Soundtrack of my Life ( 18 Alice in Chains „Dirt“)

Zum Todestag von Layne

Alice in Chains waren bis zum Tod ihres Leadsängers Layne Staley die Lösung aller Depressionen. Entweder es ging dir nach dieser Hölle besser – oder Du bist halt gesprungen. Ein fairer Deal.

Weiterlesen „Soundtrack of my Life ( 18 Alice in Chains „Dirt“)“

Werbeanzeigen
Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Deutschland über allen.

Rammstein gehören zu den Helden meiner zweiten Jugend. Inzwischen ist sogar die dritte fast vorbei – und ich hatte mich schon beim Teaser gewundert, dass ich überhaupt noch einmal was Relevantes von dieser Band zu hören bekomme. Jetzt steigen allerortens die verlebten und bürgerlich gewordenen Zombies und Zombines aus den Reihenhausgräbern und verteidigen die alten Männer bis aufs Blut. Warum, wissen wir selbst nicht. Wir müssen das einfach tun. Weil wir nicht anders können. Ich wundere mich gerade auch über mich selbst. Aber Rammstein ist nunmal ein bisschen mehr als Spätpubertätseskalation und Teutonenmetal. Viel mehr.

Für die ganz Langsamen: Es geht um das Lied „Deutschland“ der deutschsprachigen Stromgitarrenmusikgruppe Rammstein:

Das Musikvideo hat zu dem Zeitpunkt, da ich den Text schreibe, über 20 Millionen Clicks. Eigentlich ist damit alles gesagt, wäre die Band nicht Rammstein und das Thema nicht  „Deutschland“. Die Band hat an PRovokation in ihrem Bestehen seit Mitte der 1990er Jahre so ziemlich alles schon durch. Und ja, auch alles richtig gemacht. Sie ist ein Superlativ und so dermaßen oft kopiert und nie erreicht worden, dass Kritik an ihrem Werk und ihrer Selbstinszenierung schon beinahe albern rüberkommt. Aber wohl auch immer eine … (ToM duckt sich) … NEIDdebatte ist.

Weiterlesen „Deutschland über allen.“

Soundtrack of my life (17 Voivod „Dimension Hatröss“ Album)

Meine Musik der 80er 🙂 Konzeptalbum. Psychedelic Prog-Punk-Jazz-Metal aus Kanada. „Dimension Hatröss“ erschien 1988, vier Jahre bevor F&J / Metallica Bassist Jason Newsted bei Voivod einstieg. Gitarrist Dennis DÀmour, der im Wesentlichen für die Songs verantwortlich ist, starb im Jahr 2005.  Das Album ist zeitlos. Sowohl musikalisch, als auch thematisch. (1988 gab es Windows 2.0. den C64 , Apple hatte gerade sowas wie ein grafische Oberfläche entwickelt und die Maus als Eingabegerät entdeckt. Das Konzept und die Gestaltung stammten von Schlagzeuger Michel Langevin.

„In der Geschichte geht’s um diesen gigantischen Teilchenbeschleuniger, der durch einen Mini-Urknall ein Mikrouniversum im Labor kreiert, in das dann der Voivod reist, um die Evolution zu studieren. Leider endet die ganze Chose in einem Krieg mit apokalyptischen Ausmaßen, woraufhin der Voivod versucht, das Experiment abzubrechen, weil es ein völliger Fehlschlag ist.“

Michel Langevin in Rock Hard Nr. 269
  • Killing Technology (1987, Noise Records)
  • Dimension Hatröss (1988, Noise Records)
  • Nothingface (1989, MCA Records)
  • Angel Rat (1991, MCA Records)
  • The Outer Limits (1993, MCA Records)

Voivod gibt es heute noch: www.voivod.com

Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Ist 50 jetzt das neue 27 ?

(Zum Tod von Keith Flint 4.3.2019)

Wenn man aus dem Alter raus ist, in dem man Nachrufe auf die plötzlich und unerwartet gestorbenen Heroen seines wilden Lebens schreibt, dann ist es wohl vorbei, das wilde Leben. Oder aber man hat schon zu oft solche Trauerreden verfasst und bemerkt, dass sie sich irgendwie ähneln. Die Betroffenheit und die Phantomschmerzen sind die gleichen. Man merkt, dass die Helden vermehrt unplötzlich und erwartbar sterben und dann auch noch auffällig oft freiwillig, sei es nun so semifreiwillig, wie Slayer-Gitarrist Jeff „Heineken“ Hanneman, dessen Leber, im Nachhinein betrachtet, doch erstaunlich lange mitmachte, oder so mysteriös wie Prince und Herr Cornell, die mit der Dosierung ihrer Psychopharmaka durcheinanderkamen, oder so theatralisch wie Linkin-Park-Sänger Chester Bennington, der sich exakt ein Jahr nach Chris Cornells Tod für immer verabschiedete. Jetzt hat es The Prodigy erwischt. Frontman Keith Flint ist tot. Dabei wollte die Band diesen Sommer auf Festival Tour gehen.

cropped-dsc_0031.jpg

The Prodigy waren und sind meine Brücke zur Technotanzmucke. Ohne „Music For The Jilted Generation“ wäre mein Leben ganz sicher ganz anders und vor allem langweiliger verlaufen. So durfte ich diese Art von Crossover von Anfang bis Ende mitfeiern. Viele haben danach Hip Hop, Acid House, Punk, Metal, Techno, Reggae in den Mixer geworfen. Aber nur The Prodigy hat daraus, zumindest zwischen 1990 und 1997, so geile Sachen werden lassen: „Out Of Space“, „Voodoo People“, „Poison“, „Firestarter“; „Breathe“, „Smack My Bitch Up“, „Mindfields“, „Diesel Power“ … gehörten jahrelang zu meinen DJ-Playlists. Und zwar beim Mainstreampublikum genau so, wie bei den Electro- Gothic- , Metal- oder Indiepartys.

Weiterlesen „Ist 50 jetzt das neue 27 ?“

„Mit euch möchten wir alt werden“

mit-euch-coverIch durfte bei der Lesebühnen-Anthologie „Mit euch möchten wir alt werden“ mitmachen.

Das Hardcover mit 326 Seiten ist bei Satyr erschienen und versammelt Geschichten, Satiren, Glossen und Traktate von beinahe allen zurzeit in Berlin aktiven Lesebühnenautorinnen und -autoren sowie vielen wichtigen Stimmen, die die Szene mitbegründet, über viele Jahre geprägt haben oder noch prägen werden. Und zehn davon haben bei Periplaneta mindestens ein Werk veröffentlicht. Dieses Buch ist also sowohl für mich persönlich als auch für den Verlag eine schöne Sache.

Das sogar lesebebändelte Werk gibt es auch im Periplaneta Shop.

„Mit euch möchten wir alt werden“ – Satyr Verlag Berlin – ISBN: 978-3-947106-14-1

Neue Kolumne: Wider die Masse – subkultur

Ich hab mal wieder eine Kolumne verfasst, die gerade auf der ersten OHNE WENN UND LABER seit dem Klimawandel ihre Premiere hatte: WIDER DIE MASSE: Kulturpessimismus 2019.

BEI DER GELEGENHEIT: DIE EDITION SUBKULTUR hat übers Jahr ein neues Design bekommen und die nächste OHNE WENN UND LABER  ist am 21. Februar 2019 in der Z-Bar. Danke an alle, die bei der ersten OWUL 2019 dabei waren.

Soundtrack of my Life: (16 The Notwist „The String“)

Über den Lärm im Kopf, der nicht aufhören wird. Über die Unvermeidlichkeiten des Seins. Über die Wunden, die man schlägt und die Dinge, für die man sirbt, ob man nun will oder nicht.

The Notwist „The String“ vom Album „12“ (1998)

Das war 2018…

Und wieder ist ein Jahr vollbracht. Die meiste Zeit davon habe ich für Periplaneta gearbeitet. Druckvorstufe, PPM und ein bisschen Lektorat. 24 Bücher sind es anno 2018 geworden. Ich danke allen, die mitgemacht haben, die lektoriert, gemalt, geshootet (früher: geknipst), geschrieben, gestritten und gestaltet haben. Meistens gehen ja bei mir die Fäden zusammen und es ist immer wieder ein Staunen und ein Fest, wenn um einen herum geschöpft wird. Und das haben wir 2018 vollbracht: Weiterlesen „Das war 2018…“

Soundtrack Of My Life: (015 Raufaser /Zam Helga „Buddha“)

 

Eine halbe Ewigkeit sah Ich in Deinen Augen den Widerschein der Illusion, für die Du mich hältst. Lass mich Dein Herz entzünden. Deine Füsse wasche ich.
Und jeder Deiner Schritte wird gesegnet sein.

Wenn Du willst.

Zam Helga

Soundtrack of my life (014 „Stockholm Syndrome“ by Muse)

Ich werde dir nicht im Wege stehen.
Und ich werde Deinen Hass pflegen,
damit der wächst und gedeiht.
Und sie wird wimmern
und sie wird schreien und sie wird beten …
Und ich werde dich nicht zurückhalten

Wir werden fliegen

und wir werden fallen

und wir werden brennen …

Und niemand wird sich erinnern.

 

Thomas Manegold - Der Schläfer in der Stadt (c) periplaneta 2014 - All rights reserved

Tag 0

„Aaah, tut das weh, ich glaube es geht los“
Sie sitzt mit versteinertem Gesicht, sich den riesigen Bauch haltend in der Küche und starrt auf eine analoge Eieruhr. Ich sehe sie skeptisch an.
„Ich teste nur, ob die Wehen schon alle fünf Minuten kommen“, sagt sie vollkommen ruhig. „Weil, wenn sie nicht wirklich alle fünf MInuten kommen, schicken sie mich wieder heim.“
„Darf ich ein Taxi rufen, oder willst Du mit der Tram fahren?“
„Mit dem Fahrrad, dass geht schon noch. Ahhh!“
Ich nutze die wehenbedingte temporäre Unzurechnungsfähigkeit und entscheide mich für das Taxi.
„Wir können uns das doch nicht l…. Aahhh.“
Das waren die kürzesten fünf Minuten meines Lebens.

Nach gefühlt einer Stunde haben wir endlich die einhundertundsechs Stufen aus dem fünften Stock überwunden.
Das Taxi ist nicht nicht da.
„Ahhhh….“ höre ich sie rufen, während die Taxizentrale am Telefon etwas von 5 Minuten faselt. Es sind die längsten 5 Minuten meines Lebens … Weiterlesen „Tag 0“

Bücher für Henrik Lode und Felix Bartsch

Es ist echt kompliziert mit der Deutschen (groß oder klein) Sprache. Ich sitze wird zu ich saß und ich setze wird zu ich setzte.  Wenn ich jetzt fertig bin mit dem Sitzen, habe ich gesessen. Und bin ich fertig mit dem Setzen, habe ich gesetzt. Wobei es ja eigentlich kein Setzen mehr ist, sondern eine digitale Druckvorlagenerstellung …  ( Und ist man fertig mit dem Lecktorieren, muss man sich den Mund mit Listerine ausspülen) …

Jedenfalls habe ich wieder sehr lange gesessen und u.a. die beiden Debüts der Herren Lode und Bartsch gesetzt, die in Kürze bei Periplaneta erscheinen werden. Das eine Buch dreht sich um das Thema Gentrifizierung und das andere um das Thema Grundeinkommen. Beide Bücher sind sehr hübsch geworden, was in erster Linie nicht daran liegt, das ich daran saß und setzte, sondern an den schönen Covern:

Weiterlesen „Bücher für Henrik Lode und Felix Bartsch“