiterhin an, aber Veranstaltungen sind bis auf Weiteres nicht mehr möglich. Und Bier gibt es nur noch „to go“ und fürs Personal. Der Verlagsbetrieb und der Buchverkauf gehen aber weiter. An Großhändler und Onlineshopper gehen Pakete raus. Und manchmal kommen auch welche an … Anstatt nun hier wieder so ein deprimierendes Bild zu posten, zeige ich euch einfach die Cover der jüngsten Veröffentlichungen, die wir fertiggestellt haben. Die Lage ist zwar nicht ernst, aber hoffnungslos 🙂

Periplaneta TresenLesen Reloaded!

Jeden Freitag …

Das Periplaneta Tresenlesen ist in eine neue Runde gegangen. Nach Lock-Down und ersten Versuchen mit nur einem Gast haben wir nun ein so ziemlich alle auch künftigen Entwicklungen und Verordnungen überstehendes Konzept am Start. Mit zwei KünstlerInnen und einem beheadsetteten Barkeeper (ich). Leider ist die Ticketanzahl pro Veranstaltung strikt limitiert. Aber TresenLesen ist jeden Freitag. Die Förderung durch „Neustart Kultur“ ermöglicht uns eine Planung bis ins Fühjahr 2021. Dafür sage ich im Namen aller beteiligten Künstlerinnen und Künstler: “Danke!”.

Die ersten LineUps können sich echt sehen lassen. Wer also seine Wochenenden ein bisschen plant, kann sich bei Periplaneta jetzt schon preiswerte Tickets für eine ganze Reihe bereits feststehender Abende sichern. Alle, die ihr bereits verpasst habt, waren grandios.

freitag.periplaneta.com

Thomas Manegold- Schläfer in der Stadt

CORONA TAGEBUCH – Letzter Eintrag

Ein Gespenst geht um in Europa. Corona war nur der Anfang. Sagt zumindest Herr Gates. Und freut sich schon sehr auf den nächsten Virus, der da kommen wird.

Ich glaube ja, dass er recht hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass seine Prognosen und Warnungen, die er vor der Pandemie doziert hatte, zutreffend waren, sind und sein werden. Wir werden immer mehr und wenn wir uns nicht mit den Ursachen dieser Pandemie auseinandersetzen und diese bekämpfen, dann werden solche Ausbrüche immer häufiger kommen.

Allerdings mutieren Viren schon länger vor sich hin und springen auch schon länger von Spezies zu Spezies. Nur wird durch Massentierhaltung und unsere Art des Terraformings, also mit Atombomben und Brechstangen, die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns etwas einfangen, was uns und andere umbringt, immer wahrscheinlicher. Deshalb: Schuster, bleib bei Deinen Leisten, kack nicht dahin, wo Du isst und lass den Anderen genug Platz zum Kacken und Essen. Die Pandemie und die Ökologische Katastrophe sind quasi zwei Klappen, die auf die selbe Fliege eindreschen und dabei die ganze Küche zerstören.

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